Your data. Your choice.

If you select «Essential cookies only», we’ll use cookies and similar technologies to collect information about your device and how you use our website. We need this information to allow you to log in securely and use basic functions such as the shopping cart.

By accepting all cookies, you’re allowing us to use this data to show you personalised offers, improve our website, and display targeted adverts on our website and on other websites or apps. Some data may also be shared with third parties and advertising partners as part of this process.

Anna Sandner
Background information

Ausprobiert: Warum ich süchtig nach meinem Balanceboard geworden bin

Anna Sandner
3.7.2026
Pictures: Anna Sandner

Kann ein Balanceboard meine Sprunggelenke stabilisieren? Ich habe es ausprobiert und gemerkt, wie schnell aus Pflichttraining eine feste Gewohnheit werden kann – wenn es nur genug Spaß macht.

Meine Sprunggelenke sind nicht die stabilsten. Ich knicke leicht um und laufe dadurch Gefahr, mir Bänder zu zerren oder Schlimmeres einzuhandeln. Also muss etwas her, das sie gezielt trainiert und Verletzungen vorbeugt.

Gut geeignet sind dafür Balanceübungen. Bei meiner Recherche zum Thema begegnet mir immer wieder ein Wort: Balanceboard. Yes! Endlich ein Grund, um mal eines dieser An-Land-Surfboards auszuprobieren. Und so dauert es nicht lang, bis mein Ausprobiert-Plan für eine (oder zwei, oder drei…) neue, gesunde Woche(n) steht. Ich will jeden Tag mehrere kurze Balanceboard-Einheiten einlegen, für den Anfang plane ich mit drei Sessions à fünf bis zehn Minuten pro Tag.

Soweit die Theorie. In der Praxis werfe ich meinen Plan allerdings schnell wieder über den Haufen. Denn ich hatte nicht bedacht, wie spaßig dieses Trocken-Surferlebnis ist. Aber von vorne.

Das richtige Board finden

Die Vielfalt an Balanceboards ist gigantisch. Als alte Windsurferin steht für mich aber schnell fest: Es muss ein Roller Board sein, also ein surfbrettähnliches Holzbrett, das auf einer Korkrolle liegt. Ich entscheide mich für dieses Modell von Sport Thieme:

Erst mal vorsichtig, dann mit riesigem Vergnügen

Es ist einige Zeit her, dass ich auf einem echten Surfboard stand und so wage ich mich am ersten Tag eher vorsichtig und etwas wackelig aufs Brett. Um für den Anfang Sicherheit zu bekommen, halte ich mich an einem Stuhl fest. Das Gefühl ähnelt tatsächlich dem beim Surfen. Ich gehe instinktiv leicht in die Knie und balanciere mein Gewicht auf dem instabilen Brett aus. Zu meinem Erstaunen stehe ich nach wenigen Minuten bereits sicher genug, um meine Hände von der stützenden Stuhllehne zu lösen. Und es klappt. Bis ich nach etwa 30 Sekunden aus dem Gleichgewicht komme und das Board seitlich von der Rolle rutscht. Ich kann mich gerade noch abfangen. Nochmal gut gegangen. Ich beende vorsichtshalber meinen Einstiegsversuch, freue mich aber schon auf die nächste Runde.

Schon am ersten Tag angefixt

Es hat derart Spaß gemacht, dass ich nun wirklich schon am ersten Tag auf meinen selbst auferlegten Trainingsplan pfeife und bereits nach etwa einer Stunde wieder auf dem Brett stehe. Ich bin ehrlich begeistert.

Nach dem ersten Tag klappt das Stehen ohne Festhalten schon relativ sicher. Noch muss ich allerdings durchgehend ausgleichen und kann noch nicht in Ruhe mittig mit dem Board auf der Rolle stehen bleiben. Die Wellenbewegungen, die ich mit dem Board ziehe, entstehen durch das ständige Ausgleichen meiner reflexartigen Bewegungen. Das bringt Spaß, ist mir aber noch zu unkontrolliert, um wirklich sicher zu sein. Aber es ist gerade mal der erste Tag. Und es werden noch viele folgen.

