Produkttest

Sideboards verstecken Unansehnliches hinter Türen und Flügeln

Pia Seidel
06.10.2022

Sideboards sind Stauraumwunder, TV-Möbel, Hausbar, Raumtrenner, ein Podest für Kunst. Oder sie selbst sind das Kunstwerk. Ich habe zehn Favoriten gefunden, die mit ihrem Aussehen und ihrer Funktion bestechen.

Es müssen nicht immer Einbauten sein, denn auch Stauraummöbel machen einen super Job. In Sideboards sammelst du zum Beispiel Dinge wie Bücher, Aktenordner und Geschirr. Gleichzeitig dekorierst du damit eine Wand oder den Raum. Vorausgesetzt, du entscheidest dich für gutes Design. Diese zehn Sideboards finde ich besonders gelungen.

1. Lowboard «Class» mit Fischgrätmuster

«Class» von Dutchbone wirkt vielleicht etwas altmodisch, der Vintage-Look ist aber nur ein Stilelement, um dem Lowboard mehr Klasse als irgendwelchen 08/15-Modellen zu verleihen. Es stammt aus dem 21. Jahrhundert und bietet mit einem Mix aus Schubladen und Türen ausreichend Platz für allerlei Krimskrams. Details wie das Fischgrätmuster mischen die Oberfläche auf und die Messinggriffe erleuchten das dunkle Akazienholzfurnier. Einen Pluspunkt gibt’s auch für den schlanken, pulverbeschichteten Metallrahmen, auf dem das Korpus ruht. Ein Minus gibt's dafür, dass «Class» in einem ziemlich dominanten Stil daherkommt und den Raum stark beeinflusst.

Ein Fischgrät-Sideboard passt gut zum Retro- oder Industrial-Wohnstil, aber nicht unbedingt zum Skandi- oder Landhaus-Look.

2. Lochblech-Sideboard «Grid»

Anpassungsfähiger ist das Sideboard «Grid» von Kristina Dams Design. Da Wände oft Weiss sind, fügt es sich nahtlos in den Raum ein. Es gewährt zwar Einblicke, lässt einen aber auch raten, was sich hinter den perforierten Stahlblechtüren befindet. Mit dieser Transparenz kannst du spielen, Objekte darin bewusst arrangieren und so die Optik des Sideboards mitgestalten. Ein Vorteil ist auch, dass du deine Sachen leichter findest. Wem Weiss nicht gefällt, der wählt das gleiche Modell in schwarz pulverbeschichtetem Stahl. Bei beiden Farben steht fest: Wegen der Durchsicht musst du mehr Ordnung halten als bei anderen Modellen. Denn nur die Rückwand ist glatt und blickdicht. Sei dir auch bewusst, dass Metall im Unterschied zu Holz weniger warm wirkt.

Das geradlinige Aussehen von «Grid» erlaubt dir, es mit vielen Wohnstilen zu kombinieren. Nur in ein glamourös oder rustikal eingerichtetes Interieur passt es weniger.

Dimensionen: 160 x 36 x 72 cm | Material: Metall | Bild: Kristina Dam Studio
Dimensionen: 160 x 36 x 72 cm | Material: Metall | Bild: Kristina Dam Studio

3. «Collection» – ein Schmuckstück

Ein Blickfang ist auch das BePureHome-Sideboard «Collection». Allerdings nicht wegen des Innenlebens, sondern weil die Fassade alle Blicke auf sich zieht. Aus Mangoholz, dezent und einfarbig gestaltet, verleihen die klassischen Formen einigen Stellen einen Schimmer. Besonders sind auch die kufenartigen Füsse. Sie nehmen die runden Silhouetten des Musters auf und heben den Korpus hoch. So wirkt das Möbel luftig. Trotzdem sollte es genug Platz haben, um zur Geltung zu kommen.

