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Core Ultra 200S Plus: Zwei neue Arrow Lake CPUs
von Jan Johannsen

Auf die Speicherchips folgen die Prozessoren: PC- und Server-Hersteller kämpfen mit einer sich verschärfenden Versorgungskrise bei CPUs von Intel und AMD. Die Lieferzeiten explodieren, die Preise steigen – und ein Ende ist nicht in Sicht.
Wie Nikkei Asia berichtet, zeichnete sich Ende Februar bei grossen PC-Herstellern wie HP und Dell eine spürbare Lücke zwischen benötigten und verfügbaren CPU-Mengen ab. Seitdem hat sich die Situation weiter verschlechtert.
Die durchschnittliche Lieferzeit für einen Prozessor ist von ehemals ein bis zwei Wochen auf inzwischen acht bis zwölf Wochen gestiegen – in Extremfällen sogar auf bis zu sechs Monate. Gleichzeitig sind die Preise im Schnitt um zehn bis 15 Prozent gestiegen, wobei Intel und AMD ihren Kunden ab März respektive April weitere Preiserhöhungen für alle CPU-Serien angekündigt haben. Von April bis Juni soll sich die angespannte Lage weiter verschärfen, was zu noch höheren Preisen führen dürfte.
Treiber der Krise ist der ungezügelte Hunger nach KI-Rechenleistung. Produktionskapazitäten und Materialien werden zunehmend für KI-Chip-Giganten wie Nvidia, Broadcom, Google und Amazon reserviert. Hinzu kommt, dass der Boom bei KI-Rechenzentren auch die Nachfrage nach herkömmlichen Servern in die Höhe treibt – und die brauchen alle CPUs. Laut einem Analysten von Counterpoint Research wächst der Markt für Server in diesem Jahr um fast 15 Prozent, während Intel seine Kapazitäten nur einstellig ausbauen kann.
Die Knappheit bei x86-Prozessoren – der Architektur hinter sämtlichen Intel- und AMD-CPUs – spielt der Konkurrenz in die Hände. Der britische Chip-IP-Anbieter Arm profitiert: Laut Asus, dem fünftgrössten PC-Hersteller der Welt, laufen bereits rund 30 Prozent der Copilot-PCs des Unternehmens auf Arm-basierten Prozessoren, gegenüber etwa 20 Prozent Ende letzten Jahres. Auch im Servermarkt gewinnt Arm an Gewicht – zuletzt mit Nvidias neuem Vera-Server-CPU und einem überraschenden Schritt von Arm selbst: Der Konzern bringt erstmals ein eigenes Server-CPU-Produkt auf den Markt und tritt damit in direkte Konkurrenz zu seinen bisherigen Lizenznehmern.
Ob und wann sich die Lage entspannt, ist unklar. Sowohl Intel als auch AMD kämpfen mit strukturellen Hürden. Intel versucht, die Auslastung seiner eigenen Fertigungsanlagen zu steigern und hat zusätzlich Engpässe bei Chip-Substraten, den Trägermaterialien und Verbindungsstücken der Chips. AMD, das seine Chips ausschliesslich bei TSMC und Samsung fertigen lässt, muss sich dort gegen KI-Schwergewichte wie Nvidia und Google durchsetzen. Bis echte Entlastung kommt, müssen PC- und Server-Käufer mit längeren Wartezeiten und höheren Preisen rechnen.
Als Endkunde bei uns im Shop bemerkst du derzeit noch nichts davon. Die Preise sind stabil. Noch. Es wurden uns bereits Preiserhöhungen angekündigt. Erstaunlich dabei: Intel hat gerade erst die neuen Core-Ultra-200-Prozessoren zu einem verhältnismässig tiefen Preis veröffentlicht. Der dürfte nicht lange so bleiben.
Technologie und Gesellschaft faszinieren mich. Die beiden zu kombinieren und aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten, ist meine Leidenschaft.
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