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100 Megapixel: Hasselblad stellt X2D und drei neue Objektive vor

Samuel Buchmann
Samuel Buchmann
07.09.2022

Die neue Mittelformat-Kamera Hasselblad X2D kommt mit 100 Megapixeln, besserem Autofokus, In-Body-Bildstabilisator und einem Terabyte internen Speicher. Mit einem Preis von fast 9000 Franken ist sie klar im Premium-Segment angesiedelt.

Hasselblad hat eine neue spiegellose Mittelformat-Kamera vorgestellt. Die X2D hat eine Auflösung von 100 Megapixeln und adressiert viele Schwächen des Vorgängermodells X1D II. Der Autofokus kommt jetzt mit Gesichtserkennung und soll deutlich reaktionsschneller sein. Im Body ist neu ein Bildstabilisator verbaut, der bis zu sieben Stufen längere Belichtungen aus der Hand ermögliche. Um dafür Platz zu haben, ist das Gehäuse etwas grösser geworden, vom Design her aber gleich geblieben. Zusammen mit der Kamera hat Hasselblad drei neue Objektive vorgestellt: das XCD 2,5/38V, das XCD 2,5/55V und das XCD 2,5/90V.

Am Grunddesign hat Hasselblad gegenüber der X1D II nichts verschlimmbessert.
Am Grunddesign hat Hasselblad gegenüber der X1D II nichts verschlimmbessert.

Dicker und mit Klappdisplay

Am Design haben die Schweden wenig geändert. Die Kamera ist nach wie vor aus massivem Aluminium gefertigt, die Form der X2D ist die gleiche wie die der X1D II. Sie ist aber etwas dicker und höher, um den neuen In-Body-Bildstabilisator beherbergen zu können. Auf der dadurch grösseren Oberseite spendiert Hasselblad der X2D neu ein Top-Display. Dafür ist das versenkbare Wählrad des Vorgängers verschwunden.

Neu ist auch das Display auf der Rückseite: Es lässt sich nach oben klappen, allerdings nicht zur Seite. Die Auflösung ist mit 2,36 Megapixeln gleich geblieben. Bemerkenswert ist der optische Sucher. Sein OLED-Display hat eine Auflösung von 5,76 Megapixeln und eine Vergrösserung von 1,0. Das ist deutlich mehr als der Sucher des direkten Konkurrenten, der Fujifilm GFX 100S.

Die X2D hat ein klappbares Rück-Display und neu auch ein Top-Display.
Die X2D hat ein klappbares Rück-Display und neu auch ein Top-Display.

16 bit Farbtiefe, 15 Blendenstufen Dynamikumfang

Der Sensor der X2D löst mit knapp 102 Megapixeln auf. Es dürfte sich um den gleichen von Sony produzierten Sensor handeln wie bei der Fujifilm GFX 100S. Er ist 43,8 x 32,9 mm gross und hat damit eine etwa 70 Prozent grössere Fläche wie ein Vollformat-Sensor. Die Empfindlichkeit reicht von ISO 64 bis ISO 25 600.

Der Mittelformat-Sensor ist 70 Prozent grösser als der einer Vollformat-Kamera.
Der Mittelformat-Sensor ist 70 Prozent grösser als der einer Vollformat-Kamera.

Viel wichtiger sind aber Farbtiefe und Dynamikumfang: Hasselblad gibt eine Farbtiefe von 16 bit und einen Dynamikumfang von 15 Blendenstufen an. Im Serienbild-Modus sinkt die Farbtiefe auf 14 bit. Die Kameras des schwedischen Herstellers sind bekannt für natürliche Hauttöne. Das soll auch bei der X2D nicht anders sein. Der Nachteil der hohen Bildqualität: Eine RAW-Datei ist im Schnitt 206 Megabyte gross.

