Rollbare Glas-Displays ab 2023? LG kündigt «Real Folding Window» an

Rollbare Glas-Displays ab 2023? LG kündigt «Real Folding Window» an

Martin Jud
Martin Jud
Zürich, am 08.09.2021
LG will 2023 ein biegbares Glas als Ersatz für bisherige Display-Beschichtungsfolien auf den Markt bringen. Das «Real Folding Window» soll flexibel, aber dennoch hart wie Glas und resistent gegen Risse beim Falten sein.

Die für Risse anfälligen Plastikschutzfolien bei biegbaren Displays von Smartphones, wie etwa beim Samsung Galaxy Z Fold, und anderen Gadgets sollen durch ein neues Deckmaterial ersetzt werden. Eines, das sich hart wie Glas anfühlt. Diese gute Idee will nun LG in die Realität umgesetzt haben. Ab 2023 sollen dank dem neuen «Real Folding Window» genannten Deckmaterial die Probleme der heutigen Schutzfolien passé sein.

Und noch mehr: LG will mit dem neuen Glas sogar aufrollbare Displays ermöglichen, was durch Auftragung auf ein flexibles OLED-Panel bewerkstelligt werden könnte. Ausserdem sollen die Faltlinien bei Geräten, die an der immer selben Stelle gebogen werden, mit dem Falt-Glas deutlich weniger sichtbar sein.

Doch wie hat LG das beim Real Folding Window bewerkstelligt? Die Pressemitteilung gibt leider keine Geheimnisse der Zusammensetzung des neuen Materials preis. Doch ist zumindest zu lesen, dass LG als Kernmaterial PET verwendet und den Kunststoff dann beidseitig mit dem neuen Material beschichtet. Eine Schicht soll dabei nur wenige Dutzend Mikrometer dick sein. Das dadurch entstehende Ersatz-Produkt für bisherige Polyamid-Folien soll dann dünner als herkömmliches gehärtetes Glas sein, dennoch dieselbe Härte aufweisen und obendrauf länger haltbar sein.

Ob es LG gelingt, den bisherigen Folienanbietern damit ein Schnippchen zu schlagen, bleibt abzuwarten. Erst muss das Folding Window 2023 auf den Markt kommen und überzeugen. Danach dürften heutige Platzhirsche des flexiblen Deckmaterials, des dehnbaren PET, wie der deutsche Hersteller Schott, ins Schwitzen geraten. Insbesondere, da LG auch verkündet, mit ihrer neuen Technologie nicht nur besser, sondern auch günstiger zu sein.

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Martin Jud
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Editor, Zürich

Der tägliche Kuss der Muse lässt meine Kreativität spriessen. Werde ich mal nicht geküsst, so versuche ich mich mittels Träumen neu zu inspirieren. Denn wer träumt, verschläft nie sein Leben.

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