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Produkttest

Den Boden saugen und wischen zum Sparpreis

Der TP-Link Tapo RV50 Pro Omni kann alles, was ein Saugroboter können muss – und das zu einem Bruchteil des Preises eines Topgeräts. Abstriche musste ich im Test nur wenige machen.

Ich habe eine unkomplizierte Wohnung: keine Schwellen, viel Plattenboden und nur kleine Teppiche. Der TP-Link Tapo RV50 Pro Omni ist dafür prädestiniert. Er bietet die Basisfunktionen zu einem günstigen Preis. Zum Testzeitpunkt kostet er 400 Franken oder 500 Euro. Das ist ein Bruchteil der aktuellen Topgeräte, die 1000 bis 1500 Franken oder Euro vom Budget abknöpfen. Irgendwo muss TP-Link logischerweise sparen. Doch wie sehr merke ich das im Testalltag?

Reinigung gut genug – und clever

Der Roboter hat eine Saugkraft von 15 000 Pascal. Das ist auf dem Papier nur halb so viel wie teure Konkurrenten. Aber: Im Alltag reicht das zumindest auf Hartböden problemlos aus. Meine zwei kleinen Teppiche saugt er ebenfalls sauber. Hier muss sich das günstige Modell gar nicht verstecken.

Das System erkennt die textile Struktur und zeigt sie mir in der App an. Ich kann sie dort als «Teppich» eintragen. Sobald ich einen Putzdurchgang mit Saugen und Wischen einstelle, deponiert der Roboter die zwei runden Mopps vorerst in der Basisstation und saugt die zwei Teppiche. Danach fährt er zurück zur Station, dockt die Mopps an und saugt und wischt die restlichen Flächen.

Der Roboter kann die Mopps abwerfen, wenn sie nicht gebraucht werden.
Der Roboter kann die Mopps abwerfen, wenn sie nicht gebraucht werden.

Wer den Roboter regelmässig nutzt, hat zwar keine perfekt bis ins Detail sauberen Böden, aber eine hohe Grundsauberkeit. In den Ecken bleiben gerne mal Krümel liegen, da der Tapo RV50 Pro Omni die Seitenbürste nicht ausfahren kann. Ein Mopp dagegen streckt sich zur Seite aus und wischt die Kanten.

Überzeugend ist die «Tangle-Free Cutting Brush». Nach jeder Reinigung schneidet sie alle verwickelten Haare aus der Bürste. Dieses Feature ist in dieser Preisklasse alles andere als selbstverständlich – und es erspart mir mühsame Handarbeit. Gleiches gilt für die selbstreinigende Dockingstation: Sie wäscht die Mopps mit 60 Grad heissem Wasser und trocknet sie mit 50 Grad warmer Luft.

Die Wartungsarbeit beschränkt sich dank dieser Features darauf, Frischwasser aufzufüllen und das Abwasser zu leeren. Was auffällt: In der Schale, in der die Mopps gereinigt werden, bleibt viel Schmutz zurück – ich reinige sie alle zwei bis drei Wochen. Das ist zum Glück sehr einfach: rausnehmen, unter fliessendem Wasser ausspülen, trocknen – fertig.

In der Auffangschale sammelt sich ziemlich viel Schmutz.
In der Auffangschale sammelt sich ziemlich viel Schmutz.

Wer denkt, dass so ein günstiger Roboter besonders laut ist, der täuscht sich. Im Gegenteil: Der Tapo RV50 Pro Omni gehört zu den leisesten Modellen, die ich bisher getestet habe. In einem Meter Abstand messe ich 57 Dezibel. Die lautesten Roboter sind gefühlt doppelt so laut. Denn 10 Dezibel Unterschied bedeuten fürs Gehör eine Verdoppelung der Lautstärke.

Navigation auch ohne Kamera präzise

Der RV50 Pro Omni setzt auf zwei Laser zur Orientierung und verzichtet auf Kameras. Es werden also keine Bilder der Wohnung aufgezeichnet und analysiert. Bei der Navigation ist das kein Nachteil. Das merke ich schon bei der Kartenerstellung. Der günstige Roboter braucht für meine Wohnung nur elf Minuten. Das ist ein ausgezeichneter Wert, der mit den Resultaten der Topgeräte vergleichbar ist.

Auch die Qualität der erstellten Karte stimmt. Die meisten Zimmer hat das System erkannt und abgetrennt. Die notwendigen Korrekturen kann ich schnell und unkompliziert in der App vornehmen. Diese wirkt übersichtlich und intuitiv bedienbar. Auch hier merke ich keinen Unterschied zu viel teureren Geräten.

Die App ist übersichtlich und gut bedienbar.
Die App ist übersichtlich und gut bedienbar.

Im Alltag macht die Navigation keine Schwierigkeiten. Der RV50 Pro Omni verfährt sich nie und findet den Weg zur Basisstation problemlos. Auch wenn ich nur ein spezifisches Zimmer reinigen will, fährt der Roboter das gezielt an.

Aufräumen ist Pflicht – und hoch gebaute Möbel

Nur bei der Hinderniserkennung merke ich, dass der Roboter ohne Kamera unterwegs ist. Katzenspielzeug und Kabel auf dem Boden sind ein Problem: Der RV50 Pro Omni fährt einfach drüber und verheddert sich manchmal. Ich muss also aufräumen, damit keine Kleinteile herumliegen und die Kabel hinter Möbeln verstecken. Das ist klar ein Nachteil gegenüber Modellen von Dreame, Roborock, Ecovacs und Co. aus der Ober- und Mittelklasse, denn diese weichen Kabeln und kleinen Hindernissen zuverlässig aus.

