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Auf die Grösse des Bildschirms kommt es an

Spektrum der Wissenschaft
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23.02.2022

Womöglich ist es vorteilhafter, Nachrichten auf einem Monitor zu lesen, als auf dem Smartphone. Denn die Dimension eines Bildes bestimmt, wie gut wir uns daran erinnern.

In der Zeitung, auf dem Smartphone oder auf Werbeplakaten – welche der Bilder, die uns täglich in enormer Fülle begegnen, bleiben in unserem Gedächtnis und welche nicht? Bisher nahm man an, dass die Grösse des Abbilds auf der Netzhaut dabei keine Rolle spielt. Doch Wissenschaftlerinnen der israelischen Bar-Ilan University in Ramat Gan konnten nun zeigen: Je grösser ein Bild ist, desto besser können wir uns daran erinnern. Womöglich ist es also vorteilhafter, Nachrichten auf einem grossen Monitor zu lesen, als auf dem Smartphone. Schon vorher war bekannt, dass man sich bestimmte Inhalte besser merken kann als andere. Gesichter zum Beispiel brennen sich besonders leicht in unser Gedächtnis. Laut den neuen Ergebnissen gilt das aber auch für eine so grundlegende Eigenschaft wie die Dimension einer Darstellung.

Grössere Bilder beanspruchen mehr Hirn

In den sieben Experimenten des Teams um Sharon Gilaie-Dotan sollten insgesamt 182 Freiwillige Fotos unterschiedlicher Grösse betrachten. Bei einem Abstand von 60 Zentimetern vom Bildschirm waren diese zwischen 4 und 24 Zentimeter breit und hoch. Auf die Darbietung folgte ein Gedächtnistest. Die Versuchspersonen konnten sich an die grösseren Bilder rund 1,5-mal häufiger erinnern als an die kleineren. Könnte das daran liegen, dass sie schlicht mehr Informationen enthielten?

Um das auszuschliessen, stellten die Wissenschaftlerinnen die grossen Abbildungen in einem Folgeexperiment verschwommen dar, womit sie nicht mehr Details enthielten als eine kleinere Kopie. Der Gedächtniseffekt blieb trotzdem erhalten. Gilaie-Dotan und ihre Kolleginnen vermuten, dass es eine einfache Erklärung für das Phänomen gibt: Grössere Reize beschäftigen eben auch weitere Teile der Netzhaut, was wiederum dazu führt, dass mehr Ressourcen der Hirnrinde für die Verarbeitung benötigt werden. Mit zunehmender Füllung des Gesichtsfelds nimmt der Effekt jedoch ab; keine Neuigkeit für all jene, die schon einmal im Kino in der ersten Reihe sassen.

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Titelbild: Shutterstock

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