

Mit diesem günstigen Tapo-Set rüste ich mich gegen Einbrecher
Wenn sich mitten in der Nacht plötzlich die Balkontüre der Ferienwohnung öffnet, obwohl ich gar nicht dort bin, bekomme ich das mit. Und kann einen Einbrecher vielleicht mit Sirenengeheul vertreiben.
Kürzlich wurde im Appartementkomplex eingebrochen, in dem wir eine Ferienwohnung haben. Nicht bei uns zum Glück. Trotzdem war die Aufregung und Empörung in der Whatsapp-Gruppe der Eigentümer gross. Die Verwaltung wurde beauftragt, ein Sicherheitskonzept zu erstellen, Angebote für Überwachung und Einbruchschutz wurden eingeholt. Die Offerte sorgte zumindest bei mir für Ernüchterung: Einen vierstelligen Betrag wollte ich nicht investieren. Die Summe steht in keinem Verhältnis zum Wert der Sachen in der kleinen Wohnung.
Ein wenig mehr Sicherheit hätte ich trotzdem gern. Da scheint mir das «Smart Sensor Starter Kit» ein gutes Angebot. Vor einigen Monaten hat es der chinesische Konzern TP-Link unter der Marke Tapo auf den Markt gebracht. Das T30 Kit enthält alles, um eine Basic-Sicherheitslösung zu bauen:
- Tapo H100: Dieser dient als zentraler IoT-Hub, wird in einer Steckdose platziert und verbindet sich mit dem WLAN.
- Tapo T100: Der Bewegungssensor wird per Batterie (CR2450) betrieben und verbindet sich via Matter mit dem Hub.
- Tapo T110: Im Set sind zwei dieser Kontaktsensoren enthalten. Sie werden mit Batterien (CR2032) betrieben. Sie bestehen aus zwei Elementen und werden am Rahmen von Türen und Fenstern angeklebt.

Für etwas mehr als 50 Franken bekommst du also alles, um zum Beispiel eine Balkon-Schiebetür und ein Fenster mit den Kontaktsensoren auszustatten. Der Bewegungssensor kann gut versteckt in der Wohnung platziert werden. Er ist mit etwas mehr als vier Zentimeter schön klein und wird per Magnet oder Klebestreifen befestigt. Ein Kugelgelenk hilft, damit ich den richtigen Erfassungsbereich finde; erfasst wird ein Bereich mit einem maximalen Winkel von 120 Grad. Der Sensor meldet der App, wenn er eine Bewegung erkennt. Erfasst wird alles bis in sieben Meter Entfernung.

Für den Test habe ich das gerade beschriebene Szenario ausprobiert. Wichtig zu wissen: Ohne App funktioniert nichts. Und für diese brauchst du zwingend ein Benutzerkonto. Es gibt ja auch immer Leute, die das eine Zwängerei finden. Hier ist es aber schon sinnvoll, weil du in der App eben allerlei Automatisierungen verwalten kannst. Zudem ist es mit einem Benutzerkonto möglich, zum Beispiel mehrere Tapo-Hubs an verschiedenen Orten oder auch in verschiedenen Räumen zu organisieren. So sind Hub und Sensoren bei mir ein eigener Raum, eben die Ferienwohnung.

Daten der Sensoren werden in der Tapo-Cloud zwischengespeichert, damit du die Infos auf dem Smartphone per App abrufen kannst. Wenn du findest, es handelt sich dabei um sensible Informationen, musst du dich drauf verlassen, was TP-Link zum Thema Datenschutz verspricht und im Kleingedruckten festhält. Erst der eine Nummer grössere Tapo-Hub H200 hat Platz für eine micro-SD-Karte für die lokale Aufzeichnung der Daten.

Installation klappt problemlos
Die App führt mich Schritt für Schritt durch die Einrichtung des Systems. Das ist vorbildlich gelöst und klappt ohne Probleme: Das WLAN wird erkannt, die Zuordnung der neu erkannten Geräte zu den Räumen ist logisch und die Bedienoberfläche der App auch mit vielen Geräten im System noch übersichtlich.
Günstiges Material, solide verarbeitet
Tapo liefert die Sensoren bereits mit Batterien aus. Ich muss nur eine Schutzfolie entfernen, damit die Teile direkt nutzbar sind. Sie sind aus weissem Kunststoff, billig, aber zumindest sauber verarbeitet: Nirgendwo steht Plastik ab, alles fühlt sich glatt an. Sowohl der Bewegungs- als auch der Kontaktsensor haben eine kleine Status-LED.
Für den Wechsel der Batterie muss ich einen rückseitigen Deckel entfernen. Es gibt eine kleine Plastiknase, die ich dafür anheben muss. Tapo hat dafür ein Plastikteil mitgeliefert, zur Not tut’s aber auch eine Messerspitze. Pflaster gäbe es dann auch bei Galaxus …