Muskelkater an ganz neuen Stellen

An Tag 2 stehe ich noch vor dem Zähneputzen wieder auf dem Board. Ich muss unbedingt herausfinden, ob ich mir den Spaß vom Vortag vielleicht nur eingebildet habe. Nein, keine Illusion – es ist einfach großartig. Ich habe absolut das richtige Trainingsgerät für mich (und meine Sprunggelenke) gefunden.

In meiner Euphorie übertreibe ich es allerdings ziemlich schnell. Schon ab dem dritten Tag plagt mich ein Muskelkater in den Beinen, und zwar an Stellen, von denen ich nicht wusste, dass sie sich so deutlich melden können. Langsamer anzufangen, so wie ursprünglich geplant, wäre vermutlich die klügere Idee gewesen. Notgedrungen schalte ich einen Gang zurück, lasse es aber trotz ziehender Muskeln nicht ganz bleiben. Zwei Tage später ist der Muskelkater verschwunden und hat einem angenehm kräftigen Gefühl in den Beinen Platz gemacht.

So wird das Board in kürzester Zeit zum festen Einrichtungsgegenstand im Wohnzimmer. Ich steige beim Vorbeigehen immer wieder kurz drauf, lege mehrmals täglich kleine Fünf-Minuten-Sessions ein und surfe zwischendurch auch mal länger durchs Wohnzimmer. Auch der Rest der Familie ist neugierig geworden und stellt sich immer mal wieder selbst aufs Brett. Offenbar bin nicht nur ich dem Wackelding verfallen.

Es läuft – bis es einmal nicht läuft

Nach gut zwei Wochen fühle ich mich richtig sicher auf dem Board. Ich kann inzwischen ruhig balancieren und sogar bewegungslos auf der Rolle stehen. Sogar kontrolliertes Kippen in die eine und dann wieder in die andere Richtung klappt. Trotzdem habe ich auch brenzlige Momente: Zweimal flutscht die Rolle unter dem Brett weg. Beim ersten Mal kann ich mich gerade noch abfangen, beim zweiten liege ich im Bruchteil einer Sekunde auf dem Boden. Zum Glück ist nichts passiert.

Dass das auch ganz anders ausgehen kann, wird mir in derselben Zeit klar. Eine Freundin erzählt mir, dass sie gestürzt ist und am Ellbogen operiert werden muss. Ursache war ausgerechnet ein Balanceboard: Beim Üben ist sie vom Brett geflogen und hat sich den Ellbogen gebrochen. Autsch. So sehr ich mein Brett inzwischen ins Herz geschlossen habe, ganz ohne Sturzrisiko ist das Ganze definitiv nicht.

Was nach zwei Monaten spürbar ist

Inzwischen gehört die tägliche Surfeinlage seit knapp zwei Monaten zu meinem Alltag. Es macht mir immer noch genauso viel Spaß wie am ersten Tag und ich möchte das Brett nicht mehr missen. Der anfängliche Muskelkater ist nicht zurückgekehrt.Dafür habe ich ziemlich klar das Gefühl, dass meinen Sprunggelenken das Training guttut. Ich stehe gefühlt stabiler, knicke im Alltag nicht mehr ganz so leicht um und fühle mich insgesamt etwas trittsicherer. Ob das nur ein Gefühl ist oder schon der Beginn eines belastbaren Trainingseffekts, kann ich mit meinem kleinen Selbstversuch natürlich nicht beweisen. Für mich reicht das völlig, um dranzubleiben.

Warum ich bis jetzt drangeblieben bin

Nach zwei Monaten steht das Balanceboard immer noch im Wohnzimmer und ich steige immer noch fast täglich drauf. Das sagt eigentlich schon alles, oder? Ich nutze es, weil ich Lust darauf habe, nicht weil ich mich daran erinnern muss, noch meine Sprunggelenke zu trainieren. Es hat geschafft, woran viele gute Vorsätze scheitern: Es ist vom Trainingsgerät zur Gewohnheit geworden.

Header image: Anna Sandner

9 people like this article


User Avatar
User Avatar

Science editor and biologist. I love animals and am fascinated by plants, their abilities and everything you can do with them. That's why my favourite place is always the outdoors - somewhere in nature, preferably in my wild garden.


Background information

Interesting facts about products, behind-the-scenes looks at manufacturers and deep-dives on interesting people.

Show all

These articles might also interest you

2 comments

Avatar
later