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Nintendo / Illumination Studios
Kritik

Zwei Augen, ein Problem: «The Super Mario Galaxy Movie» zerreisst mich

Luca Fontana
2.4.2026

Grösser, lauter, galaktischer – «The Super Mario Galaxy Movie» will alles auf einmal. Und genau daran droht er zu scheitern. Denn zwischen Nostalgie-Feuerwerk und Story-Überladung verliert der Film etwas Entscheidendes: seine Balance.

Keine Sorge: Die folgende Filmkritik enthält keine Spoiler. Ich verrate dir nicht mehr, als ohnehin schon bekannt und in den Trailern zu sehen ist. «The Super Mario Galaxy Movie» läuft seit dem 1. April im Kino.

Hm. Was mache ich nur mit dir, «The Super Mario Galaxy Movie»? Gucken kann ich dich nämlich mit zwei Augen. Ein Auge gehört dem Fan in mir. Dem Kind, das mit dem Game Boy aufgewachsen ist, das jede Melodie aus fast allen «Super Mario»-Games summen kann und dem bei jedem noch so kleinen Nintendo-Cameo das Herz aufgeht. Das andere Auge gehört dem Kritiker, der sich fragt, ob das alles auch funktioniert – als Film, nicht nur als Nostalgia-Bait.

Beim ersten «Super Mario Bros. Movie» waren sich diese beiden Augen überraschend einig. Der Film war vollgepackt, klar. Referenzen in jeder Ecke und Cameos am Fliessband. Doch irgendwie hatte sich der Film die Balance gehalten: Es gab genug Raum für die Figuren, genug Luft zum Atmen, und sogar eine Story, die zwar simpel war, aber das Ganze erstaunlich gut zusammenhielt.

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Bei «The Super Mario Galaxy Movie» ist das anders. Hier driften meine beiden Augen so weit auseinander, dass ich beinahe schiele.

Das Auge des Kritikers

Sagen wir’s mal so: Im Kern erzählt der Film ja immer noch eine simple Geschichte. Prinzessin Rosalina, die mysteriöse Hüterin der Sterne, wird von Bowser Junior entführt, dem Sohn von Bowser, der seinerseits auf der verzweifelten Suche nach seinem Vater ist. Zum Glück schafft’s aber eines von Rosalinas kleinen Sternenkindern, Hilfe zu holen: bei Mario, Peach und ihren Freunden.

Die Rettungsmission führt sie quer durch die Galaxie, von Wüstenplaneten über schillernde Casinos bis zu intergalaktischen Schlachtfeldern. Soweit, so klar.

Nur ist das leider nicht die einzige Geschichte, die der Film erzählt. Da gibt’s noch Peachs wahre Herkunft. Wie Yoshi bei Mario und Luigi landet. Oder ob sich Bowser tatsächlich läutern lässt und jetzt zu den Guten gehört. Für sich alleine wären das alles super Handlungsstränge, die locker einen ganzen Film tragen könnten. Hier hingegen werden sie beliebig aneinandergereiht und fast sofort wieder fallengelassen, als wären sie viel zu kurze Levels in einem Videospiel.

Jetzt könnte jemand einwenden: «Galt das nicht auch für den ersten ‹Super Mario Bros. Movie›? Und hat er nicht trotzdem funktioniert?»

Jein. Der erste Film war viel geradliniger und hatte eine klare Geschichte mit dutzenden Referenzen und Cameos als Beilage. «The Super Mario Galaxy Movie» hingegen jongliert viel zu viele Storybälle auf einmal und steht sich dabei selbst im Weg. Ein klassischer Fall von grösser, lauter und mehr desselben, ohne zu fragen, ob «mehr» auch «besser» bedeutet.

Rosalinas Entführung, Peachs Herkunft, Yoshis Ankunft, Bowsers mögliche Läuterung: «The Super Mario Galaxy Movie» will zu viele Geschichten auf einmal erzählen – und erzählt keine davon richtig.
Rosalinas Entführung, Peachs Herkunft, Yoshis Ankunft, Bowsers mögliche Läuterung: «The Super Mario Galaxy Movie» will zu viele Geschichten auf einmal erzählen – und erzählt keine davon richtig.
Quelle: Nintendo / Illumination Studios

Schon als der erste Trailer erschien, hatte ich die Befürchtung, dass man sich zu viel vornehmen würde: «Super Mario Galaxy», das ursprünglich für die Wii erschienen ist, jetzt schon als Vorlage für den zweiten Film zu nehmen, ist, als hätte Marvel nach «Iron Man» direkt die gesamte Multiversum-Saga in einen einzigen Film gepackt. Klingt schon auf dem Papier nach einer überambitionierten Idee. Ist es auch im Film.

Der Sprung vom Mushroom Kingdom ins ganze Universum wäre eher etwas für den dritten oder vierten Teil gewesen, wenn du mich fragst. Zeit dafür hätte es genug gegeben. Dass die «Super Mario Movie»-Kuh-Muh gemolken wird und weitere Filme kommen werden, ist schliesslich so sicher wie das «Let's-a-Go» in einem Mario-Game.

