US-Universität verwandelt Ohrringe in Gesundheits-Tracker
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US-Universität verwandelt Ohrringe in Gesundheits-Tracker

Lorenz Keller
12.2.2024

Spannendes Projekt der Universität Washington: Forscherinnen haben Ohrringe mit Miniatur-Technik in ein Wearable verwandelt, das Gesundheitsdaten präziser ermittelt als eine Smartwatch.

Noch ist es erst eine wissenschaftliche Forschungsarbeit der University of Washington, doch diese smarten Ohrringe könnten schon bald in Serienproduktion gehen. Vielleicht als Alternative zum mit Sensoren bestückten Fingerring, der dieses Jahr mit der Produktankündigung von Samsung einen grossen Schub erleben könnte.

  • Meinung

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    von Lorenz Keller

So funktioniert der Ohrring technisch: Er besteht aus zwei Temperatursensoren, einer Batterie und einem Bluetooth-Modul, um die Daten ans Smartphone zu übertragen. Das gesamte Konstrukt wiegt nicht mal ein halbes Gramm und lässt sich in einen konventionellen Ohrring integrieren. Edelmetalle oder Steine stören dabei die Funktionsweise nicht.

Der Prototyp namens «Thermal Earring» misst zwar nur die Temperatur, diese dafür viel genauer als eine Smartwatch am Handgelenk. Dank des zweiten Sensors kann zudem die Ohrtemperatur zur Aussentemperatur in Beziehung gesetzt werden.

Die Hardware des Ohrringes mit Sensoren und Bluetooth-Antenne
Die Hardware des Ohrringes mit Sensoren und Bluetooth-Antenne
Quelle: Raymond Smith/University of Washington

Der Ohrring misst auch Stress und erkennt den Eisprung

Die Wissenschaftlerinnen haben verschiedene Anwendungsbereiche ausgemacht: ansteigende Temperaturen können kommendes Fieber verraten und Krankheitsverläufe überwachen. Zusätzlich haben sie Zusammenhänge zwischen Schwankungen in der Ohrtemperatur und täglichen Aktivitäten festgestellt – etwa beim Essen oder beim Trainieren.

Neu ist die Erkenntnis, dass auch Stress aufgrund der Messungen festgestellt werden kann. Der Ohrring soll auch den Eisprung erkennen können. Künftig können laut den Forscherinnen weitere Sensoren zur Überwachung von Aktivitäten und Herzfrequenz
eingebaut werden. Der grosse Vorteil der Ohrringe: Sie sitzen immer fest am gleichen Ort und können so präzise über längere Zeiträume messen.

Dazu braucht es aber weitere Tests und Studien. Auch das Akkuproblem muss noch gelöst werden. Die Knopfbatterie hält momentan 28 Tage und muss dann ausgewechselt werden. Und das, obwohl der Ohrring nicht kontinuierlich Daten überträgt, sondern nur in Intervallen. Die Wissenschaftlerinnen planen, zur Stromversorgung künftig auf Solarzellen oder Bewegungsenergie zu setzen.

Womit würdest du dich lieber tracken: Smartwatch, Fingerring, Ohrring oder smarte Kleidung? Oder gar kein Tracking? Schreib es mir in die Kommentare.

Titelbild: Raymond Smith/University of Washington

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