Meinung

AMD-Prozessoren ab 2023: Dümmste mobile CPU-Benennung ever?

Martin Jud
Martin Jud
08.09.2022

Lust auf Zahlensalat? AMDs mobile Prozessoren servieren ihn ab 2023. Das neue Benennungsschema beginnt mit dem Portfoliomodelljahr – also dem Einführungsjahr der CPU – statt dem Modell. What?!

AMD stellt absurdes Marketingdenken über die Logik. Anstelle eines Modellhinweises, beginnen die Benennungen bei mobilen AMD CPUs ab 2023 mit dem Portfoliomodelljahr. Prozessorbezeichnungen werden im Jahr 2023 weiterhin aus vier Ziffern und einem Buchstabensuffix bestehen. Dadurch lässt sich weiterhin die Prozessorgeneration und Leistung ablesen, jedoch sind die Informationen neu angeordnet.

Als Beispiel dient der Ryzen 5 7640U, doch gilt das neue Namensschema fürs gesamte mobile AMD-Portfolio.

Bild: AMD
Bild: AMD
  1. Die erste Zahl steht neu für das Jahr des Portfolios. Die Sieben steht für 2023, da die Zählung bei den ersten Ryzen CPUs aus dem Jahr 2017 beginnt.
  2. Die zweite Zahl widerspiegelt das Marktsegment. Dabei stehen die Zahlen aufsteigend mit der Eins für die schwächsten, bis hin zur Neun für die leistungsstärksten CPUs – also für Athlon Silver bis Ryzen 9.
  3. Die dritte Zahl zeigt, welche Architektur der Chip hat. Zen 1 bekommt eine Eins – Zen 2 die Zwei, und so weiter.
  4. Die vierte Zahl steht für unterschiedliche Versionen innerhalb der Architektur. Langsamere Chips werden mit einer Null versehen, schnellere mit einer Fünf.
  5. Das Suffix am Schluss gibt weiterhin die Thermal Design Power (TDP) an. Prozessoren ab 55 Watt Leistungsaufnahme erhalten ein «HX» – bei 35 Watt steht «HS», bei 15 bis 28 Watt «U» oder «C» (Chromebooks) und bei 9 Watt ein «e».

Phu, alles klar? Für mich ist das eher bizarr, denn bei den Desktop-CPUs hält der Hersteller (vorerst?) an der aktuellen Praktik fest. Ich kann mich zwar sicher an das neue Namensschema gewöhnen, muss für Desktop aber jeweils wieder umdenken.

Doch was ist mit Hinz und Kunz, die sich Anderes gewohnt sind? Warum sollte das bei den mobilen AMD-Prozessoren anders sein als bei Intel, wo die ersten beiden Zahlen übersichtlich für die zehnte, elfte oder zwölfte Generation stehen? Oder eben gar anders als bei den eigenen Desktop-Prozessoren? Werden sich die Hinzes schlussendlich über ein vermeintliches AMD-Schnäppchen freuen, das keins ist?

Ich mag AMD, doch mit solch verwirrendem Benennungsschema können sie von mir aus «verryzen». Bitte korrigiert das, denn guter Support und damit auch gutes Marketing beginnt bereits vor dem Kaufentscheid – durch eine logische Kennzeichnung, bei der die erste Zahl bei höherer Nummer auch auf ein tendenziell stärkeres Produkt hinweist.

Titelbild: AMD

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Martin Jud

Der tägliche Kuss der Muse lässt meine Kreativität spriessen. Werde ich mal nicht geküsst, so versuche ich mich mittels Träumen neu zu inspirieren. Denn wer träumt, verschläft nie sein Leben.


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