7 Brett- und Kartenspiele, die du haben musst
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7 Brett- und Kartenspiele, die du haben musst

Ramon Schneider
Zürich, am 27.03.2020

Brett- und Kartenspiele gibt es wie Sand am Meer. Doch mit welchen soll ich meine Sammlung starten? Diese sieben Spiele dürfen aus meiner Sicht nicht fehlen.

Oft werde ich gefragt, was das beste Spiel aller Zeiten ist? Diese Frage kann ich nicht ohne Gegenfragen beantworten: Für wie viele Leute? Welche Altersgruppe? Kurz oder ausgedehnt? Gegeneinander oder kooperativ? Auf Boardgamegeek sind über eine Million Spiele gelistet. Dort den Überblick zu behalten, ist schwierig. Klar, es gibt ein Ranking, aber wer hat die Spiele bewertet? Zum Beispiel ist das erstplatzierte Brettspiel «Gloomhaven» nichts für Brettspielneulinge, da es zu komplex ist. Mit welchen Spielen soll ich nun meine Sammlung starten?

Natürlich könnte ich Monopoly, Das verrückte Labyrinth oder Die Siedler von Catan erwähnen. Die hast du vermutlich bereits gespielt oder sie hängen dir gar zum Hals raus. Deshalb gebe ich dir eine Liste mit zehn Spielen, die in fast jeder Situation passen und/oder fast jeden Spielabendteilnehmer ansprechen. Vielleicht ist sogar das zukünftige Spiel das Jahres 2020 dabei, wer weiß.

7 Wonders

Eins meiner persönlichen Favoriten dieser Liste. Hat nicht unbegründet viele Preise gewonnen, unter anderem das Kennerspiel des Jahres 2011. Auch wenn das Spiel schon älter ist, wird es in unserer Spielrunde immer wieder gerne gespielt. Es ist gemütlich und relativ einfach zu spielen. Du kannst nicht viel falsch machen, in späteren Partien merkst du aber, wie du deine Punktzahl maximieren und schließlich gewinnen kannst.

  • 3 – 7 Spieler, je nach Erweiterung auch 8
  • ab 10 Jahren
  • ca. 40 Minuten, wenn du es nicht zum ersten Mal spielst

Für: taktische, gemächliche Herrscher, die vor einer langen Partie nicht zurückschrecken.

So wird gespielt: Du leitest eine der grössten Städte der Antike. Durch geschicktes Bauen diverser Gebäude kommst du zu Ressourcen, Errungenschaften und Kampfeinheiten. Außerdem kannst du versuchen, ein Weltwunder zu errichten. In jedem Zeitalter (insgesamt drei) erhältst du sieben Karten. Du wählst eine Karte aus, zahlst die Ressourcen und baust das entsprechende Gebäude an dein Spielertableau. Hast du zu wenig Ressourcen, kannst du sie vom Nachbarn kaufen. Danach reichst du die restlichen sechs Karten je nach Zeitalter deinem linken oder rechten Nachbarn weiter. Das geht solange, bis alle Karten ausgespielt wurden. Am Ende jedes Zeitalters wird jeweils deine militärische Stärke bewertet. Beim ersten Spielen empfehle ich dir, die Aktionen der ersten paar Runden miteinander abzuhandeln. Normalerweise wird das Spiel gleichzeitig gespielt.

Biberbande

Das Spiel ist kurzweilig und macht Spaß. Ob unterwegs, mit fremdsprachigen Mitspielern, mit Kindern, mit betrunkenen Erwachsenen, am Ende eines Spielabends; es passt immer. Biberbande ist ein einfaches, feines Kartenspiel, bei dem du möglichst wenig Punkte sammeln sollst.

  • 2 – 6 Spieler
  • ab 6 Jahren
  • ca. 20 Minuten

Für: alle. Ideal für den Einstieg oder Abschluss eines Spielabends.

So wird gespielt: Jeder Spieler erhält vier Karten. Diese legst du verdeckt in eine Reihe vor dir ab. Die äussere linke und rechte Karte darfst du dir jeweils einmal anschauen und merken. Danach startet das Spiel: Der erste Spieler zieht eine Karte vom Nachziehstapel und entscheidet, ob er sie behalten oder ablegen will. Ist es eine Karte mit tiefem Wert, tauschst du sie gegen eine eigene Karte aus und legst die andere Karte offen ab. Es besteht immer ein Risiko, denn die ausgetauschte Karte muss abgeworfen werden, auch wenn sie besser ist. Der nächste Spieler kann die abgeworfene Karte nehmen, oder eine vom Stapel ziehen. Joker-Karten machen das Spiel noch interessanter. Am Ende einer Spielrunde werden alle Karten aufgedeckt und die Zahlenwerte der Karten notiert. Wer am wenigsten Punkte hat, gewinnt.

