Ein erster Blick auf Android 12
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Ein erster Blick auf Android 12

Jan Johannsen
Hamburg, am 19.02.2021
Google hat die erste Developer Preview von Android 12 veröffentlicht. Der Name «Entwicklerversion» ist hier ernst gemeint: Für Nutzer*innen gibt es noch nicht viel zu sehen, für Entwickler*innen dafür umso mehr.

Android 11 hat es bisher nur auf eine überschaubare Zahl an Smartphones geschafft, da geht die Arbeit an Android 12 schon in die nächste Runde. Vorerst sollen sich Entwickler*innen mit Android 12 vertraut machen und zum Beispiel ihre Apps an neue Schnittstellen anpassen. Aber auch erste optische Veränderungen sind schon zu sehen, die sich aber bis zur finalen Version noch ändern können. Um die soll es hier gehen. Für alle technischen Details im Hintergrund verweise ich auf die Developer Platform von Google oder die XDA-Developers.

Falls dir von den genannten Neuerungen einige bekannt vorkommen, liegt es wahrscheinlich daran, dass der Hersteller deines Smartphones eine entsprechende Funktion bereits in dessen Benutzeroberfläche eingebaut hat, sie aber noch nicht zum Standardumfang von Android gehört.

Optische Anpassungen, neue Menüpunkte und Emojis für Screenshots

Wischst du die Benachrichtigungen nach unten, fallen kleine Veränderungen auf. So ist das App-Symbol in der oberen linken Ecke der Benachrichtigung jetzt von einem Kreis umrandet. Der Text der Benachrichtigung ist weiß und nicht mehr im gleichen Grauton wie die Dachzeile. Ebenfalls neu ist ein Snooze-Button, mit dem du die Benachrichtigungen einer App für eine gewisse Zeit ausstellen kannst. Etwa, wenn im Gruppen-Chat gerade die Post abgeht, du aber deine Ruhe willst.

Kleine optische Änderungen an den Benachrichtigungen.
Kleine optische Änderungen an den Benachrichtigungen.

Außerdem kannst du in Android 12 gezielt wählen, welche App einen Mediaplayer in den Schnelleinstellungen anzeigen darf. Über die Schnelleinstellungen lässt sich jetzt auch schneller zwischen per Bluetooth verbundenen Geräten wechseln, etwa von Lautsprechern zu Kopfhörern.

Welche Mediaplayer willst du in den Schnelleinstellungen haben?
Welche Mediaplayer willst du in den Schnelleinstellungen haben?

«Sicherheit und Notfälle» ist in Android 12 ein eigener Bereich in den Einstellungen und erleichtert es dir, die Notfallinformationen auf dem Smartphone zu pflegen. In den Einstellungen wird jetzt bei Ein-Aus-Schaltern durch einen Bestätigungshaken oder ein Minuszeichen noch deutlicher, in welcher Stellung sie sich befinden. Bisher aber nur bei übergreifenden Schaltern und nicht bei allen.

Die Notfalleinstellungen sind besser zu erreichen und liefern auch das Beispiel für den Bestätigungshaken beim übergeordneten Schalter.
Die Notfalleinstellungen sind besser zu erreichen und liefern auch das Beispiel für den Bestätigungshaken beim übergeordneten Schalter.

Die Rastergrößen für die App-Symbole auf der Startseite lassen sich erst seit dem Pixel 5 in der Standardausführung von Android verändern. Mit einem 4×5-Raster enthält die Developer Preview die erste asymmetrische Option. 5×5 ist der Standard und 4×4, 3×3 und 2×2 die bisherigen Optionen.

Das erste asymmetrische Raster.
Das erste asymmetrische Raster.

Screenshots kannst du in Android 12 mit Texten und Emojis versehen. Dafür musst du direkt nach ihrer Erstellung auf «Bearbeiten» klicken. Über die Fotos-App steht diese Form der Bearbeitung nachträglich nicht zur Verfügung. Da hilft weiterhin nur der Griff zu anderen Apps.

Zusätzliche Bearbeitungsmöglichkeiten für Screenshots.
Zusätzliche Bearbeitungsmöglichkeiten für Screenshots.

WLAN-Passwörter kannst du mit Android 12 nicht nur per QR-Code teilen, sondern über die Nearby-Funktion auch drahtlos mit Geräten in der Nähe teilen. Hast du eine App im Vollbild geöffnet, beispielsweise Youtube, so musst du in Android 12 den Bildschirm nicht mehr antippen, um in diesem Beispiel die weiteren Vorschläge an Videos ins Bild ziehen zu können.

Alle Veränderungen sind noch nicht in Stein gemeißelt und werden jetzt ausgiebig getestet. Dass sie in der finalen Version von Android 12 genauso aussehen oder es überhaupt bis dahin schaffen, ist nicht garantiert.

Noch nicht sichtbare neue Funktionen

Zu Developer Previews und Beta-Versionen von Software gehört, dass noch lange nicht alle neuen Funktionen sichtbar sind und fehlerfrei funktionieren. Das ist bei der DP1 von Android 12 nicht anders. Hier haben aufmerksame Entwickler*innen bereits rollende Screenshots, die zum Beispiel eine ganze Webseite und nicht nur den sichtbaren Bereich speichern, einen Ein-Hand-Modus oder die Option, Kameras und Mikrofone mit einem Schalter für das gesamte System abzuschalten, entdeckt.

Diese dürften in den nächsten Monaten sichtbar werden.

Wie es weitergeht

Die Developer Preview 1 von Android 12 steht bisher nur für Pixel-Smartphones ab dem Pixel 3 zur Verfügung und gehört nicht auf ein Smartphone, das du im Alltag nutzen willst. Eine volle Funktionalität ist nicht garantiert. Offensichtlich wird dies unter anderem daran, dass noch nicht alle Bereiche aus dem Englischen übersetzt sind. Oder mir die Einstellungen nach dem Update anzeigen, dass Android S läuft, bei der Suche nach einem Systemupdate aber noch steht, ich hätte Android 11 installiert. Die Easteregg-Animation nach mehrfachem Klicken auf die Android-Version zeigt auch noch die von Android 11.

Der Zeitplan von Google sieht vor, dass im März und April 2021 weitere Entwicklerversionen von Android 12 folgen. Ab Mai sollen über den Sommer Beta-Versionen erscheinen, die vom Erscheinungsbild und Funktionsumfang schon näher an der finalen Version sind und – anders als die Developer Previews – durchaus zum Ausprobieren durch Nutzer*innen ausgelegt sind. Ab August geht Google dann die Stabilität der Plattform an. Einen genauen Termin für die Fertigstellung von Android 12 gibt es noch nicht. In den letzten Jahren erschienen die finalen Versionen zwischen August und Oktober – und dann heißt es oft noch Geduld haben, bis der Hersteller deines Smartphones das Update adaptiert hat.

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Die Liste der hier aufgezählten Veränderungen und neuen Funktion ist nicht abschließend und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Falls du noch weitere spannende Neuerungen entdeckst, schreib sie gerne in die Kommentare.

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Jan Johannsen
Jan Johannsen

Redakteur, Hamburg

Als Grundschüler saß ich noch mit vielen Mitschülern bei einem Freund im Wohnzimmer, um auf der Super NES zu spielen. Inzwischen bekomme ich die neueste Technik direkt in die Hände und teste sie für euch. In den letzten Jahren bei Curved, Computer Bild und Netzwelt, nun bei Galaxus.de.

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