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Erster Avatar im Stadion: «Rapidini» erfüllt Herzenswünsche

Michael Restin
Michael Restin
Zürich, am 08.02.2022

Er sieht aus wie ein überdimensioniertes Babyfon und «Telepräsenzroboter» klingt nicht wirklich sexy. Doch der Avatar «Rapidini» ist nicht lächerlich, sondern bietet schwer kranken Kindern ein besonderes Stadionerlebnis.

Die jüngste Verpflichtung von Rapid Wien macht Schlagzeilen: Kein Neymar, sondern ein Avatar ist der neue Star beim österreichischen Rekordmeister. Der ist weder halbwegs ordentlich animiert wie die Meta-Version Mark Zuckerbergs noch in der Lage, sich durch virtuelle Welten zu bewegen. Er ist nur ein grauer Technologie-Klotz, der entfernt an einen Kopf erinnert. Aber die Idee dahinter ist schöner als jedes Metaversum: «Rapidini» holt schwer kranke Kinder aus der Isolation mitten ins Geschehen.

Mehr als ein Marketing-Gag

Das Gerät machte bei seiner Stadionpremiere den 9-jährigen Mu-Hao glücklich. Der konnte am Wochenende dank «Rapidini» hinter die Kulissen seines Lieblingsvereins blicken und unter anderem mit Spieler Jonas Auer ins Stadion einlaufen. «Ich durfte neben den Spielern und dem Trainer das Match sehen. Ich fühlte mich so, als hätte ich zusammen mit Rapid gespielt», lässt der Junge, der sich derzeit von einem Spitalaufenthalt erholt, in der Pressemitteilung des Vereins ausrichten.

Christoph Peschek, Geschäftsführer Wirtschaft bei Rapid Wien, mit «Rapidini» am Spielfeld.
Christoph Peschek, Geschäftsführer Wirtschaft bei Rapid Wien, mit «Rapidini» am Spielfeld.
Bild: SK Rapid/Red Ring Shots

Ein Telepräsenzroboter wie «Rapidini» kann nicht nur für emotionale Highlights sorgen, sondern kranken Kindern auch mehr Teilhabe am Alltag ermöglichen. Zum Beispiel in der Schule. Mit einer App als Schnittstelle werden Bild und Ton übertragen. Das Kind kann die Bewegung und Blickrichtung steuern, die Sprechlautstärke anpassen und über die Augen des Avatars Emotionen wie Freude, Trauer und Verwirrung ausdrücken.

Nicht jede Innovation im Fussballstadion ist eine gute Idee. Dieses Projekt unter dem Dach von «Rapid leben» schon. Vermutlich hat «Rapidini» am Wochenende viel gelacht.

Titelbild: SK Rapid/Red Ring Shots

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Sportwissenschaftler, Hochleistungspapi und Homeofficer im Dienste Ihrer Majestät der Schildkröte.


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