Trailer Tuesday, What-the-hell-Edition: Die miesesten Trailer zu den besten Filmen

Trailer Tuesday, What-the-hell-Edition: Die miesesten Trailer zu den besten Filmen

Luca Fontana
Luca Fontana
Zürich, am 07.04.2020

Manchmal ist nicht der Film scheisse, sondern der Trailer. Darum gibt’s diese Woche die miesesten Trailer zu Filmen, die eigentlich total sehenswert sind.

Letztes Mal habe ich dir ein paar der besten Trailer zu richtig miesen Filmen gezeigt. Diese Woche machen wir’s umgekehrt: die miesesten Trailer zu den besten Filmen.

*Trailer Tuesday, Fucked Edition:** Die besten Trailer zu den miesesten Filmen*Trailer Tuesday, Fucked Edition:** Die besten Trailer zu den miesesten Filmen
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Trailer Tuesday, Fucked Edition: Die besten Trailer zu den miesesten Filmen

The Abyss

Öhm, ja. Also ich bin ja schwer dafür, im Trailer nicht die ganze Handlung zu verraten (dazu komme ich noch). Aber der «The Abyss»-Trailer zeigt dann doch wenig. Und mit wenig meine ich nichts. Er zeigt eigentlich gar nichts. Ein bisschen Unterwasser-Szenerie und James-Cameron-isch-en-Siebesiech-Wischi-Waschi und so.

Kein Wunder, ist «The Abyss» von allen James-Cameron-Filmen der womöglich unbekannteste. Dabei ist der Film bis heute unerreicht in Punkto Unterwasser-Beklommenheit und Thrill. Und: Das rätselhafte Unterwasser-Vieh entstand komplett am Computer. Für 1989-Verhältnisse sieht es unfassbar realistisch aus. Tut es immer noch. Ein mehr als verdienter Oscar für die visuellen Effekte, würde ich meinen.

Kinostart: 11. August 1989

Braveheart

«In a land of timeless beauty, William Wallace was a man of peace. But when they threatened his world, he was driven to war.»

Freunde, willkommen in den kitschigen 1990ern, wo in jedem Trailer Don La Fontaines tiefe Stimme aus dem Off brummt und bedeutungsschwangere, aber nichtssagende Sätze faselt. Bestenfalls. Meistens repetiert sie nur das, was im Trailer eh schon zu sehen ist. Einfach, damit’s auch der Dümmste kapiert.

Und das, was der «Braveheart»-Trailer zeigt, ist im Wesentlichen eine Aneinanderreihung von wirren Schlacht- und schnulzigen Liebesszenen. Nichts – rein gar nichts – deutet auf einen der besten Filme der 1990er hin, der sogar mit fünf Oscars geehrt worden ist – unter anderem in der Kategorie «Bester Film» und «Beste Regie».

Kinostart: 24. Mai 1995

Cast Away

Tipp von Leser ArcTic.

«Cast Away» spoilert das Ende im Trailer... Case closed, man sieht sich nächste Woche.

Dem ist nichts hinzuzufügen. Wer das Ende spoilert, ist hässlich. Ausser: Hey, ist das James Horners Hauptthema aus Mel Gibsons «Braveheart»? Jup, ist es. Macht den Trailer aber auch nicht besser.

Kinostart: 22. Dezember 2000

The Cabin in the Woods

Ganz ehrlich? Bei diesem Trailer bin ich etwas zwiegespalten. Eigentlich halte ich ihn für ganz und gar furchtbar. Er gaukelt einen dieser lächerlichen 1970er-Horror-Slasher vor, wo eine Gruppe Teenies sich fernab der Zivilisation in einen Wald begibt. Sex, Drugs und Alkohol. Was Idioten-Teenies in Horrorfilmen halt so tun. Dann taucht das mordende Monster auf. Genauso wie all diese Klischees. Sexy Frauen, die garantiert sterben werden. Aus dem See auftauchende Monster. Gute Ideen wie «Wir sollten uns aufteilen, dann ist die Chance grösser, das Monster zu finden» und so.

Die Sache ist die: Gerade, weil der Trailer diesen durchschnittlichen Standard-Teenie-Horrorfilm verspricht, ist die Feststellung, dass es sich eigentlich um einen total immersiven und cleveren Thriller handelt, eine angenehme Überraschung. Und all die cleveren Wendungen dadurch unmöglich vorherzusehen. Ein Abtörner, der den Antörner umso erfreulicher macht – falls du ihn trotz mieser Vorschau noch sehen willst. Spricht das nun für oder gegen den Trailer?

Kinostart: 25. März 2010

Edge of Tomorrow

Hammer. Geiler. Film. Und meiner Meinung nach unverdient untervertreten in den Listen der besten Filme, die die 2010er-Jahre zu bieten hatten.

Das könnte am ultra-lahmarschig zusammengeschnittenen Trailer liegen, der mit dieser einlullenden Musik im Hintergrund rein gar nichts von der spannenden, tollen und gleichzeitig zu Herzen gehenden Story rüberbringt. Denn «Edge of Tomorrow» ist so viel mehr als einer dieser Tom-Cruise-Filme, in denen er der Larger-than-Life-Held ist, der reihenweise Aliens tötet.

Aber nö. Stattdessen killt der Trailer bestenfalls unsere Erwartungen.

Kinostart: 28. Mai 2014


Bonus: Independence Day: Resurgence

Eigentlich ein Tipp zum Thema «beste Trailer zu den miesesten Filmen» von Leser orange71113nero. Aber das Beispiel ist zu gut, um nicht erwähnt zu werden.

Ich mochte den ersten damals als Kind sehr, hatte also echte Vorfreude auf den. Aber er war so langweilig. Mehr als ne 5/10 ist nicht drin und ein zweites Mal sehen muss ich den auch nicht. Hab den ersten sicher ein dutzend Mal im Leben gesehen.

Düster. Bedrohlich. Gänsehaut verpassend. Ein fantastischer Trailer zur Fortsetzung des Kultfilms «Independence Day». Auch, weil er mit den Schauspielern von damals – Jeff Goldblum und Bill Pullman – die nostalgischen Noten punktgenau trifft. Und dann, im Off, die packende Präsidenten-Rede aus dem ersten Teil. So sieht Trailer-Perfektion aus...

… und eine Fortsetzung zum Vergessen.

Kinostart: 22. Juni 2016


Nächste Woche machen wir was Neues. Was, weiss ich selber noch nicht so genau. Oder hast du eine gute Idee? Schreib’s in die Kommentare.

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Luca Fontana
Luca Fontana

Editor, Zürich

Abenteuer in der Natur zu erleben und mit Sport an meine Grenzen zu gehen, bis der eigene Puls zum Beat wird — das ist meine Komfortzone. Zum Ausgleich geniesse ich auch die ruhigen Momente mit einem guten Buch über gefährliche Intrigen und finstere Königsmörder. Manchmal schwärme ich für Filmmusik, minutenlang. Hängt wohl mit meiner ausgeprägten Leidenschaft fürs Kino zusammen. Was ich immer schon sagen wollte: «Ich bin Groot.»

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