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Jan Johannsen
Produkttest

30 Prozent mehr Akkulaufzeit als sein Vorgänger: Xiaomi 17T Pro im Test

Mit neuer Akkutechnologie verlängert Xiaomi die Akkulaufzeit des 17T Pro. Neue Fotofunktionen machen das Top-Smartphone zusätzlich interessant.

Der Kamerabuckel wird wieder massiver, der Chipsatz geht eine Generation weiter, die Hauptkamera erhält einen neuen Bildsensor: Am Ende bleibt der größere Akku die Neuerung des Xiaomi 17T Pro mit der bedeutensten Auswirkung – allerdings hat der Hersteller mit dem Xiaomi 17 ein Topmodell im gleichen Preisbereich.

Rückkehr zum alten Kamerabuckel

Ich mochte die abgeflachten Kanten beim Kamerabuckel des Xiaomi 15T Pro. Xiaomi geht mit dem 17T Pro optisch trotzdem einen Schritt zurück. Die Erhebung um die Kameras wirkt ohne die abgeschliffenen Übergänge wieder massiver. Im Verhältnis zum übrigen Gehäuse und manch anderem Smartphone ist die Erhebung aber nicht so hoch. Die mitgelieferte Hülle verkleinert sie optisch.

Der Kamerabuckel ist nicht mehr abgeflacht.
Der Kamerabuckel ist nicht mehr abgeflacht.

Das AMOLED-Display misst 6,83 Zoll in der Diagonale. Seine Auflösung von 2772 × 1280 Pixeln sorgt für eine scharfe Darstellung und die Bildwiederholrate passt sich von 1 bis 144 Hertz automatisch an. Es ist hell genug für die Nutzung im Sonnenschein, auch wenn der angegebene Spitzenwert von 3500 Nits nur kurzzeitig bei HDR-Inhalten erreicht wird. Gorilla Glass 7i schützt den Bildschirm vor Kratzern.

Das Display lässt keine Wünsche offen.
Das Display lässt keine Wünsche offen.

Mit dem «EyeCare Shield» bietet Xiaomi mehrere Einstellungen an, die deine Augen schonen sollen. Der Augenkomfortmodus passt etwa die Farben automatisch an App-Typen und Sonnenstand an. Ich kann die Intensität des Blaulichtfilters wählen und der Ansicht eine Papiertextur verpassen. Dadurch wirken Flächen optisch rauer. Die Farbintensität lässt sich verringern oder komplett auf Graustufen umschalten.

Xiaomi bietet viele Displayeinstellungen an, die die Augen schonen sollen.
Xiaomi bietet viele Displayeinstellungen an, die die Augen schonen sollen.

Der Rahmen des Xiaomi 17T Pro besteht aus Aluminium, die Rückseite aus Kunststoff. Sie bleibt nicht komplett von Fingerabdrücken verschont, zieht sie aber nicht magisch an. Das gesamte Gehäuse ist nach IP68 wasser- und staubdicht. Für die Nutzung unter Wasser ist das Smartphone trotzdem nicht gedacht.

Bühnenmodus für Konzerte und Supermond für den Erdtrabanten

Die Hauptkamera des Xiaomi 17T bekommt mit dem Light Fusion 950 einen neuen Bildsensor. Die Verbesserungen gegenüber dem Light Fusion 900 im Vorgänger springen mir nicht sofort ins Auge. An den anderen Kameras ändert Xiaomi im Vergleich zum 15T Pro nichts. Dafür überzeugen mich zwei neue Funktionen, die hauptsächlich mit der Telekamera nutzbar sind: der Bühnenmodus und der Supermond.

Die Kameras auf der Rückseite.
Die Kameras auf der Rückseite.

Der erwähnte Sensor der Hauptkamera bietet eine Auflösung von 50 Megapixeln. Die Telekamera kommt auf die gleiche Auflösung und hat im Vergleich zur Hauptkamera die fünffache Brennweite: 115 mm (KB-Äquivalent). Die Ultraweitwinkelkamera muss mit 12 Megapixeln auskommen und die Frontkamera nimmt Selfies mit 32 Megapixeln auf.

Ein Bühnenmodus für Konzerte oder Theater

Im Bühnenmodus passen sich die Kameraeinstellungen und die Nachbearbeitung des Fotos an die Besonderheiten eines Konzerts, einer Theateraufführung oder anderer Veranstaltungen auf einer Bühne an. So verhindert der Bühnenmodus Überbelichtungen der ausgeleuchteten Bereiche und versucht nicht, auf einer Bühne oft vorhandene schwarze Bereiche künstlich aufzuhellen. Sie dürfen richtig dunkel bleiben.

