Wenn Altbackenes wieder gut schmeckt: Tischsets
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Wenn Altbackenes wieder gut schmeckt: Tischsets

Pia Seidel
Pia Seidel
Zürich, am 30.03.2021
Ich war satt und doch noch hungrig. Bis ich auf spiessige Platzdeckchen gestossen bin.

Ob kariert, einfarbig oder mit Blumen bestickt – in Secondhand Shops findest du sie noch. Komplette Tischsets, die farblich sortiert und sorgfältig an Kleiderbügeln wie Hosen aufgehängt werden. Das Ganze für wenig Geld und die meisten Modelle wirken wie neu. Genau danach habe ich gesucht, als ich vor Kurzem ins Zürcher Brockenhaus ging. Eigentlich fand ich Platzdeckchen immer etwas altbacken und andere scheinbar auch. Ansonsten wären sie nicht dort gelandet. Doch seit dem Lockdown ändert sich mein Geschmack in Sachen Inneneinrichtung.

Jetzt, wo fast jede Mahlzeit in meinem Esszimmer stattfindet und nicht mehr in der Kantine oder in Restaurants, habe ich mich sattgesehen an meinem grauen Tisch. Ich habe Appetit auf Abwechslung. Mir steht der Sinn nach fremden Esstischen und Restaurantbesuchen. Dort könnte ich kurz in eine andere Welt abtauchen. Geht aber nicht. Inspiriert bin ich trotzdem. Deshalb muss ein neuer Look im Esszimmer her. Zwei Sets besitze ich bereits. Dank Brocki-Besuch nun schon das Dritte.

Meinen Hunger nach «Eyecandy» stille ich neuerdings durch Tischsets.
Meinen Hunger nach «Eyecandy» stille ich neuerdings durch Tischsets.

Accessoires sind der einfachste Weg, um Möbel und Räume anders wirken zu lassen. Das beweist Bloggerin Blanca Miro. Sie zeigt auf ihrem Account namens «À table!» viele tolle Gedecke. Und das auf demselben Tisch. Das Gleiche gilt für Home Director Helena Agustí Sanahuja vom Designlabel «Vasquiat». Ob kunterbunt oder mit sehr wenigen Farben – beiden erschaffen mit ihren hübsch arrangierten Tischsets einen Augenschmaus. Einen, der Leute wie mich umgestimmt hat.

Mit dem richtigen Styling sehen die Deckchen...
Mit dem richtigen Styling sehen die Deckchen...
...und der Tisch wieder frisch aus.
...und der Tisch wieder frisch aus.

Eigentlich hielt ich Unterlagen wie Tischdecken oder Tischsets für unnötig. Klar können sie den Tisch vor dem ein oder anderen Fleck bewahren, ihn gleichzeitig aber auch aufsaugen und dann trotz Waschen nie wieder hergeben. Trotzdem sind Stoffe auf dem Tisch mittlerweile mehr als Fleckenschutzschilder für mich. Es macht Spass, mit ihnen aufzutischen. Ich überlege mir für jede Mahlzeit etwas Neues. Mal kombiniere ich minimalistisches Geschirr zu Dip-Diy-Platzdecken aus Leinenstoff. Oder ich funktioniere einzelne Seiten aus alten Magazinen zur Unterlage um, bevor sie im Altpapier landen. Zur grossen Freude meiner Gäste. Jedes Essen wirkt dadurch festlicher, höre ich oft.

Alva (1 x, 35 x 50 cm)
Tischset
#lavie Alva (1 x, 35 x 50 cm)

Schön an den Deckchen ist auch, dass alle lose herumfliegenden Dinge einen festen Platz bekommen. Sie bringen optische Ruhe und es ist leicht, durch sie Akzente zu setzen. Ich stelle sie einfach unter eine Vase statt unter die Teller und schon sind sie die Blumen im Fokus.

Was es im Brocki en masse gibt, mag vielleicht Beweis dafür sein, dass es gerade unbeliebt ist. Bist du aber erst einmal auf den Geschmack gekommen, wirkt jeder leere Tisch danach langweilig. Den Appetit nach Abwechslung für meine Augen habe ich nun gestillt. Tischdeckchen sei Dank.

Tischsets

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Der Wettbewerb ist inzwischen beendet.

Hier gehts zu allen Tischsets – Bon Appétit.

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Pia Seidel
Pia Seidel

Senior Editor, Zürich

Es gibt zwei Arten, sein Leben zu leben: entweder so, als wäre nichts ein Wunder, oder so, als wäre alles ein Wunder. Ich glaube an Letzteres. – Albert Einstein

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