Retro-News: Schachweltmeister Kasparow verliert gegen IBM-Computer
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Retro-News: Schachweltmeister Kasparow verliert gegen IBM-Computer

Debora Pape
9.2.2024

Bis 1996 hielt man Menschen für die besseren Schachspieler. Doch im Februar besiegte ein Computer erstmals einen Schachweltmeister unter Turnierbedingungen.

Am 10. Februar 1996 unterlag ein Schachweltmeister erstmals einem Computer in einem offiziellen Turnier: Garri Kasparow, der als einer der besten Spieler aller Zeiten gilt, musste sich Deep Blue von IBM geschlagen geben. Es war die erste von sechs Partien in einem Turnier unter Wettbewerbsbedingungen, das insgesamt bis zum 17. Februar andauerte.

Beim Schach können auch Computer wegen der vielen möglichen Züge nicht alle Zugkombinationen berechnen. Deswegen galten Menschen und ihre Kreativität lange Zeit als überlegen, obwohl Computer in kürzester Zeit unvergleichbar viele Züge mehr vorausberechnen können. Die Niederlage Kasparows in der ersten Partie ging daher in die Schachgeschichte ein – obwohl er das Turnier am Ende mit drei Siegen, zwei Remis und einer Niederlage doch noch gewinnen konnte.

Ein Jahr später gab es eine Revanche: Ein verbesserter Deep Blue trat abermals gegen Kasparow an – und gewann. Dazu hat mein Kollege David einen ausführlichen Hintergrund geschrieben:

  • Hintergrund

    Als der beste Schachspieler kein Mensch mehr war

    von David Lee

Deep Blue, der Supercomputer

Deep Blue wurde seit 1985 als reiner Schachcomputer entwickelt. Im Gegensatz zu heutigen lernfähigen Schachcomputern war seine Stärke pure Rechenpower: Er berechnete im Durchschnitt 126 Millionen Schachstellungen – pro Sekunde. Doch die reine Rechenleistung reichte nicht aus, um den menschlichen Meister zu besiegen: Deep Blue kannte alle typischen Eröffnungszüge und erhielt im Vorfeld auch Analysen aller vergangenen öffentlichen Schachpartien Kasparows.

Die Programmierung enthielt außerdem zahlreiche Anweisungen, welche Zugmöglichkeiten zuerst untersucht werden sollen: Zum Beispiel, ob sich die gegnerische Dame schlagen lässt. So war es gar nicht erforderlich, alle möglichen Stellungen durchzurechnen, sondern nur die mit den besten Gewinnaussichten.

Moderne Schachcomputer wie Googles AlphaZero bringen sich die aussichtsreichsten Strategien durch Machine Learning selbst bei. Menschen haben gegen solche Systeme keine Chance mehr.

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Titelbild: Shutterstock/Trump card

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Fühlt sich vor dem Gaming-PC genauso zu Hause wie in der Hängematte im Garten. Mag unter anderem das römische Kaiserreich, Containerschiffe und Science-Fiction-Bücher. Spürt vor allem News aus dem IT-Bereich und Smart Things auf.


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