

Milch, Haferdrink, Kakao: Was kann der Milchschäumer von Severin?
Deine Kaffeemaschine hat keine Dampfdüse, aber du möchtest trotzdem einen Latte macchiato? Dann brauchst du einen Milchaufschäumer wie den «SM3589» von Severin. Ob das Gerät so guten Schaum produziert wie meine Siebträgermaschine, habe ich getestet.
Elektrische Milchaufschäumer gibt es inzwischen von fast jedem Kleingeräte-Hersteller. Severin schickt mit dem «SM3589» ein Modell ins Rennen, das mit drei Funktionen und einem einzigen Bedienknopf auskommen will.
Das steckt im Karton
Der Milchschäumer ist in Nullkommanichts ausgepackt, denn im Karton befinden sich lediglich fünf Teile: die Motoreinheit, ein Edelstahlkännchen samt Deckel sowie zwei Rühraufsätze.

Einen Designpreis wird Severin für den Milchaufschäumer vermutlich nicht gewinnen. Die Basis besteht aus Kunststoff in einer Art Sandfarbe. Es fühlt sich allerdings hochwertiger an, als es aussieht. Ein funktionaler, schlichter Küchenhelfer eben.
Ein-Knopf-Bedienung
Auf dem Gehäuse befindet sich ein einziger Knopf mit Soft-Touch. Entsprechend kompakt ist die beiliegende Anleitung. Das Gerät beherrscht drei Getränke:
- kalter Milchschaum
- warmer Milchschaum
- warme Milch oder Kakao
Das Einschalten und jeden Tastendruck quittiert der Severin mit einem Piepton, der sich (leider) nicht abschalten lässt. Mit jedem Druck auf die Taste wechsle ich zwischen den drei Modi. Die Bedienung des Geräts ist immer gleich: Quirl einsetzen, Milch oder Pflanzendrink einfüllen, Knöpfchen drücken, kurz warten, fertig.

Schaumqualität und Geschmack
Für den ersten Testlauf setze ich den Quirl auf die Nabe unten im Kännchen. Dann fülle ich gut gekühlte Kuhmilch mit 3,5 Prozent Fettanteil bis zur Minimalmarkierung ein. Das sind rund 100 Milliliter. Der Severin beginnt mit leicht schnarrendem Geräusch zu arbeiten.
80 Sekunden später piept das Gerät zweimal. Ich hebe neugierig den Deckel ab und bin positiv überrascht.
Der Schaum ist schön glänzend und hat eine gute, cremige Konsistenz. Mit dem «Bauschaum», den einige Vollautomaten produzieren, hat das nichts zu tun. Das Ergebnis des Severin ist mit leicht aufgeschlagener Sahne vergleichbar. So soll das sein. Ein Blick auf mein Thermometer zeigt eine Temperatur von knapp unter 60 Grad. Severin geht hier auf Nummer sicher und hält sich an die magische Grenze von 65 Grad, die jeden Milchschaum ruiniert, weil die Eiweiße sonst denaturieren.

Und der Geschmack? Der Schaum besitzt die leichte Süße, die ich erwartet habe, und überzeugt sensorisch im Mund. Schön fluffig.
Ich muss sagen: Der Milchschaum kommt schon sehr nah an das ran, was ich mit der Dampflanze meines Siebträgers produziere. Entsprechende Übung vorausgesetzt, bekommst du mit Dampf eben einen noch etwas feinporigeren und stabileren Schaum hin.
Nach dem Aufschäumen läuft der Lüfter im Severin noch ein paar Sekunden nach. Nach zwei Minuten schaltet sich das Gerät ab. Maximal kann dieses Modell 250 Milliliter Milch aufschäumen. Im Ergebnis gibt es ein Verhältnis von etwa 1:2, das entspricht bis zu 500 Milliliter Schaum. Kuhmilch kann das Ding also.
Laut Produktbeschreibung soll der kleine Helfer «alles» schäumen, also auch pflanzliche Alternativen. Das habe ich natürlich auch ausprobiert. Entschieden habe ich mich für den Haferdrink in der Barista-Variante von Oatly und den Mandeldrink von Alpro, ebenfalls in der Barista-Edition.

Die Ergebnisse sind absolut vergleichbar. Wobei mir die Konsistenz des Mandelschaums etwas besser gefallen hat. Generell solltest du bei pflanzlichen Alternativen auf Produkte mit dem Zusatz «Barista» achten. Sie besitzen einen hohen Fett- und Proteingehalt – und schäumen dadurch ähnlich gut und stabil wie Kuhmilch. «Normaler» Hafer-Schaum fällt schnell wieder zusammen.
Und zum Abschluss: kalter Kaffee und heiße Schokolade
Da draußen 30 Grad herrschen, teste ich zum Schluss noch meinen liebsten Sommer-Kaffee: Iced Coffee à la Stephan. Dazu benötige ich kalten Milchschaum. Den produziert der Severin anstandslos. Dabei rührt er allerdings nur Luft unter die Milch. Den feinporigen Schaum muss ich also schnell verbrauchen, bevor er zusammenfällt.
Da das Wetter für Norddeutschland untypisch sommerlich bleibt, mache ich mich widerwillig an den letzten Test. Heiße Schokolade trinke ich lieber im Winter. Da ich keine Schokoraspel im Haus habe, beschränke ich mich auf Trinkschokolade. Dazu muss ich die kleine Abdeckung auf den Quirl setzen (damit das Pulver nicht verklebt) und das Programm starten. Severin weist in der Anleitung darauf hin, dass das Pulver erst zugegeben werden soll, wenn die Milch bereits gerührt wird.
In diesem Modus arbeitet das Gerät deutlich langsamer. Für Trinkschokolade kann ich bis zu 400 Milliliter Milch einfüllen. Nach 3 Minuten und 53 Sekunden ist die 63 Grad warme Trinkschokolade fertig. Schmeckt lecker, aber ich bleibe dabei: Passt besser in den Winter.
Reinigung und Pflege
Der Milchaufschäumer ist pflegeleicht. Für das Gehäuse reicht feuchtes Abwischen. Die Rührkanne aus Edelstahl darf in die Spülmaschine. Da der Griff aber aus Kunststoff besteht, wasche ich die Teile lieber per Hand. Nach meinen Erfahrungen verblassen Kunststoffe beim häufigen Maschinenspülen schnell.
Fazit
Tolles Gerät für (fast) perfekten Milchschaum
Pro
- leckerer Milchschaum mit fast perfekter Textur
- einfache Bedienung
- leicht zu reinigen
- Preis-Leistung ist absolut in Ordnung.

Hamburger, Leseratte, Eishockey-Fan. Papa und Grosspapa. Bastelt ständig an seinem Smarthome herum. Interessiert an DIY, Outdoor, Mode und Kosmetik.
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