Carcassonne

Du erstellst gemeinsam mit deinen Mitspielern eine Landkarte mit Burgen, Klöstern und Wegen. Das Spiel ist nicht übermäßig anspruchsvoll, schnell gelernt, bietet viele Möglichkeiten und wurde als Spiel des Jahres 2001 ausgezeichnet. Ich kenne kein Spiel, das mehr Erweiterungen hat.

  • 2 – 5 Spieler, je nach Erweiterung auch mehr
  • ab 8 Jahren
  • ca. 40 Minuten, je nach Erweiterung auch länger

Für: Adlige und alle, die es werden wollen.

So wird gespielt: Wähle eine Farbe. Zieh ein Kärtchen. Baue es an andere Kärtchen. Beanspruche ein Gebiet (Burg, Kloster, Weg oder Wiese) und kassiere die Punkte. Fertig. Nächster Spieler. Einfacher geht’s gar nicht. Ok, ein bisschen ausführlicher: Natürlich gibt es gewisse Regeln, wie du die Kärtchen legen darfst. Wiese neben Wiese, Burg neben Burg und Strasse neben Strasse. Danach legst du eine deiner Figuren auf das gewünschte Feld. Sollte das Feld von einem anderen Mitspieler bereits beansprucht worden sein, darfst du dich für ein anderes Feld entscheiden. Wenn du eine Burg, einen Weg oder ein Kloster fertigstellst, darfst du sofort die Punkte kassieren und deine Figur steht dir wieder zur Verfügung. Aufgepasst: Die Anzahl Figuren pro Spieler sind begrenzt. Sobald du das letzte Kärtchen gelegt hast werden nicht fertig gebaute Felder und die Bauern gewertet und es gewinnt der Spieler mit den meisten Punkten.

Der Kartograph

Beim Kartograph wird gemalt. Die Bilder müssen nicht schön, aber erkennbar sein. Bäume solltest du von Häusern unterscheiden können. Tolles Spiel und schnell erlernt, obwohl es vom Spieleverlag als Kennerspiel markiert wurde. Du kannst es sogar alleine spielen, falls niemand Zeit hat.

  • ab 1 Spieler
  • ab 10 Jahren
  • ca. 40 Minuten

Für: Fans von Kritzeleien, anspruchsvollere Spieler.

So wird gespielt: Theoretisch können unendlich viele Spieler teilnehmen, sofern alle die ausgelegten Karten sehen. Jeder erhält ein Papier mit einer vorgedruckten Karte und einen Stift. Die Punktewertekarten werden gemischt und offen ausgelegt. Diese geben an, womit du Zusatzpunkte generieren kannst. Dann geht’s los: Die erste Karte wird aufgedeckt und zeigt eine Form und Art an, zum Beispiel ein Viereck und einen Wald (deshalb musst du Bäume malen können). Diese Form und Art musst du nun auf dein Papier zeichnen und dadurch eine Landschaft kartografieren. Es gibt auch Monsterkarten: Die darfst du auf das Papier deines Nachbarns zeichnen, was ihm Minuspunkte gibt. Weitere Formen und Arten werden aufgedeckt, bis ein gewisser Wert erreicht wurde. Dann werden die Zwischenpunkte gezählt. Nun folgt eine neue Runde mit neuen Karten und Monstern, bis alle Runden gespielt wurden. Der Spieler mit den meisten Punkten, gewinnt.

Die Crew: Reist gemeinsam zum 9. Planeten

Du bist Mitglied einer Crew, die in 50 Missionen einen unbekannten Planeten finden will. Ich habe es schon mehrmals gespielt und bin noch nicht bei der letzten Mission angelangt. Sehr gutes Spiel, um in die Welt der kooperativen Spiele einzutauchen. Klarer Vorteil von diesem Spiel, das ganz klar an Jassen erinnert: Es gibt keinen Alpha-Spieler. Also niemand, der andere im Spiel herumkommandieren kann. Meine Vermutung ist, dass «Die Crew» zum Spiel des Jahres 2020 werden könnte.

  • 2 – 5 Spieler
  • ab 10 Jahren
  • Erste Mission: 5 Minuten

Für: Astronauten, die gerne im Team arbeiten und kein Problem mit Stichspielen haben.

