

Drei Buchstaben, die du auf Gartenmöbeln siehst – und ab jetzt verstehst
GFB. GRC. Du hast diese Kürzel schon auf Möbeletiketten gesehen, kurz überflogen und nur Bahnhof verstanden. Ich auch – bis ich bei Kave Home nachgefragt habe.
GFB. Grüsse, freundliche… nein, das ist MFG. Glasfaser… Faserbeton? Näher dran. Glasfaserbeton – das ist es. Auf Englisch «Glass Fibre Reinforced Concrete», kurz GRC. Zwei Kürzel, ein Material: Je nach Hersteller begegnet dir die deutsche oder die englische Abkürzung. Das spanische Einrichtungslabel Kave Home und die französische Marke Am.Pm schreiben beide GRC auf die Etikette.
GFB respektive GRC siehst du inzwischen überall: auf Beistelltischen, Pflanzgefässen, Couchtischen. Wer weiss, was dahintersteckt, kauft besser. Und weiss vor allem, wo das Material glänzt und wo es lieber nichts zu suchen hat.
GFB steht für Glasfaserbeton
Glasfaserbeton verbindet Zement, Sand und Wasser mit alkaliresistenten Glasfasern. Diese verstärken den Beton von innen heraus. Das Resultat siehst du: Tische daraus wirken nicht wie ein Fundament, sondern wie Designobjekte.

Quelle: Am.Pm
Was GFB schafft, woran normaler Beton scheitert
Der entscheidende Unterschied liegt in der Form. Durch die Glasfasern lassen sich komplexe Geometrien verwirklichen, die mit herkömmlichem Beton undenkbar wären. Dünne Wandstärken, geschwungene Silhouetten, glänzende Oberflächen. Für Gartenmöbel heisst das konkret: robust genug für draussen, leicht genug zum Verschieben, schön genug fürs Wohnzimmer.
Was GFB nicht ist
Gartenmöbel in glänzendem Finish sehen oft aus wie Keramik. Ich habe Kave Home gefragt, ob die Ähnlichkeit bei der Produktserie «Albanella» Absicht ist. Sie ist es: Das Material soll ein elegantes, zeitgemässes Finish liefern, das an Keramik erinnert.

Quelle: Kave Home

Quelle: Kave Home
Im Alltag zeigen sich aber Unterschiede. GFB fühle sich wärmer und organischer an, erklärt Kave Home – mit einer natürlicheren Präsenz, während Keramik kühler und gleichmässiger wirke. Und Keramik ist pflegeleichter: GFB kann Flüssigkeiten absorbieren, wenn die Oberfläche nicht versiegelt ist.
Wie aufwendig ist die Pflege wirklich?
Produktbeschreibungen erwähnen Steinschutzmittel und Winterlager. Klingt nach Arbeit. Kave Home schreibt dazu: «Das Auftragen ist weder kompliziert noch zeitaufwendig. Pro Anwendung braucht es 15 bis 30 Minuten.» Zweimal pro Jahr, fertig. Was passiert, wenn du es weglässt? «Der Tisch nimmt keinen strukturellen Schaden und verliert auch nicht seine Funktion, aber das Aussehen leidet.» Flecken setzen sich leichter fest, der Glanz lässt nach, und die materialtypischen Mikrorisse werden sichtbarer.
GFB vs. Teakholz vs. Aluminium
Laut Kave Home ist Aluminium «die langlebigste Wahl für vollständig exponierte Aussenbereiche» – es rostet nicht, ist leicht, und Wetter kann ihm nichts anhaben. Teakholz hält draussen mit Pflege gut durch, kann aber über Zeit leicht reissen. GFB liegt dazwischen: alltagsrobust, aber nicht für Dauerfrost oder Starkregen gemacht – besser für überdachte Aussenbereiche oder drinnen.

Quelle: Am.Pm
Aus Umweltperspektive ist es komplizierter, wie Kave Home festhält: Zement hat einen hohen CO₂-Fussabdruck, die Glasfasern machen aber weniger Menge nötig. Teak ist nachhaltig, wenn es FSC-zertifiziert ist. Aluminium ist energieintensiv in der Herstellung, aber zu 100 Prozent recycelbar.
Lohnt sich GFB?
Ja – wenn du weisst, worauf du dich einlässt. Es sind schöne Tische, aber keine Selbstläufer. Wer keinen Aufwand will, greift zu Aluminium. Wer Charakter will, nimmt GFB.
Wie ein Cheerleader befeuere ich gutes Design und bringe dir alles näher, was mit Möbeln und Inneneinrichtung zu tun hat. Regelmässig kuratierte ich einfache und doch raffinierte Interior-Entdeckungen, berichte über Trends und interviewe kreative Köpfe zu ihrer Arbeit.
Praktische Lösungen für alltägliche Fragen zu Technik, Haushaltstricks und vieles mehr.
Alle anzeigen






