Der 16-seitige Patentantrag von Microsoft lässt VR-Herzen höher schlagen und Xbox-Fans hoffen. Bild: Tomas Kunz
Der 16-seitige Patentantrag von Microsoft lässt VR-Herzen höher schlagen und Xbox-Fans hoffen. Bild: Tomas Kunz
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Plant Microsoft VR-Support für die nächste Xbox?

Raphael Knecht
Raphael Knecht
Zürich, am 07.10.2019

Microsoft hat eine teppich-ähnliche Matte patentieren lassen. Das Ganze nennt sich «Virtual Reality Floor Mat Activity Region». Hinweise deuten auch auf VR-Unterstützung der neuen Xbox hin.

Ein oder mehrere Spieler tauchen in ein VR-Erlebnis ein, das durch ein Computer-System bereitgestellt wird – mithilfe einer speziell dafür angefertigten Virtual-Reality-Matte. So lautet der erste Satz des von Microsoft im April 2019 eingereichten und am 3. Oktober veröffentlichten Patent-Antrages. Diese Matte soll VR-Spielern helfen, beim virtuellen Zocken Hindernisse zu umgehen. Gemäss der Abbildung auf der Titelseite sind ein VR-Headset, Controller, eine Kamera sowie eine Konsole weiterhin notwendig, die Matte funktioniert nicht für sich selbst.

Die Abbildung des Patentantrages lässt VR- und Xbox-Fans hoffen. Quelle: USPTO
Die Abbildung des Patentantrages lässt VR- und Xbox-Fans hoffen. Quelle: USPTO

Keine Crashes mehr?

Der Patentantrag geht ein Problem an, das viele VR-User kennen: Das Spielen mit einem VR-Headset schneidet dich komplett von der Umwelt ab. Stubentische, Wände, Büchergestelle und Deko-Objekte werden unsichtbar und somit zur realen Gefahr in der virtuellen Realität.

Aktuelle Systeme nutzen Schutzmechanismen, damit dies nicht passiert: Entweder musst du deinen Aktionsradius vor dem Spiel bestimmen oder die VR-Brille schaltet sich komplett ab, sobald du den von dir definierten sicheren Bereich verlässt. Bisher konnten diese Features aber nicht alle VR-Unfälle verhindern. 2017 soll ein Russe beim Zocken sogar gestorben sein, weil er mit der VR-Brille durch einen Glastisch gefallen ist.

Mit einem VR-Headset bist du komplett von der Aussenwelt abgeschnitten.
Mit einem VR-Headset bist du komplett von der Aussenwelt abgeschnitten.

Einige Spieler legten daraufhin ihren Fussboden mit speziellen Matten aus, um nebst dem virtuellen auch ein reales haptisches Feedback zu erhalten, sobald sie den definierten Bereich verlassen. Exakt auf dieser Idee beruht das von Microsoft eingereichte Patent – selbstverständlich mit vielen weiteren Extras und Funktionen im Vergleich zu herkömmlichen Fussmatten.

Dedizierte Startposition, Drucksensoren und Vibrationen

Beispielsweise ist im Patent von Begrenzungsmarkern die Rede, welche dem Headset angeben sollen, dass eine Matte verwendet wird, wie gross diese ist und wo sie endet. Auch eine mögliche Startposition, von welcher aus die VR-Games gestartet werden können, wird erwähnt. Spezielle Fussmarkierungen in der Mitte der Matte lassen darauf schliessen.

Hier sind möglicherweise Drucksensoren oder Vibrationsmotoren abgebildet. Quelle: USPTO
Hier sind möglicherweise Drucksensoren oder Vibrationsmotoren abgebildet. Quelle: USPTO

Auch von Drucksensoren ist im Patentantrag die Rede. Diese sollen direkt in der Matte verbaut werden und es dem dazugehörigen Computer-System ermöglichen, zu erkennen, ob der Gamer auf der Matte steht und falls ja, wo – ohne einen zusätzlichen optischen Sensor.

Das Patent spricht zudem von haptischem Feedback in Form von Vibrationen, um das VR-Erlebnis noch eine Stufe echter erscheinen zu lassen. Auch verschiedene Grössen sind denkbar: Die Matte soll in Quadrate eingeteilt werden, die erweitert werden können.

Xbox bald mit VR?

Was das Patent vor allem interessant macht, sind Diskussionen um eine neue Xbox-Konsole mit VR-Support. Seit Kinect schien diese Sparte bei Microsoft in Vergessenheit geraten zu sein. Mit diesem Patentantrag ändert sich dies schlagartig: Obwohl meist nur von einem Rechner respektive Computing-System gesprochen wird, erwähnt ein Abschnitt auch, dass dieser Rechner auch eine Konsole und die Controller Peripherie davon sein könnten. Auf der Abbildung sind die Umrisse eine Xbox-Konsole sowie eines Kinect-Controllers zu erkennen.

Nummer 160 könnte eine Xbox, Nummer 162 ein Kinect-Controller sein. Quelle: USPTO
Nummer 160 könnte eine Xbox, Nummer 162 ein Kinect-Controller sein. Quelle: USPTO

Solche Patentanträge gehen regelmässig ein und deuten nicht zwingend auf die Entwicklung einer neuen Konsole hin. Es kann gut sein, dass sich Microsoft hier einfach bereits heute gegenüber der Konkurrenz in alle Richtungen absichern möchte. Denn an der E3 dieses Jahr fiel im Rahmen der Präsentation zur neuen Xbox nicht einmal der VR-Begriff.

Sollte dieses Patent also nicht auf eine neue Xbox mit VR-Support hindeuten, dann immerhin auf eine verletzungsfreie Zukunft für Gamer in der virtuellen Realität.

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Raphael Knecht
Raphael Knecht

Senior Editor, Zürich

Wenn ich nicht gerade haufenweise Süsses futtere, triffst du mich in irgendeiner Turnhalle an: Ich spiele und coache leidenschaftlich gerne Unihockey. An Regentagen schraube ich an meinen selbst zusammengestellten PCs, Robotern oder sonstigem Elektro-Spielzeug, wobei die Musik mein stetiger Begleiter ist. Ohne hüglige Cyclocross-Touren und intensive Langlauf-Sessions könnte ich nur schwer leben.

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