Parks and Recreation and Reunions and iPhones
News & TrendsSmartphone

Parks and Recreation and Reunions and iPhones

Dominik Bärlocher
Dominik Bärlocher
Zürich, am 30.04.2020

Die Comedy-Serie «Parks and Recreation» kehrt am kommenden Donnerstag zurück. Spannend: Das Reunion Special ist komplett auf iPhones gefilmt worden.

Die Fake-Reality-Comedy-Serie «Parks and Recreation» kehrt zurück. Nach einer vierjährigen Abwesenheit werden Zuschauer am kommenden Donnerstag in den Genuss von Ron Swansons Gemeinheiten, April Ludgates Desinteresse und Leslie Knopes… Leslie-Knope-heit kommen.

Speziell: Das Special wurde komplett mit dem iPhone gefilmt.

Das Bild ist kein Problem

Es spricht viel dafür, dass «Parks and Rec» auf einem Smartphone gefilmt wird. Denn die Serie hat sich vieler Elemente bedient, die im Genre des Reality TV vorkommen. Vor allem ein Stilmittel dürfte es den Kamerafrauen und -männer um Serien-Macher Mike Schur einfach gemacht haben: Die Shaky Cam.

Wer in einer beliebigen Folge der Serie hinsieht, merkt, dass die Kamera niemals stillsteht.

Das ist eines der grossen Probleme, die Handyhersteller derzeit angehen. Mit neuer, verbesserter Stabilisationstechnologie – sowohl hardwareseitig wie auch in der Software – soll ein stabilisierender Gimbal überflüssig gemacht werden. Aber: Es ist nach wie vor nicht einfach, das Bild stabil und still zu halten, selbst wenn die Werbung anderes vermuten lässt.

Mit dem Stilmittel der Shaky Cam haben sich die Macher der Serie für das Mobile Filming einen massiven Vorteil verschafft, ohne das bei der Premiere der ersten Folge anno 2009 gewusst zu haben. Damals wäre die Bildqualität aus der Natel-Kamera nicht ausreichend gewesen, aber das Problem haben iPhone User schon länger nicht mehr.

Bereits 2018 hat Hollywood-Regisseur Steven Soderbergh seinen Film «Unsane» komplett mit dem iPhone gedreht.

Genau wie Soderbergh hat sich die Crew um Mike Schur nur beim Bild auf das iPhone verlassen. Gegenüber dem Branchenmagazin Variety sagt er, dass die Logistik in Zeiten des Covid-19-Quarantäne schwierig gewesen sei, lässt aber auch in die Karten der Produktion blicken. Die Cast-Mitglieder haben per Post ein iPhone – welches genau, ist unbekannt, aber ich hoffe auf ein iPhone 11 Pro Max –, ein Licht und Mikrofone erhalten. Dann habe die Crew den Cast via Zoom instruiert. Das Special zu verschieben, kam für Schur und die Beteiligten nicht infrage. Denn die Einnahmen aus dem Special kommen der Hilfe im Kampf gegen Covid-19 zugute.

Nicht die Zukunft der TV-Produktion

Im Interview mit Variety wird Schur gefragt, ob das Filmen auf dem iPhone «in irgendeiner Form richtungsweisend für die Produktion von Fernsehserien» ist. Die Antwort, trotz Kinofilmen aus dem iPhone, ist ein klares «Nein».

Das hat aber nicht technologische Gründe. Schur: «Für mich ist das nicht der Weg, wie Fernsehen gemacht werden soll. Dieses Special hat riesigen Aufwand und Goodwill von allen Beteiligten gefordert. Mindestlöhne und Freiwilligenarbeit von Sound Designern, Cuttern, Supervisors und all die anderen haben das nur in dieser Form getan, da es sich um einen Fundraiser handelt. Zudem hat es Spass gemacht, die Crew wieder zusammenzubringen. Aber, weisst du, Fernsehen ist ein Teamsport. Von Anfang bis Ende geht es um Menschen und Gruppen, die holistisch zur selben Zeit am selben Ort zusammenarbeiten. Und darum glaube ich, dass die Machart des Specials keine nachhaltige Form der TV-Produktion ist.»

13 Personen gefällt dieser Artikel


Dominik Bärlocher
Dominik Bärlocher

Senior Editor, Zürich

Journalist. Autor. Hacker. Ich bin Geschichtenerzähler und suche Grenzen, Geheimnisse und Tabus. Ich dokumentiere die Welt, schwarz auf weiss. Nicht, weil ich kann, sondern weil ich nicht anders kann.

Diese Beiträge könnten dich auch interessieren