Die beiden Teile der Kontaktsensoren befestige ich mit dem doppelseitigen Klebeband an der Balkon-Schiebetür. Der Abstand zwischen ihnen darf nicht grösser als 15 Millimeter sein. Laut Anleitung sollte er aber mindestens zehn Millimeter betragen, damit ich beim Batteriewechsel kein Problem habe. Eigentlich ein unnötiger Hinweis, weil bei geöffneter Balkontür die Teile ohnehin weit auseinander sind.

Wenn-dann-Befehle nach Belieben
Habe ich Hub und Sensoren platziert, kann ich die Automatisierungen einrichten. In der Tapo-App finde ich sie unter dem Menüpunkt «Intelligent». Eine Automatisierung besteht aus Wenn-dann-Befehlsketten. Zum Beispiel: Wenn der Kontaktsensor an der Balkontür auf «offen» wechselt, dann soll der Lautsprecher im Hub für eine Minute einen Alarmton abspielen. Zusätzlich kann ich «Falls»-Bedingungen einrichten. Und ich kann festlegen, dass die Automatisierung nur zu bestimmten Zeiten aktiv ist. Ich habe mir allerdings angewöhnt, sie per App zu aktivieren, sobald ich die Ferienwohnung verlasse.

Alternativ könnte ich einen smarten Knopf von Tapo kaufen und diesen nutzen, um beim Schliessen der Wohnungstür die Automatisierung zu aktivieren.
Geteilte Nutzung hat Grenzen
Per App kann ich die Geräte auch mit weiteren Nutzern teilen, in meinem ist meine Frau die weitere Benutzerin, weil sie beim Verlassen der Ferienwohnung auch die Automatisierung starten können sollte. Sie muss aber alle Wenn-dann-Befehle nochmals selbst programmieren und kann nicht übernehmen, was ich in meiner App schon eingestellt habe.
Tapo schränkt übrigens bei geteilten Geräten wie Kameras die Nutzung für weitere Nutzer ebenfalls ein. So kann zum Beispiel immer nur der Hauptnutzer vertiefte Einstellungen wie Privatsphärenzonen verwalten.
Echte Sicherheit – oder nur ein Gefühl?
Auch wenn Tapo mit dem Wort «Sicherheit» wirbt – letztlich können weder Sensoren noch ein Hub verhindern, dass sich jemand unerlaubt Zutritt in die Wohnung verschafft. Ich bekomme es vielleicht mit, wenn es passiert, kann es aber nicht verhindern. Im besten Fall erschrickt der Einbrecher, wenn der Hub plötzlich einen Sirenenton spielt. Vielleicht lässt er von seinem schändlichen Tun ab, wenn er den bis zu 90 Dezibel lauten Ton hört. Die Nachbarn könnten wach werden, wenn sie nicht zu tief schlafen. Professionelle Alarmanlagen schaffen jedoch Lautstärken von bis zu 110 Dezibel, sind also wegen der logarithmischen Dezibel-Skala bis zu viermal so laut.
Trotzdem: Mechanische Sicherungen wie abschliessbare Fenstergriffe oder Sicherheitsbeschläge gegen das Aufbrechen sind mindestens genauso wichtig wie Sensoren, Kameras und Alarmanlagen. Ausserdem gibt es noch ein paar weitere gute Tipps der Schweizerischen Kriminalprävention, wie du dich vor Einbrechern schützen kannst.
Fazit
Günstig und einfach zu mehr Sicherheit
Pro
- einfache Installation
- verständliche App
- kompatibel mit Google Home und Alexa
- Matter-Standard
- fast beliebig erweiterbar
Contra
- Einschränkungen bei Nutzung durch mehrere Personen
- etwas umständliche Einbindung in Apple Home
- Preisvorteil für das Set zum Teil recht gering (abhängig von Tagespreisen)
Journalist seit 1997. Stationen in Franken, am Bodensee, in Obwalden und Nidwalden sowie in Zürich. Familienvater seit 2014. Experte für redaktionelle Organisation und Motivation. Thematische Schwerpunkte bei Nachhaltigkeit, Werkzeugen fürs Homeoffice, schönen Sachen im Haushalt, kreativen Spielzeugen und Sportartikeln.
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