Neuer Autofokus mit Gesichtserkennung

Die X2D hat einen Phasenerkennungs–Autofokus mit 294 Zonen. Das ist eine erhebliche Verbesserung gegenüber dem Vorgängermodell. Dieses hatte nur einen vergleichsweise langsamen kontrastbasierten Autofokus, was die Kamera in der Praxis träge machte. Der neue Fokus soll dreimal schneller sein und 97 Prozent des Bildes abdecken können. Neben einer besseren Geschwindigkeit hat die X2D endlich auch eine Gesichtserkennung und schliesst damit zur Konkurrenz von Fujifilm auf.

Auch sonst soll sich die neue Kamera schneller anfühlen als der Vorgänger. Hasselblad spricht von 65 Prozent weniger Auslöseverzögerung und einer 70 Prozent kürzeren Blackout-Zeit. Die Serienbildgeschwindigkeit ist mit 3,3 Bildern pro Sekunde etwas höher geworden, bleibt aber unter dem Niveau der Fujifilm, die fünf Bilder pro Sekunde schafft.

Die X2D ist mit ihren Features wie IBIS endlich auf dem neusten Stand der Technik angekommen.
Die X2D ist mit ihren Features wie IBIS endlich auf dem neusten Stand der Technik angekommen.

IBIS, besserer Akku, 1 TB interner Speicher

Der neue In-Body-Bildstabilisator (IBIS) kompensiert das Verwackeln um bis zu sieben Blendenstufen. Das ist eine mehr als bei der Fujifilm GFX 100S. Stark verbessert hat Hasselblad den Akku. Er liefert Strom für bis zu 420 Bilder, der alte war nach nur 180 leer. Die Fujifilm schafft allerdings 460 Fotos pro Akkuladung. Eine Premiere im Mittelformat-Bereich ist der interne Speicher der X2D. Er ist ein Terabyte gross und kann damit etwa 5000 Bilder speichern. Zusätzlich hat die Kamera einen CFexpress-Kartenslot.

Drei neue Objektive

Neben der X2D hat Hasselblad drei neue Linsen vorgestellt: das XCD 2,5/38V, das XCD 2,5/55V und das XCD 2,5/90V. Alle drei haben eine maximale Blende von 2,5 und einen Leaf-Shutter. Neu ist ein Wählring, dem verschiedene Funktionen zugeordnet werden können. Der Fokusring lässt sich nach hinten und vorne schieben, so schalten die Objektive zwischen manuellem und automatischem Fokus um.

Die neuen Objektive haben einen Wählring und einen verschiebbaren Fokusring für den direkten Wechsel zum manuellen Fokus-Modus.
Die neuen Objektive haben einen Wählring und einen verschiebbaren Fokusring für den direkten Wechsel zum manuellen Fokus-Modus.

Preis auf Hasselblad-Niveau

Die Hasselblad X2D kostet zur Markteinführung 8995 Franken. Das sind über 3000 Franken mehr als der Preis der Fujifilm GFX 100S. Die neuen Objektive kosten 4195 (XCD 2,5/38V und XCD 2,5/55V) beziehungsweise 4795 Franken (XCD 2,5/90V). Zum ersten Mal liefert Hasselblad für den stolzen Preis zumindest auf dem Papier eine Kamera auf dem neusten Stand der Technik, die sich ausschliesslich auf die Fotografie konzentriert. Einen Videomodus hat die X2D nicht. Ob sie ihrem Premium-Preis in der Praxis gerecht wird, werde ich testen, sobald ich sie in die Finger kriege.

Die Hasselblad X2D und die neuen Objektive kannst du ab sofort bei uns vorbestellen. Lieferstart ist Mitte Oktober.

Hasselblad X2D 100c Body (100 Mpx, Mittelformat)

Hasselblad X2D 100c Body

100 Mpx, Mittelformat

100 Mpx, Mittelformat

Hasselblad XCD 38mm f/2.5 V
4892,11

Hasselblad XCD 38mm f/2.5 V

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Samuel Buchmann

Mein Fingerabdruck verändert sich regelmässig so stark, dass mein MacBook ihn nicht mehr erkennt. Der Grund: Wenn ich nicht gerade vor einem Bildschirm oder hinter einer Kamera hänge, dann wahrscheinlich an meinen Fingerspitzen mitten in einer Felswand.


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