

Klein, schnell, mobil – Catan geht auf Reisen
Catan bekommt ein Reiseformat für unterwegs. Eine Partie dauert rund 15 Minuten. Das klingt besonders für Ferien oder Zugfahrten attraktiv. Doch wird diese Schnellversion dem ursprünglichen Spiel gerecht?
«Catan on the Road» versteht sich offiziell als «fast and fun»-Variante für drei bis vier Spielende ab zehn Jahren. Die Grundidee bleibt vertraut: Du sammelst Rohstoffe, baust und handelst. Neu ist das Material. Statt Brett, Würfeln und Holzklötzchen nutzt das Spiel ausschliesslich Karten. Du ziehst Rohstoffe, baust aus einer gemeinsamen Auslage an verfügbarer Optionen und handelst mit der Bank oder direkt mit den Mitspielenden. Gewonnen hat, wer zuerst sieben Siegpunkte erreicht.

Quelle: Catan
Ein Detail sticht heraus, weil es ein typisches Catan-Problem direkt adressiert: Handel lohnt sich stärker als im Basisspiel. Wer bei einem Trade mitmacht, obwohl er nicht am Zug ist, zieht als Bonus eine zusätzliche Rohstoffkarte. Das reduziert passives Warten und macht Verhandlungen wahrscheinlicher.
Preislich zielt «Catan on the Road» klar auf einen Impulskauf. Im offiziellen Catan-Shop kostet das Kartenspiel 9.99 US-Dollar. Der Verkaufsstart der englischsprachigen Version ist für den 3. April 2026 geplant. Catan positioniert das Spiel damit bewusst niedrigschwellig: nicht als nächste grosse Erweiterung, sondern als kompaktes Einstiegs- und Unterwegsformat.

Quelle: Catan
Viel Catan Gefühl, wenig Platz für Tiefe
Ich sehe Catan primär als Verhandlungsspiel, nicht als reines Ressourcenpuzzle. Deshalb hängt der Erfolg von «Catan on the Road» davon ab, ob das Spiel die soziale Spannung bewahrt. Wird der Handel zwar schneller, aber zugleich bedeutungsloser, verwandelt sich Catan in ein Karten-Optimierungsspiel mit gelegentlichen Deals, die vor allem Bonuskarten auslösen. Dann bleiben vom Markenkern lediglich Optik und Begriffe übrig.
Der Bonusmechanismus kann jedoch auch das Gegenteil bewirken. Wenn sich das Eingreifen lohnt, rückt der Handel wieder ins Zentrum. In diesem Fall rechtfertigt das Schnellformat sich selbst: weniger Leerlauf, mehr Interaktion.
Unterm Strich überzeugt die Idee, der Preis ist bewusst niedrigschwellig, und die Regeln klingen interessant. Ob der Kern erhalten bleibt, entscheidet sich jedoch nicht an «portabel» oder «15 Minuten». Entscheidend ist, ob du am Ende noch das Gefühl hast, jemand habe dir gerade zu teuer Schafe abgekauft – und du bist froh darüber.

Würdest du «Catan on the Road» unterwegs spielen, oder ist Catan für dich ein Spiel, das Zeit und Tischfläche braucht? Schreib deine Einschätzung unten in die Kommentare.
Bezahlt werde ich dafür, von früh bis spät mit Spielwaren Humbug zu betreiben.
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