«Mad Mario Brothers: Fury Rainbow Road»: Ich hätte gerne einen ganzen Film darüber gehabt.
«Mad Mario Brothers: Fury Rainbow Road»: Ich hätte gerne einen ganzen Film darüber gehabt.
Quelle: Nintendo / Illumination Studios

Keine Frage: Weniger Fleisch auf dem Grill hätte dem Film gutgetan. Und doch bleibt dieses paradoxe Gefühl: «The Super Mario Galaxy Movie» hätte länger sein müssen, damit seine grossen Ideen wirken – und gleichzeitig kürzer, weil zu viele Sequenzen die Geschichte weder vorantreiben noch vertiefen. Am Ende sind es 99 Minuten, die sich gleichzeitig anfühlen wie eine halbe Stunde zu viel und eine halbe Stunde zu wenig.

Das Auge des Fans

Dann ist da aber noch mein anderes Auge. Jenes, das all diese strukturellen Probleme sieht und trotzdem strahlt. Denn so berechtigt sich die Kritik für mich auch anfühlt: Wer «The Super Mario Galaxy Movie» auf seine erzählerischen Schwächen reduziert, legt sich selbst ein Yoshi-Ei.

Nein, «The Super Mario Galaxy Movie» ist beileibe kein perfekter Film. Aber er ist auch kein Film, bei dem ich jemandem abraten würde, ins Kino zu gehen. Im Gegenteil: Wenn du mich fragst, würde ich ohne Zögern sagen: Ja, geh hin. Nimm deine Kinder mit, falls du welche hast. Lass dich auf den Rausch ein – am besten auf einer IMAX-Leinwand und in 3D. Und mach dir über die Dramaturgie erst dann Gedanken, wenn du wieder draussen bist.

Wenn überhaupt.

Schau dir das Ding auf der grösstmöglichen Leinwand an. Auf 3D. Glaub mir, es lohnt sich.
Schau dir das Ding auf der grösstmöglichen Leinwand an. Auf 3D. Glaub mir, es lohnt sich.
Quelle: Nintendo / Illumination Studios

Visuell ist der Film nämlich schlicht atemberaubend. Die Animation übertrifft den Vorgänger in fast jeder Hinsicht: Farben, die förmlich explodieren, treffen auf Welten, die so liebevoll gestaltet sind, dass ich am liebsten jedes Frame einfrieren und sämtliche Details aufsaugen würde. Da spürt man sofort, dass «The Super Mario Galaxy Movie» von eingefleischten Nintendo-Fans animiert worden ist.

Kann gar nicht anders sein.

Illumination, das Animationsstudio hinter «Despicable Me» und den «Minions»-Filmen, hat sogar noch den einen oder anderen visuell interessanten Trick aus dem Hut gezaubert. Etwa, wenn sich zweidimensionale und dreidimensionale Animation vermischt oder mit unterschiedlichen Frameraten herumgespielt wird. Fast ertappe ich mich dabei, zu denken, dass ich den Film ohne Ton schauen könnte – und ich würde mich trotzdem verdammt gut amüsieren.

Ich kann den kreischenden Toad im Bild geradezu hören.
Ich kann den kreischenden Toad im Bild geradezu hören.
Quelle: Nintendo / Illumination Studios

Das wäre allerdings eine totale Vergeudung! Brian Taylors Filmmusik ist auch in der Fortsetzung das absolute Highlight des Films. Sie ist durchzogen von spielerischen Melodien und liebevollen Verweisen aus vierzig Jahren Nintendo-Geschichte – ein Score, der die gesamte musikalische DNA des Franchise in sich trägt. Ein Gaumenschmaus für die Ohren und für Fans.

Machen wir uns nichts vor: «The Super Mario Galaxy Movie» kennt sein Publikum und schert sich nicht um hochgesteckte dramaturgische Ansprüche. Vielleicht auch zu Recht. Kinder bekommen einen bunten Weltraum-Trip, der sie kaum stillsitzen lässt. Erwachsene Nintendo-Nerds hingegen bekommen Member-Berries en masse und das berauschende Gefühl, wieder zehn Jahre alt zu sein.

Dass der Film inhaltlich wackelt? Pff. Wen juckt's.

Fazit

Eine Galaxie zu früh?

Am Ende streiten meine zwei Augen noch immer. Das eine sieht einen visuellen Rausch, eine Liebeserklärung an vierzig Jahre Nintendo, getragen von Brian Taylors grossartigem Score und einer Animation, die ihresgleichen sucht. Das andere sieht einen Film, der sich die Messlatte selbst zu hoch gelegt hat und dann so viele Geschichten auf einmal darüber springen lässt, dass sie am Ende alle flachfallen.

Was bleibt, ist ein Film, der handwerklich beeindruckt, erzählerisch aber die Balance verliert, die sein Vorgänger so überraschend gut gehalten hatte. Das dürfte wohl dazu führen, dass die Kluft zwischen Kritikern und Publikum diesmal sogar noch grösser sein wird als beim ersten Teil.

Was soll ich sagen? Wer den Film kritisiert, hat gute Gründe. Aber wer nach dem Abspann mit einem Grinsen aus dem Kino geht, auch. Ich persönlich? Ich schiele noch immer.

Titelbild: Nintendo / Illumination Studios

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Ich schreibe über Technik, als wäre sie Kino, und über Filme, als wären sie Realität. Zwischen Bits und Blockbustern suche ich die Geschichten, die Emotionen wecken, nicht nur Klicks. Und ja – manchmal höre ich Filmmusik lauter, als mir guttut.


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