Trailer Tuesday, Community Edition: Die Trailer zu euren Lieblingsfilmen

Trailer Tuesday, Community Edition: Die Trailer zu euren Lieblingsfilmen

Luca Fontana
Luca Fontana
Zürich, am 21.04.2020

Neue Woche, neuer Trailer Tuesday. Dieses Mal: Eure Lieblingsfilme – letzte Woche in einer Umfrage eruiert, ohne bestimmte Rangfolge. Über die stimmt ihr nämlich heute ab.

Letzte Woche habe ich euch gefragt, was euer Lieblingsfilm ist, um die fünf meistgenannten auf die Liste zu nehmen. Gesagt – getan.

*Trailer Tuesday, Gold Edition:** Die Trailer zu den erfolgreichsten Filmen aller Zeiten*Trailer Tuesday, Gold Edition:** Die Trailer zu den erfolgreichsten Filmen aller Zeiten
HintergrundAudio

Trailer Tuesday, Gold Edition: Die Trailer zu den erfolgreichsten Filmen aller Zeiten

Die Liste selbst ist nach Release-Datum sortiert. Das hat seinen Grund: Zum Schluss möchte ich, dass ihr selber darüber abstimmt, welcher nun der beliebteste Film der digitec- und Galaxus-Community ist.

Terminator 2: Judgment Day

Dada-dam-ta-dam! Immer, wenn ich an «Terminator» denke, tönt irgendwo in meinem Kopf das ikonische Musik-Thema. Bei dir jetzt auch? Gern geschehen. Geschrieben wurde es von Brad Fiedel für den 1984er «The Terminator». Damals noch ein waschechter Horrorfilm im Sci-Fi-Gewand. Sieben Jahre später dann die Fortsetzung: «T2: Judgement Day», ein bombastischer Actionfilm mit bahnbrechenden visuellen Effekten.

Horror? Ja, ein bisschen.

Aber: «Terminator 2» ist mehr als bloss Action und Bombast. Es ist die unerwartet emotionale Tiefe seiner menschlichen – und nichtmenschlichen – Figuren, die den Film zu mehr machen als reine Popcorn-Unterhaltung. Tatsächlich kullern mir jedes verdammte Mal waschechte Männertränen die Wangen runter, wenn der Terminator sich selbst zerstörend den Daumen hebt. Ach, hasta la vista, mein Freund. Hasta la vista…

*«Terminator: Dark Fate»** ist grossartig – dank Linda Hamilton als Sarah Connor*«Terminator: Dark Fate»** ist grossartig – dank Linda Hamilton als Sarah Connor
ReviewAudio

«Terminator: Dark Fate» ist grossartig – dank Linda Hamilton als Sarah Connor

Kinostart: 3. Juli 1991
Einspielergebnis: 516,9 Millionen Dollar

The Matrix

Was ist die Matrix?

Der Trailer gibt nur indirekt Antwort. Die Matrix sei die Welt, die über unsere Augen gestülpt werde, um die Wahrheit zu verbergen. Welche Wahrheit? Kein Wort. Kein Wort über Maschinen. Kein Wort über Simulationen. Kein Wort über die reale, kaputte Welt. Nur verrückte Effekte und Stunts, die die Gesetze der Physik brechen. Und dann Morpheus bedeutungsschwangere Worte:

«You can’t be told what the matrix is, you have to see it for yourself.»

Perfektes Marketing.

Apropos: Falls du dich für Matrix-Theorien, Neu-Interpretationen und Jean Baudrillards «Simulacra and Simulation» interessierst, dann habe ich da was für dich...

Neo aus *The Matrix** hat keine Persönlichkeit – oder doch?Neo aus *The Matrix** hat keine Persönlichkeit – oder doch?
Hintergrund

Neo aus The Matrix hat keine Persönlichkeit – oder doch?

Kinostart: 31. März 1999
Einspielergebnis: 465,3 Millionen Dollar

Kingdom of Heaven

Wirklich? Ihr überrascht mich. Positiv. Denn «KoH» ist auch einer meiner Favoriten – also der Director’s Cut. Der hat mich 2007 so nachhaltig beeindruckt, dass mein 13 Jahre jüngeres Ich versucht hat, eine Filmkritik zu schreiben. Die Betonung liegt auf «versucht».

Dabei war die 2005er-Kinoversion eine Verkrüppelung dessen, was Regie-Legende Ridley Scott eigentlich vorschwebte – bestenfalls. Nicht, dass 20th Century Fox Scott nach «Gladiator» nicht traute. Aber die Produktionskosten beliefen sich auf etwa 130 Millionen Dollar. Ziemlich viel für einen überlangen Film über Religionskriege, das sich mehr mit den inneren Konflikten seiner Figuren beschäftigt als mit dem Zeichnen epischer Schlachtengemälder. Würde das die Massen ins Kino locken?

