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Solidarität mit «GTA 6»: Entwickler zeigen frühe Fassungen ihre Spiele

Philipp Rüegg
Philipp Rüegg
Zürich, am 23.09.2022

Der «GTA 6»-Leak verdeutlicht, dass viele Spiele-Fans nicht verstehen, wie Spieleentwicklung funktioniert. Nun zeigen sich andere Entwickler solidarisch und verraten, wie rudimentär ihre Spiele zu Beginn aussahen.

Mit dem Leak von über 90 Videos von «GTA 6» ist auch ein neues Meme entstanden. Ein Twitter-User kommentierte das Videomaterial mit der Aussage: «Die Grafik ist etwas vom Ersten, das in einem Spiel fertig gestellt wird». Daraus schlussfolgerte die Person, dass die finale Version von «GTA 6» nicht besser aussehen würde als auf den geleakten Aufnahmen. Dass dem nicht so ist, beweisen nun zahlreiche Spieleentwickler.

Auf Twitter geben sie sich solidarisch mit den Mitarbeitenden von Rockstar und zeigen, wie ihre Spiele einmal ausgesehen haben. Für die sonst so geheimniskrämerische Spielebranche sind solche Einblicke ziemlich einzigartig.

«Control»: Die telekinesische Seniorin

Der elegante und visuell beeindruckende Sci-Fi-Shooter, der «Control» heute ist, lässt sich in diesem Stadium nur erahnen.

«Horizon Zero Dawn»: Angriff der Klötzchen-Dinos

So würde ich wenigstens die abschiessbaren Upgrade-Teile besser treffen.


Quelle:Twitter/CianMaher

«Sea of Thieves»: TicTacs auf hoher See

Was aussieht, wie eine frühe Fassung von «Worms» mit TicTacs anstelle der ballerwütenden Würmer, ist in Wahrheit «Sea of Thieves».


Bildquelle: Twitter/Cody J. Phillips

«Spiderman»: Das nackte New York

Bereits 2018 teilte Designer Share McCloskey diese Bilder von «Spiderman» für die PS4. Hier findet einmal der Bosskampf mit Electro und Vulture statt.


Bildquelle:Twitter/Shane McCloskey

«The Division»: Aus Blöcken wird Kunst

Diese Bilder sind ein Beispiel von Senior Level Artist Maarten Hof, wie aus der rudimentären Block-Vorlage eine mit Details übersäte Industriehalle wird.


Quelle: Massive Entertainment

«Splatoon»: Der Tofu-Prototyp

An der Entwicklerkonferenz GDC 2018 demonstrierte Game Designer Hisashi Nogami einen frühen Prototyp des Farb-Shooters «Splatoon». Von den knallbunten Inklingen ist in dieser Tofu-Demo noch nichts erkennbar.

«God of War»: Zwei Glatzen auf der Jagd

Dass auch «God of War» nicht immer so beeindruckend aussah, ist in den folgenden Videos zu erkennen. Der Sohn des wütenden Kriegsgottes teilt hier noch die Frisur seines Vaters.

«The Last of Us»: Wütende Schaufensterpuppen

In diesem frühen Prototyp kämpft Joel gegen gesichtslose Schaufensterpuppen, die aussehen, als wären sie direkt der ersten Playstation entsprungen.

«Thirsty Suitors»: Treffen sich zwei schwarze Pillen

Ein weiteres schönes Beispiel für die verschiedenen Entwicklungsstufen zeigt das bald erscheinende «Thirsty Suitors».


Quelle: Chandana Ekanayake

«Call of Duty Modern Warfare»: Ein orange-graues Skelett

Der «Modern Warfare»-Reboot von 2019 bestand wie die meisten Spiele anfangs lediglich aus ein paar kahlen Blöcken.


Quelle: Resetera

«Overwatch 2»: Eine Portion Details, bitte

Das gleiche gilt für das im Oktober erscheinende «Overwatch 2». Erst wenn die Künstler digital drüber gepinselt haben, entsteht ein ansehnlicher Level.


Quelle: Resetera

«Cult of the Lamb»: Vom Browser-Game, zum knuffigen Sektensimulator

Sehr eindrücklich ist der Direktvergleich einer frühen Fassung von «Cult of the Lamb» und dem fertigen Spiel. Zu Beginn sah der Sektensimulator aus wie ein Browser Game aus den 00er-Jahren.

Quelle: Twitter/Cultofthelamb

Wirklich verwunderlich ist es nicht, dass gewisse Spielerinnen und Spieler falsche Vorstellungen von Spieleentwicklung haben. Immer noch werden Trailermit dem Tag «Early Alpha» veröffentlicht – dabei sehen sie nicht selten besser aus als das fertige Produkt. Trailer sind Marketing-Produkte, Werbung, da wird gefeilt und geputzt, bis es perfekt aussieht. Dass sich danach jemand wundert, warum ein Megablockbuster wie «GTA 6» derart «hässlich» aussehen kann, ist die logische Konsequenz davon.

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Philipp Rüegg

Als Game- und Gadget-Verrückter fühl ich mich bei digitec und Galaxus wie im Schlaraffenland – leider ist nichts umsonst. Wenn ich nicht gerade à la Tim Taylor an meinem PC rumschraube, oder in meinem privaten Podcast über Games quatsche, schwinge ich mich gerne auf meinen vollgefederten Drahtesel und such mir ein paar schöne Trails. Mein kulturelles Bedürfnis stille ich mit Gerstensaft und tiefsinnigen Unterhaltungen beim Besuch der meist frustrierenden Spiele des FC Winterthur. 


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