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Fairtrail Graubünden: für mehr Respekt und Toleranz in den Bergen

Das Projekt Fairtrail fördert im Kanton Graubünden ein respektvolles Miteinander auf Wander- und Bikewegen. Das Gesicht der Kampagne ist MTB-Profi Nino Schurter. Hier erfährst du mehr.

Rund 11 000 Kilometer umfasst das Wegenetz in den Bündner Bergen laut Fairtrail-Projektleiter Kevin Suhr. Dieses soll auch in Zukunft allen offen stehen, die ihre Freizeit mit Wandern, Biken, Joggen oder Spazieren verbringen. Zu diesem Zweck vermittelt die Kampagne einfache, aber wesentliche Regeln. Die Botschaften seien klar und einprägsam, wie Suhr in einer Medienmitteilung schreibt: «Dr Zuun schlüss i wieder, wenn i dura bin.» oder «I nimma mina Abfall wieder mit hai. Isch jo logisch!».

Einfache Verhaltensregeln für ein entspanntes Miteinander.
Einfache Verhaltensregeln für ein entspanntes Miteinander.
Quelle: Marco Hartmann

Koexistenz als nachhaltige Lösung

Die gemeinsame Nutzung der Wege in Graubünden sei keine Selbstverständlichkeit, so Kevin Suhr. «Gesetzlich gibt es keine generellen Bike-Fahrverbote auf Wanderwegen. Sensibilisierung statt Verbote lautet die Devise. Umfragen und persönliche Rückmeldungen zeigen, dass die Koexistenz bereits gut funktioniert, auch wenn vereinzelt Herausforderungen bestehen.»

Probleme könnten laut Suhr entstehen, wenn beispielsweise Weidezäune offen gelassen würden oder Wegnutzende sich unachtsam gegenüber Mutterkühen oder Herdenschutzhunden verhielten. Littering sowie Freizeitaktivitäten in der Dämmerung seien für viele Wildtiere eine grosse Herausforderung. Bedingt durch den gesellschaftlichen Wandel seien immer mehr urbane Gäste mit geringer Erfahrung im Umgang mit den alpinen Gegebenheiten in den Bergen unterwegs.

«Zudem gibt es einzelne unbelehrbare Wegnutzende. Diese Gruppe erreicht man nicht mit klassischen Kommunikationskanälen, hier braucht es alternative Ansätze.»

Vielfältige Massnahmen

Daher setzt Fairtrail auf eine Kombination aus direkten und indirekten Massnahmen zur Förderung der Koexistenz. Im Zentrum steht gemäss Kevin Suhr der Aufbau von Beziehungen, um dadurch Respekt und Toleranz zu fördern. Die Kampagne umfasst zahlreiche Massnahmen auf kantonaler und regionaler Ebene:

  • Fairdinands: Bike-Guides im Einsatz auf den Bündner Wegen für ein respektvolles Miteinander
  • Geschichten: schaffen Nähe zwischen Wegnutzenden und ihrer Umwelt
  • Kodex: klare Spielregeln für das Verhalten auf den Wegen
  • Giveaways: spielerische Erinnerungen an die Fairtrail-Regeln
Zwei Fairdinands im Einsatz.
Zwei Fairdinands im Einsatz.
Quelle: Rafi Krebs / BORN

Prominentes Gesicht

2025 ist erneut MTB-Profi Nino Schurter das Gesicht und Testimonial von Fairtrail Graubünden. «Nino Schurter ist für uns der geeignete Botschafter, um die Fairtrail-Haltung von Respekt und Toleranz zum Ausdruck zu bringen», sagt Martin Vincenz, CEO von Graubünden Ferien. «Der Mountainbike-Weltmeister und Olympiasieger ist in den Bergen zuhause und ist dort auch ohne Bike unterwegs. Er weiss, wie wichtig Rücksichtnahme auf gemeinsam genutzten Wegen ist und lebt dies vor», so Vincenz. Fairtrail bleibt jedoch nicht auf Graubünden beschränkt. Mittlerweile wird das Konzept auch in anderen Kantonen adaptiert, wie zum Beispiel in der Zentralschweiz.

Titelbild: Graubünden Ferien

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Vom Radiojournalisten zum Produkttester und Geschichtenerzähler. Vom Jogger zum Gravelbike-Novizen und Fitness-Enthusiasten mit Lang- und Kurzhantel. Bin gespannt, wohin die Reise noch führt.

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