Am besten harmoniert «Collection» mit einem minimalistisch, modern oder skandinavisch eingerichteten Wohnraum und Holzmöbeln im selben Farbton.

4. Schiebetüre-Sideboard «Barbier»

Zwei Schiebetüren, zwei höhenverstellbare Ablagen aus Glas, eine Aussparung auf der Rückseite für Kabel – das Design «Barbier» der holländischen Marke Zuiver ist simpel gestrickt. Trotzdem sieht es extravagant aus: Die vertikalen Lamellen sind dekorativ, die abgerundeten Kanten schmiegen sich an die Umgebung und das Eschenholz macht den Raum gefühlt drei Grad wärmer. Hinter den Rolltüren kann Kleinkram versteckt werden. Du kannst sie aber auch offen lassen und elektronische Geräte oder andere Objekte zur Schau stellen. Die Hausbar zum Beispiel. Wem der Platz nicht genügt, der kann sich die passende Kommode zulegen.

Beide «Barbier»-Möbel sind perfekt für Interieurs im Seventies-Look – oder für einen Stilbruch.

Dimensionen: 120 x 40 x 57.5 cm | Material: Eschenfurnier, Esche, MDF, Glas | Bild: Zuiver
Dimensionen: 120 x 40 x 57.5 cm | Material: Eschenfurnier, Esche, MDF, Glas | Bild: Zuiver

5. Besonders griffig: «Kabino»

Griffe können nützlich und schmückend sein. Den Beweis liefert der Entwurf «Kabino» von Simon Legald für den dänischen Brand Normann Copenhagen. Zwei der Aussparungen für die Griffe sind diagonal zueinander ausgerichtet. Das überrascht und hebt die vier unterschiedlichen Kabinen hervor. Abwechslung bringt auch der Materialmix: Während die Türen aus Stahl sind, ist der Rahmen aus massivem Eschenholz. Der Heavy-Metal-Look gefällt vielleicht nicht allen. Doch die Form und der matte Grauton machen «Kabino» zum Allrounder.

Mit knapp 160 Zentimetern Breite macht Kabino sogar vor einem gleich breiten Bett eine gute Figur. Das Sideboard passt auch zu allen Wohnstilen ausser vielleicht dem Landhaus- oder Siebzigerjahrestil.

6. Seitenflügel-Sideboard «Treasures»

Das Designstück «Treasures» von Umage fliegt aus der Reihe, weil es neben den zwei Türen in der Mitte noch zwei seitliche Flügeltüren hat. Hinter einer verbringt sich eine Reling für Flaschen. Sie ist wie gemacht für eine kleine Hausbar. «Treasures» ist in drei Ausführungen erhältlich: naturbelassen, dunkelbraun oder schwarz gebeizt. Auch die Flügel gibt's in drei unterschiedlichen Stilen: aus grauem Stoff, cognacfarbenem Kunstleder oder Wiener Geflecht. Letzteres verleiht dem Möbel eine Leichtigkeit, die besonders kleinen Räumen guttut. Das einzige Manko: Nur hinter zwei der Türen gibt es einigermassen viel Stauraum.

Dieses Seitenflügel-Sideboard lässt sich leicht in dein Zuhause integrieren. Greife einfach das Material auf und leg dir ein weiteres Möbel mit Wiener Geflecht zu. Das unterstützt ein einheitliches Bild.

Dimensionen: 109 x 43 x 75 cm | Material: Rattan, Messing, Eiche | Bild: Umage
Dimensionen: 109 x 43 x 75 cm | Material: Rattan, Messing, Eiche | Bild: Umage

7. Für einen gravierenden Unterschied: «Gravure»

Bei «Gravure» liegt der Fokus auf dem Material. Das Sideboard ist aus keilgezinkter Esche gefertigt und mit einer braunen, espressofarbenen Beize versehen. Die Oberfläche besteht aus mehreren schmalen Holzbalken, die ein Streifenmuster bilden. Damit dieses zur Geltung kommt, sind die schwarz beschichteten Metallbeine schlicht gehalten.