Never, meinte das Studio. Also wurde Scott gezwungen, 45 Minuten Film rauszuschneiden. Hauptsächlich Material, das «nur» für die charakterisierung der Figuren wichtig ist – nicht für die Story. Im Making-of beschreibt es die offensichtlich frustrierte Cutterin Dody Dorn, die auch James Camerons «The Abyss» oder Christopher Nolans «Memento» geschnitten hat, so:

«Die Schnitte, oder diese Löcher, zu denen uns das Studio zwang, waren keine Story-Löcher. Es waren Charakter-Löcher. Ich wusste, dass die Story auch so funktionieren würde; sie würde uns einfach kalt lassen.»
Dody Dorn, Making-of zu «Kingdom of Heaven», Director’s Cut DVD

Wie Recht sie hat. Entsprechend die Kritikerreaktionen: «It feels spectacularly empty», sagte etwa Nev Pierce, BBC-Filmkritiker. Und so weiter. Darum: Guck dir, wenn überhaupt, nur den Director’s Cut an. Das ist die Film-Version, wie sie ursprünglich angedacht war. Eine Art «Game of Thrones» ohne Fantasy. Oder anders gesagt: ein Meisterwerk.

Kinostart: 4. Mai 2005
Einspielergebnis: 218,1 Millionen Dollar

The Dark Knight

«The Dark Knight» ist Heath Ledgers Film. Eigentlich. Obwohl er und sein «Joker» nur 25 Minuten lang darin vorkommen. Minuten, die aber so spektakulär gut gespielt sind, dass sie mit einem Oscar gewürdigt worden sind – zum ersten Mal überhaupt in der Geschichte der Comicverfilmungen. Der nächste, dem das gelingen würde, sollte Joaquin Phoenix sein. Für dieselbe Rolle. Ausgerechnet.

Nach Meinung von Sir Michael Caine, der in der «Dark Knight»-Trilogie den Butler Alfred Pennyworth spielt, habe Ledger gar Jack Nicholsons legendären Joker vom 1989er «Batman» übertroffen:

«Jack war eine Clownsfigur: Lustig, aber gleichzeitig ein mörderischer alter Onkel. Heath ist in eine ganz andere Richtung gegangen. Sein Joker ist ein Psychopath. Und angsteinflössend. Aber eine verdammte Offenbarung.»

Caine stützt seine Begeisterung auf die Penthouse-Szene in «The Dark Knight». Caine, der Ledger zuvor noch nie getroffen hatte, erschreckte sich bei dessen Joker-Performance so sehr, dass er glatt seinen Text vergass. Tatsächlich spricht Alfred kein Wort in jener Szene – das war im ursprünglichen Script noch anders.

Kinostart: 16. Juli 2008
Einspielergebnis: 1,004 Milliarden Dollar

Interstellar

«Interstellar» ist so ein Film, dessen Faszination sich mir erst später erschloss. Keine Ahnung, wieso. Das erste Mal gesehen habe ich den Film im Kino. Handwerklich fand ich ihn immer schon grandios. Aber die Themen… vermutlich hatte ich was anderes erwartet. Oder besser: gar nicht gewusst, was ich überhaupt erwarten soll. Und was ich gekriegt habe, war… anders.

Das ist es, was den Film ausmacht. Die Themen und deren Umfang, die alles andere als alltäglich sind. Gerade für Hollywood-Verhältnisse. Da werden hochkomplexe Konzepte abgehandelt, die von der Fragilität der Menschheit bis hin zu Zeit und Raum selbst reichen. Irgendwo dazwischen die tragische Vater-Tochter-Beziehung. Und das i-Tüpfelchen: Hans Zimmers perfekte Filmmusik.

Wie kann ich da nicht anders, als bei der ersten Sichtung total fasziniert, aber irgendwie auch ein wenig verwirrt, den Kinosaal zu verlassen?

Kinostart: 5. November 2014
Einspielergebnis: 677,4 Millionen Dollar


Jetzt seid ihr gefragt. Welcher euer oben gelisteten Lieblingsfilme ist tatsächlich euer ganz grosser Favorit? Finden wir’s heraus.

Was ist dein Lieblingsfilm?

Wähle einen Film aus:

Nächste Woche? Ich knöpf’ mir mal unsere Redaktion vor. Mal schauen, wer da welchen Lieblingsfilm hat.

14 Personen gefällt dieser Artikel


Luca Fontana
Luca Fontana

Editor, Zürich

Abenteuer in der Natur zu erleben und mit Sport an meine Grenzen zu gehen, bis der eigene Puls zum Beat wird — das ist meine Komfortzone. Zum Ausgleich geniesse ich auch die ruhigen Momente mit einem guten Buch über gefährliche Intrigen und finstere Königsmörder. Manchmal schwärme ich für Filmmusik, minutenlang. Hängt wohl mit meiner ausgeprägten Leidenschaft fürs Kino zusammen. Was ich immer schon sagen wollte: «Ich bin Groot.»

Diese Beiträge könnten dich auch interessieren