Der Bühnenmodus funktioniert sinnvollerweise auch mit der Telekamera. Davon konnte ich mich bei der Vorstellung der 17T-Serie direkt überzeugen:

Den Erdtrabanten im Blick

Ebenfalls neu ist der Aufnahmemodus «Supermond». Dieser schaltet sich automatisch ein, wenn ich beim Zoomen die zwanzigfache Vergrößerung überschreite und die Kamera den Mond als Motiv erkennt. Die Software sorgt im Hintergrund dafür, dass ich ein scharfes und erstaunlich detailreiches Bild des Mondes erhalte. Im Vergleich zum Google Pixel 10 Pro XL sieht das Ergebnis so aus.

Samsung sorgte bereits vor Jahren mit akkuraten Mondfotos für Aufsehen. Der Verdacht lautete damals, Samsung würde Nutzerinnen und Nutzern Bilder aus einer Datenbank gegen die eigenen austauschen. Freundlicher gesagt: Da der Mond von der Erde immer gleich aussieht, kann die KI ihn besser nachbearbeiten als andere Motive.

Wie bei allen Xiaomi-Smartphones, bei denen Leica die Finger mit im Spiel hat, steht auch beim Xiaomi 17T Pro die Entscheidung für einen der zwei Bildstile an. Standardmäßig ist «Leica Vibrant» aktiv und soll Bilder mit Social-Media-Ästhetik liefern. «Leica Authentic» soll dagegen den klassischen «Leica Look» analoger Kameras nachbilden. Im Ergebnis sieht der Unterschied so aus:

Als weitere Neuerung hat Xiaomi den «Leica Live Moment» angekündigt. Das entsprechende Softwareupdate ist aber noch nicht erschienen. Deswegen kann ich dir nicht sagen, ob es nur eine Umbenennung der bereits vorhandenen «Live Moment»-Funktion ist. Diese nimmt nicht nur ein Foto auf, sondern speichert auch ein kurzes Video des Moments vor dem Foto. Als Neuerung der Leica-Ergänzung hat Xiaomi bisher nur Nachbearbeitungsoptionen gezeigt.

Kameras überzeugen insgesamt

Von den drei Kameras auf der Rückseite bietet die Ultraweitwinkellinse die schlechteste Bildqualität. Sie ist etwas pixeliger und die Farben sind etwas stumpfer. Die Unterschiede fallen aber erst am großen Bildschirm auf. Auf dem Smartphone wirken die drei Kameras gleichwertig.

Die Ultraweitwinkelkamera liefert für sich genommen brauchbare Bilder.
Die Ultraweitwinkelkamera liefert für sich genommen brauchbare Bilder.

Die Detailgenauigkeit ist hoch und starke Kontraste stellen keine der Kameras vor Probleme. Mit dem Teleobjektiv kommst du ohne Qualitätsverluste näher an Motive heran.

Die Hauptkamera ist dann aber bei genauerer Betrachtung schärfer und die Farben etwas intensiver.
Die Hauptkamera ist dann aber bei genauerer Betrachtung schärfer und die Farben etwas intensiver.
Die Telekamera ist mit der Hauptkamera gleichauf und lässt sich ohne Bedenken benutzen.
Die Telekamera ist mit der Hauptkamera gleichauf und lässt sich ohne Bedenken benutzen.

Bei Dunkelheit setzt sich die Erkenntnis fort: Die Ultraweitwinkelkamera bleibt hinter den anderen beiden zurück.

Bei Dunkelheit werden die Nachteile der Ultraweitwinkelkamera trotz Nachtmodus durch sichtbarer und die Aufnahme unschärfer.
Bei Dunkelheit werden die Nachteile der Ultraweitwinkelkamera trotz Nachtmodus durch sichtbarer und die Aufnahme unschärfer.
Die Hauptkamera hat dagegen keine Probleme mit der Dunkelheit.
Die Hauptkamera hat dagegen keine Probleme mit der Dunkelheit.
Die Telekamera liefert bei Dunkelheit ebenfalls ein detailreiches Bild.
Die Telekamera liefert bei Dunkelheit ebenfalls ein detailreiches Bild.

Größere Akkukapazität verlängert die Laufzeit

Das Xiaomi 17T Pro verfügt mit einer Kapazität von 7000 mAh über den größten Akku in einem Smartphone, das Xiaomi außerhalb Chinas verkauft. Gegenüber dem Vorgänger ist das ein Plus von 1500 mAh, also etwa 27 Prozent mehr. Die neue Batterie verfügt über einen größeren Lithium-Kohlenstoff-Anteil und nimmt deswegen beim Volumen nicht um 27 Prozent zu. Ihre genauen Abmessungen kenne ich allerdings nicht und das 17T Pro ist neun Gramm schwerer geworden und wiegt 219 Gramm.

Die Akkulaufzeit erhöht sich bei meiner Messung um etwas über fünf Stunden oder 30 Prozent auf 21 Stunden und 26 Minuten und sichert sich damit eine Platz am Ende unserer aktuellen Top 10 nach Akkukapazität. Der Vorgänger kam in dem Test nur auf 16 Stunden und 23 Minuten. Der Zuwachs entspricht im Verhältnis etwa der zusätzlichen Kapazität.