«Gravure» ist ein geeignetes Möbel im Arbeits-, Wohn- oder Schlafzimmer und passt gut zu rustikal oder elegant eingerichteten Räumen.

8. «Boli» für mehr Transparenz

Das Comeback von Vitrinen hat auf Sideboards abgefärbt. Der Unterschied bei diesem Dutchbone-Entwurf ist nur, dass das Strukturglas semi-transparent ist. Du kannst erahnen, aber nicht sicher wissen, was dahinter verstaut ist. Passend zum Sideboard gibt's auch eine Kommode «Boli» für alle, die Gefallen daran finden, mit der Transparenz zu spielen und die Fassade immer wieder neu zu gestalten. Einziger Minuspunkt: «Boli» besteht aus zwei kühlen Materialien. Deshalb braucht es drumherum Heimtextilien, Holzelemente oder eine rötliche Farbpalette zum Aufwärmen.

Als zusätzlicher Geschirrschrank in der Küche, im Esszimmer oder im Wohnzimmer strahlt «Boli» besonders. Achte dabei darauf, die Metallelemente aufzugreifen und sie in einem Beistelltisch zu wiederholen. Dann passt das Möbel obendrein zu vielen unterschiedlichen Wohnstilen.

Dimensionen: 150 x 35 x 80 cm | Material: Glas, Metall | Bild: Dutchbone
Dimensionen: 150 x 35 x 80 cm | Material: Glas, Metall | Bild: Dutchbone

9. Schwingtür-Sideboard «Marielle»

Ebenfalls im Streifen-Look kommt der Entwurf «Marielle» von Jordi Dedéu für Kave Home daher. Mit dem Unterschied, dass dieses Sideboard mit Quer- statt Längsstreifen versehen wurde. Neben zwei Schwingtüren gibt es auch eine offene Aussparung, was selten vorkommt. Darin kannst du ein Souvenir oder eine Vase zur Schau stellen. Allerdings hat der Premium-Platz seinen Preis: Die freie Fläche muss regelmässig abgestaubt werden.

Gleich und gleich gesellt sich gern: «Marielle» passt gut zu einer Einrichtung, in der viel Holz vorkommt und kommt richtig gut in einem skandinavisch oder klassisch eingerichteten Interieur.

10. «Jut» für Kontraste

Die meisten Sideboards bestechen mit ihrer Fassade. Das Design «Jut» von Skagerak punktet vor allem mit der Ablagefläche aus schwarzem Marmor. Das Material veredelt jede noch so simple Form und gibt ihr einen einzigartigen Charakter. Die massive Platte wird gleich doppelt betont: Schmale Messinggriffe trennen sie optisch vom Korpus aus geöltem, massivem FSC-Eichenholz, die stelzenartigen Beine bieten einen filigranen Kontrast. Letztere sorgen ausserdem dafür, dass das geräumige Sideboard weniger klobig wirkt. Gut zu wissen: Im Innern befindet sich je ein verstellbares Regalbrett im mittleren und rechten Fach – das linke ist ganz frei.

«Jut» gleicht sich ohne Weiteres minimalistischen Räume oder dem Gegenteil an: Die Marmorplatte und das Messing passen zum Glamour-Look und das Holz zum Country-Chic.

Dimensionen: 126 x 39 x 74 cm | Material: Marmor, Eiche | Bild: Skagerak
Dimensionen: 126 x 39 x 74 cm | Material: Marmor, Eiche | Bild: Skagerak

Das ist die sechste Folge der Serie «Form Follows Function», bei der ich besonders gut gestaltete Möbel vorstelle – von A bis Z.

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Es gibt zwei Arten, sein Leben zu leben: entweder so, als wäre nichts ein Wunder, oder so, als wäre alles ein Wunder. Ich glaube an Letzteres.
– Albert Einstein


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