So wird gespielt: Das Spielprinzip ist wie beim Jassen: Es ist ein Stichspiel mit Bedienpflicht. Es gibt vier Farben und Trumpf, die Raketen. Wenn du beispielsweise eine blaue Karte legst, müssen alle anderen auch eine blaue Karte legen. Wenn niemand eine blaue Karte hat, darf eine andere Farbe oder eine Rakete gelegt werden. Eine Rakete schlägt jede andere Karte. Sobald alle Spieler eine Karte gespielt haben, gewinnt die höchste Karte der Stichfarbe, außer es ist eine Rakete dabei. Hinzu kommt, dass du nur auf eine Art kommunizieren darfst: Du legst vor dir eine Karte ab und teilst Informationen über deine Karten mit, indem du ein kleines grünes Plättchen in gewisser Weise auf die Karte legst. Klar soweit? Erschwerend kommen Missionen ins Spiel: Aufträge müssen von einzelnen Astronauten oder allen Crewmitglieder erfüllt werden, damit ihr die nächste Mission antreten dürft.

Ganz schön clever

«Ganz schön clever» ist tatsächlich bis zur letzten Runde hoch spannend. Ein Würfelspiel, bei dem du dich mit etwas Geschick nicht auf Glück verlassen musst. Das kommt mir bei meinem Würfelpech entgegen: Risiko, Monopoly und Mensch ärgere dich nicht liegen mir nicht! «Ganz schön clever» schafft den schmalen Grat zwischen Taktik und Glück. Außerdem war es auf der Nominierungsliste zum Kennerspiel des Jahres 2018.

  • 1 – 4 Spieler
  • ab 8 Jahren
  • ca. 30 Minuten

Für: Yatzy-Fans, Würfelfreudige.

So wird gespielt: Du erhältst ein vorgedrucktes Blatt Papier. Die Rundenanzahl variiert je nach Anzahl Spieler. Als erster Spieler würfelst du alle Würfel. Aus dem Wurf darfst du entscheiden, welchen Würfel du behalten willst. Die Würfel, die eine tiefere Augenzahl haben, musst du auf das Silbertablett legen. Die restlichen Würfel würfelst du erneut. Sobald du drei Würfel hast, musst du die Anzahl Augen gemäss Regeln auf deinem Papier eintragen. Durch geschicktes Wählen des Würfels, kannst du auch Kettenreaktionen auslösen oder Joker freischalten. Dadurch erhältst du mehr Möglichkeiten oder löst weitere Kettenreaktionen aus. Gleichzeitig dürfen deine Mitspieler einen Würfel vom Silbertablett auswählen, welchen sie auf ihrem Papier eintragen. Sobald alle Spieler damit fertig sind, ist der nächste Spieler am Zug. Am Ende gewinnt, wer die meisten Punkte sammelt.

Santorini

Eines meiner Lieblingsspiele, die sehr gut zu zweit spielbar sind. Baue dein Santorini und erreiche die Spitze der Insel. Dein Gegner will das aber auch. «So simpel wie TicTacToe, so taktisch wie Schach», fasste ein Mitspieler das Spiel einmal treffend zusammen. Du musst vorausdenken und darauf achten, was der Gegenspieler macht. Das Spiel kann auch in 2er-Teams gespielt werden, zu zweit ist es aber am besten. Mit der Erweiterung kommen noch Götterkarten dazu, welche dir weitere Fähigkeiten geben.

  • 2 – 4 Spieler
  • ab 8 Jahren
  • ca. 30 Minuten

Für: Zweisamkeit, 2er-Teams oder TicTacToe-Fans.

So wird gespielt: Starten wir mit den einfachen Grundregeln: Du darfst eine deiner Figuren um ein Feld bewegen, auch diagonal. Horizontal ist nur jeweils um eine Etage nach oben oder unten möglich. Danach baust du einen Gebäudeteil. Das darfst du auf jeder Etage. Es gibt insgesamt vier Etagen: drei begehbare und eine nicht begehbare Kuppel. Mit dem Bau der Kuppel verhinderst du, dass dein Gegenspieler das Feld betritt. Erreichst du die oberste Etage, gewinnst du. Das war's auch schon.

Sieben Spiele waren dir noch nicht genug? In meinem nächsten Beitrag empfehle ich dir Spiele für anspruchsvolle Spieler. Falls du nicht warten kannst, hier gelangst du zum gesamten Spielesortiment.

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Ramon Schneider
Ramon Schneider

Junior Editor, Zürich


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