Geladen wird das Xiaomi 17T Pro über USB-C oder drahtlos.
Geladen wird das Xiaomi 17T Pro über USB-C oder drahtlos.

Die Ladeleistung fällt mit bis zu 100 Watt hoch aus, aber nur, wenn das Ladegerät die HyperCharge-Schnellladetechnologie von Xiaomi unterstützt. Im Lieferumfang befindet sich kein Netzteil. Drahtlos nimmt das 17T Pro bis zu 50 Watt entgegen.

Mit dem Mediatek Dimensity 9500 verbaut Xiaomi im 17T Pro im Vergleich zum Vorgängermodell die nächste Chip-Generation. Im Durchschnitt mehrerer Benchmark-Tests messe ich eine Steigerung der CPU-Leistung um 20 Prozent. Die GPU-Leistung nimmt um zehn Prozent zu. Im Vergleich zum Snapdragon 8 Elite Gen 5 des Xiaomi 17 und 17 Ultra schneidet der Dimensity etwas schlechter ab. Trotzdem sind alle Chips leistungsfähig genug für die allermeisten Anwendungen.

Quickshare funktioniert mit AirDrop

Auf dem Xiaomi 17T Pro läuft HyperOS 3, das auf Android 16 basiert. Es soll die Liste an Apps erweitern, die «Hyper Island» zur Anzeige von Informationen nutzt. Damit ist der Bereich rund um die Frontkamera gemeint, der verdächtig an die «Dynamic Island» des iPhones erinnert.

Quickshare funktioniert jetzt auch auf Xiaomi-Smartphones mit AirDrop.
Quickshare funktioniert jetzt auch auf Xiaomi-Smartphones mit AirDrop.

Mit dem 17T Pro kann Xiaomi zudem Quickshare mit AirDrop verbinden und so drahtlos Daten mit iPhones, iPads und Macs austauschen. Zu den Besonderheiten von HyperOS gehört die Interkonnektivität. Damit lassen sich ähnlich wie im Apple-Ökosystem Apps geräteübergreifend nutzen oder das Smartphone von anderen Geräten steuern. Das gehört bisher nicht zum Standardumfang von Android.

Xiaomi fasst seine KI-Tools und den persönlichen Assistenten Gemini unter dem Label HyperAI zusammen. Sie dienen hauptsächlich für Übersetzungen, helfen aber auch beim Schreiben oder Bearbeiten von Bildern.

Xiaomi sammelt seine KI-Tools übersichtlich in den Einstellungen.
Xiaomi sammelt seine KI-Tools übersichtlich in den Einstellungen.

Die hohe Zahl an vorinstallierten Apps auf Xiaomi-Smartphones bleibt auch beim 17T Pro unverändert. Xiaomi versorgt es fünf Jahre lang mit Funktionsupdates. Sicherheitsaktualisierungen erhält das Smartphone sechs Jahre lang.

Fazit

Die 1b-Variante unter Xiaomis Topmodellen

Die verlängerte Akkulaufzeit ist der größte Vorteil des Xiaomi 17T Pro. Davon abgesehen erwartet dich ein hervorragendes Display mit mehr Einstellungen als bei anderen Herstellern. Die Leistung ist mehr als ausreichend, die Haupt- sowie die Telekamera liefern schöne Bilder. Mit dem Bühnenmodus und der Quickshare-Kompatibilität mit AirDrop gibt es zwei hilfreiche neue Software-Funktionen.

Der nicht mehr abgeflachte Kamerabuckel ist nur ein kleiner optischer Makel. Größter Nachteil ist für mich die Ultraweitwinkelkamera, die qualitativ nicht mit den anderen beiden Kameras mithält.

Die T-Serie ist quasi die 1b-Variante von den Topmodellen von Xiaomi und ist dort inzwischen auch preislich angekommen. Das Xiaomi 17 ist ähnlich teuer, etwas kompakter und hat vor allem eine bessere Ultraweitwinkelkamera.

Pro

  • lange Akkulaufzeit
  • Bühnenmodus der Kamera
  • Quickshare funktioniert mit AirDrop

Contra

  • Kamerabuckel nicht mehr abgeflacht
  • Ultraweitwinkelkamera schlechter als die anderen Kameras
  • Preis-Leistung nicht mehr so attraktiv wie in der Vergangenheit
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Titelbild: Jan Johannsen

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Als Grundschüler saß ich noch mit vielen Mitschülern bei einem Freund im Wohnzimmer, um auf der Super NES zu spielen. Inzwischen bekomme ich die neueste Technik direkt in die Hände und teste sie für euch. In den letzten Jahren bei Curved, Computer Bild und Netzwelt, nun bei Digitec und Galaxus. 


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