Pegasus: Apple verklagt NSO Group wegen ausspionierter iPhones
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Pegasus: Apple verklagt NSO Group wegen ausspionierter iPhones

Jan Johannsen
Hamburg, am 24.11.2021
Der iPhone-Hersteller will dem Spyware-Hersteller verbieten lassen, seine Geräte, Software und Dienste zu benutzen. Das Unternehmen war in die Schlagzeilen geraten, da mit seiner Software Journalisten und Politiker ausspioniert wurden.

Im Juli 2021 war bekannt geworden, dass die NSO Group eine Spyware anbietet, mit der sich iPhones knacken lassen. Zu den Kunden gehörten verschiedene Geheimdienste, die damit Journalisten und Politiker ausspionierten Im September schloss Apple die Sicherheitslücke, die Pegasus ausnutzte. Ein kalifornisches Bezirksgericht soll dem Spyware-Hersteller aus Israel nun untersagen Apple-Produkte nutzen zu dürfen.

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Schadsoftware über Apple-Dienste eingeschleust

Die Spionagesoftware sei zwar nur bei einer «geringen Anzahl von Apple Nutzer:innen weltweit» zum Einsatz gekommen. Trotzdem ziele die Klage darauf ab, weiteren Schaden abzuwenden «und der NSO Group die Nutzung von Produkten und Services von Apple zu untersagen.» Ohne diese könne das Unternehmen keine weiteren Sicherheitslücken finden. Diese seien nötig, um Spyware auf die Geräte zu bekommen.

In der Klageschrift nennt Apple neue Details, wie die NSO Group mit Pegasus vorgegangen ist. So sollen die Angreifer mit Hilfe von neu erstellten Apple-IDs den Schadcode über die iCloud auf die angegriffenen iPhones geladen haben. Anschließend konnten sie unter anderem auf die Kamera und das Mikrofon zugreifen oder Daten wie Chats herunterladen.

«Staatlich geförderte Akteure wie die NSO Group geben Millionen von US-Dollar für ausgeklügelte Überwachungstechnologien aus, ohne dass eine wirksame Rechenschaftspflicht besteht. Das muss sich ändern», sagt Craig Federighi, Apples Chef der Softwareentwicklung.

Zehn Millionen Dollar für Anti-Spyware-Forschung

Apple nutzt die Klage, die indirekter Datenschutz ist, um auf das Engagement für den Schutz der Daten seiner Kunden hinzuweisen. Zehn Millionen Dollar und eventuelle Schadenersatzzahlungen aus dem Prozess will das Unternehmen an Citizen Lab der Universität Toronto und Amnesty Tech spenden. Die beiden Organisationen erforschen Cyberüberwachung und den Schutz vor dieser. Das Citizen Lab will Apple bei seiner Arbeit zudem mit kostenloser Technik und technischer Hilfe unterstützen.

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Jan Johannsen
Jan Johannsen

Redakteur, Hamburg

Als Grundschüler saß ich noch mit vielen Mitschülern bei einem Freund im Wohnzimmer, um auf der Super NES zu spielen. Inzwischen bekomme ich die neueste Technik direkt in die Hände und teste sie für euch. In den letzten Jahren bei Curved, Computer Bild und Netzwelt, nun bei Galaxus.de.

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