Das neue Macbook Pro 13 Zoll: Bye Bye, Butterfly
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Das neue Macbook Pro 13 Zoll: Bye Bye, Butterfly

Dominik Bärlocher
Dominik Bärlocher
Zürich, am 05.05.2020

Apple fixt die Tastatur des neuen Macbooks und schafft eine Maschine, die viel verspricht. Das neue 13 Zoll Macbook Pro kommt mit Magic Keyboard und beeindruckenden Specs.

Die Worte «Best Ever» sind gefallen. Diesmal wirbt Apple mit dem fast schon satirischen Begriff für die Tastatur des neuen 13 Zoll Macbook Pro. Denn die Butterfly-Tastatur gehört zum alten Eisen. Das neue Macbook Pro hat das Magic Keyboard verbaut.

Doch nur mit ein bisschen anderem Anschlagpunkt ist es nicht getan. Apple hat den Speicherplatz aller Standard-Versionen des Pro verdoppelt. Dazu neue Prozessoren der zehnten Generation, ein 13 Zoll diagonales Retina Display, leider mit Touch Bar, dafür aber mit Touch ID und separatem ESC-Knopf.

Die Sache mit der Tastatur

Apple hat bis im zum 16 Zoll Macbook Pro vom vergangenen Jahr voll auf die Butterfly-Tastatur gesetzt. Im Kontext von Laptop-Tastaturen war sie gar nicht mal so übel, hat aber keinen grossen Anklang bei der breiten Masse gefunden. Sie sei zu wenig «klicky» gewesen und habe Tippfehler en masse produziert, sagen die netten Stimmen. Die weit böseren Stimmen sagen, dass das Butterfly Keyboard nicht verlässlich gewesen sei und gerne mal kaputt gegangen sei. Apple muss sich sogar mit einer Sammelklage wegen der Tastatur auseinandersetzen. Apple hat lange an der Butterfly-Tastatur festgehalten, die Tastatur sogar mehrfach überarbeitet, was zu kreativen Auseinandersetzungen mit den Tippfehlern des Schmetterlings geführt hat.

Seit dem MacBook Pro 16 Zoll der neuesten Generation ist damit Schluss. Denn da ist das Magic Keyboard verbaut. Komplett andere Tastatur-Technologie, ein neues Gefühl beim Tippen. Ist es besser? Ja, absolut. Das Magic Keyboard dürfte die beste Laptop-Tastatur auf dem Markt sein. Sicher ist sie mal meine Liebste. Aber es ist immer noch eine Laptop-Tastatur. An eine mechanische Tastatur kommt sie logischerweise nicht heran.

Dazu hat Apple neu einen ESC-Knopf verbaut. Dieser kann im Alltag – für all die, die alles mit der Maus machen – dazu verwendet werden, das Kommando «Abbrechen» an den Computer zu senden. Genau wie «Enter» generell von Fehlermeldungen und Warnungen und dem System als «OK» akzeptiert wird. Es mag eine kleine Sache sein, aber im Alltag macht das extrem viel aus.

Da ist aber immer noch die Touchbar. Neu mit einem separierten Power Button, der gleichzeitig auch den Fingerprint Sensor beherbergt. Wenn Apple noch etwas fixen möchte: Kann ich die F-Tasten wieder haben? Die Touchbar ist zwar dann und wann nützlich, aber sie kann nichts, das ein schnelles Tastaturkommando auch kann.

Die Tastatur eines jeden Laptops ist eine grosse Sache. An einem PC kannst du die Tastatur easy schnell austauschen, aber wenn dein Computer portabel bleiben soll, dann bist du an die Tastatur des Geräts gebunden. Im Falle des Macbook Pro 13 Zoll 2020 ist das gut so.

Hey, Siri, willkommen im Ökosystem

Softwareseitig hat sich wenig getan. Das Macbook Pro läuft nach wie vor auf macOS. Doch hinter den Kulissen tut sich einiges. Wenn du dich für das Ökosystem Apples entscheidest, dann entscheidest du dich für das bis dato am besten funktionierende Ökosystem eines Herstellers. Die Geräte Apples arbeiten fast nahtlos zusammen.

Ein Beispiel: Wenn du mich anrufst, mein iPhone im Schlafzimmer ist, ich aber in mein Macbook starre und diesen Artikel schreibe, dann sehe ich oben rechts auf dem Macbook, dass du anrufst. Ich kann entweder ins Schlafzimmer sprinten oder den Anruf auf dem Macbook annehmen. Oder ich kann ein SIM-kartenloses iPhone nehmen, auf dem ich mich mit meiner Apple ID angemeldet habe, denn das hat auch gerade geklingelt. Wenn es mir zu blöd wird, das Gespräch mit dem iPhone fortzuführen, kann ich es auf mein iPad senden und das iPad als Lautsprecher mit starkem Mikro verwenden.

Das mag wie ein Gimmick klingen, aber schleicht sich schnell in deinen Alltag ein zum Punkt, an dem du es nicht mehr missen willst.

Endlich fixe Zahlen

Apple ist notorisch dafür, fixe Zahlen zurückzuhalten. Das Neue ist immer «26 % schneller» oder «17 % besser» gegenüber dem Vorgänger, der auch schon 31 % besser oder schneller war. Das klingt zwar marketingtechnisch gut, aber absolute Zahlen sind erst auf der offiziellen Website Apples publiziert worden. Auch damit ist Schluss. Der neue 13-Zöller hat eine Intel Core CPU der zehnten Generation verbaut, mit einer Maximalleistung von 4.1 GHz. Prozessoren der achten Generation werden auch noch verbaut. Mehr noch, Apple schreibt, dass das Upgrade von einer Dual Core Architecture zu Quad Core 2.8-mal schnellere Performance liefert. Dazu haut die neue Iris Plus Grafikkarte 80 % mehr Grafikleistung raus.

Im Alltag klingt das wenig nützlich, denn Youtube und Co. haben schon mit Dual Core und alter Grafik gut funktioniert. Doch Apple erwähnt da einen Satz, der es in sich hat: 4K Video Editing. Danke!

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Gaming soll auch gut gehen. Okay. Dafür aber ist das neue Macbook voll kompatibel mit dem Apple Pro Display XDR, sprich, bringe flüssig eine Auflösung von 6K hin.

Damit auch hinter der Grafik alles rund laufen soll, hat Apple standardmässig 8GB oder 16GB RAM verbaut, maximal sind 32GB möglich. Das soll Virtual Machines schneller laufen lassen – war das ein Problem? Bei mir nicht – und «50 % bessere Performance» in Photoshop bringen.

Kommen wir zum Schluss: Du willst ein Macbook? Dann nimm die Versionen vom aktuellen Jahr. Das älteste Modell, dass du dir ernsthaft ansehen solltest, ist das Macbook Pro mit 16 Zoll Bildschirmdiagonale. Das neue Macbook Pro mit 13 Zoll liefert auf den ersten Blick viel und hat eine richtig gute Tastatur verbaut. Denn auf ihr tippt sich dieser Artikel echt gut.

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Dominik Bärlocher

Journalist. Autor. Hacker. Ich bin Geschichtenerzähler und suche Grenzen, Geheimnisse und Tabus. Ich dokumentiere die Welt, schwarz auf weiss. Nicht, weil ich kann, sondern weil ich nicht anders kann.


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