Ein zweites Problem ist die Bauhöhe des Geräts mit rund 10,2 Zentimetern. Damit kommt er nicht unters Sofa und nicht unters Bett. Viele Konkurrenten messen zwar nur knapp unter zehn Zentimetern, aber das reicht aus, um auch die Flächen unter den zwei Möbelstücken zu putzen.

Keine Kamera, nur Laser – aber der Turm ist hoch.
Keine Kamera, nur Laser – aber der Turm ist hoch.

Der Roboter von TP-Link kann wohl die Höhe nicht ganz so genau abschätzen wie andere Modelle. Beim Sofa wären zwei oder drei Millimeter Abstand zur Kante, trotzdem fährt das Gerät nicht darunter. Beim Bett ist nur die äusserste Kante sehr tief – da liegt nur ein Millimeter zwischen Laserturm und Gestell. Trotzdem hat der Roboter alle zwei Wochen einen Ausflug unters Bett gewagt und jeweils keinen Ausweg mehr gefunden. In der App bekomme ich daraufhin eine Warnmeldung, sehe auf der Karte, wo der Roboter steckt, und befreie ihn.

Die Basisstation birgt eine Überraschung

Die Garage für den Roboter ist ungewöhnlich konstruiert. Die zwei Tanks fürs Frischwasser und Abwasser werden einfach draufgestellt – bei fast allen anderen Modellen sind sie noch von einem Gehäuse umgeben. So lassen sie sich einfach wegnehmen und wieder hinstellen. Allerdings muss ich auch aufpassen, dass der Tank genau auf dem Stutzen sitzt, wo sich die Verbindung zur Basisstation befindet. Zweimal in sechs Wochen habe ich ihn zu wenig präzise aufgesetzt – daraufhin ist ein wenig Wasser ausgelaufen. Zum Glück nicht auf den Boden, sondern aufs Gehäuse, auf dem die Tanks stehen.

Die Tanks sind nur auf der Basisstation aufgesetzt.
Die Tanks sind nur auf der Basisstation aufgesetzt.

Eine Überraschung steckt im Abwassertank. Dort sitzt ein Aktivkohlefilter gegen Geruch. Er funktioniert richtig gut. Wenn ich das schmutzige Wasser auch mal vier oder fünf Tage nicht leere, fängt es nicht an zu stinken. Ohne Filter ist das bereits nach einem oder zwei Tagen der Fall. Darum habe ich bisher immer auf Hausmittelchen wie Natron oder Mundspülung gesetzt.

Der Filter hält rund drei Monate und muss danach ausgetauscht werden. Ich kann den Behälter aber auch problemlos ohne ihn nutzen – oder den Filter nur einsetzen, wenn ich zum Beispiel ein paar Tage weg bin und das Abwasser nicht leeren kann. Erstaunlich, dass bisher kein anderer Hersteller auf diese Idee gekommen ist.

Der Aktivkohlefilter im Abwassertank hilft, Gerüche zu verhindern.
Der Aktivkohlefilter im Abwassertank hilft, Gerüche zu verhindern.

Nicht alle Geräte in dieser Preisklasse lassen den Roboter automatisch mit Reinigungsmittel den Boden wischen. TP-Link hat dies mit einer Kartusche statt eines Tankes gelöst. Das ist zwar bequem, weil ich einfach die fertige Lösung einklinken kann, aber ich bin auch auf die Kartuschen des Hersteller limitiert.

Tiefster Stand-by-Verbrauch bisher

In einem Bereich schlägt das günstige Modell alle bisher getesteten: Ich messe einen Stromverbrauch von 1,4 Wattstunden (Wh) im Stand-by-Betrieb, wenn der Roboter nichts macht und bereits voll geladen ist. Das ist im Vergleich mit der Konkurrenz der bisher beste Wert, aber immer noch nicht richtig gut: Ein Stand-by-Verbrauch von unter einem Watt wäre aber wünschenswert und technisch problemlos möglich. Mit dem durchschnittlichen Schweizer Strompreis gerechnet zahle ich übrigens für die 12,3 kWh im Jahr knapp vier Franken.

Deutlich höher liegt der Stromverbrauch direkt nach dem Wischen, wenn die Rolle mit heissem Wasser gewaschen und danach mit warmer Luft getrocknet wird: Dann zieht der Roboter während mehrerer Stunden rund 70 Watt.

Fazit

Gut und günstig

Der TP-Link Tapo RV50 Pro Omni saugt und wischt den Boden sauber – nicht bis in alle Ecken, aber gut genug für diese Preisklasse. Auch ohne Kamera navigiert der Roboter nahezu perfekt. Die Basisstation sticht mit der Warmwasserreinigung der Mopps und dem Geruchsfilter im Abwassertank positiv heraus.

Angesichts des recht günstigen Preises bekommst du mehr Leistung als erwartet, auch wenn du in einigen Bereichen Abstriche machen musst. So erkennt der Sauger keine Hindernisse wie Spielzeug oder Kabel. Und er kommt mit über zehn Zentimetern Höhe nicht unter alle Möbel.

Pro

  • fairer Preis
  • gute Basisreinigung
  • Geruchsfilter
  • leise
  • tiefer Standby-Verbrauch

Contra

  • hoch gebaut
  • keine Kletterfunktion
  • schwache Reinigung in den Ecken

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Gadgets sind meine Passion – egal ob man sie für Homeoffice, Haushalt, Smart Home, Sport oder Vergnügen braucht. Oder natürlich auch fürs grosse Hobby neben der Familie, nämlich fürs Angeln.


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