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News & Trends

Bis zu 6 Tbit/s: Blue Origin kündigt ultraschnelles Satelliteninternet an

Debora Pape
22.1.2026

Blue Origin will mithilfe von mehr als 5000 Satelliten ab Ende 2027 ein Hochleistungsnetz für Unternehmen und staatliche Stellen aufbauen.

Ende 2027 wird es im Erdorbit noch voller: Die private Weltraumfirma Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos will tausende Satelliten in die Umlaufbahn befördern und damit den Satelliten-Internetdienst Tera Wave etablieren. Ein ähnliches System betreibt Elon Musks Unternehmen Space X mit Starlink bereits seit 2020. Und auch Amazon selbst baut mit Amazon Leo einen vergleichbaren Breitbanddienst auf.

Im Gegensatz zu Starlink und Amazon Leo ist Tera Wave jedoch nicht zur Anbindung von Privathaushalten, Schiffen oder Flugzeugen gedacht. Laut Pressemitteilung richtet sich Tera Wave gezielt an Unternehmen, Rechenzentren und staatliche Einrichtungen und will sie mit zuverlässigem, symmetrischem Breitbandinternet versorgen.

Der Vorteil des Systems ist wie bei Starlink die schnelle und von Baumaßnahmen unabhängige Einrichtung: Wo der Breitbandausbau zu langsam vonstatten geht oder gar nicht realisiert wird, kann das Satelliteninternet Abhilfe schaffen. Darüber hinaus stellt Tera Wave Redundanz in den Vordergrund. Das Angebot soll etwa im Falle von Naturkatastrophen, Cyberkriminalität und Glasfaserausfällen sicherstellen, dass kritische Dienste weiterhin erreichbar sind.

Bis zu 6 Tbit/s via Laser-Kommunikation

Laut Website limitiert Blue Origin seine Dienstleistung auf maximal rund 100 000 Kunden, während Starlink viele Millionen Kunden bedient – und dafür eine geringere und zudem asymmetrische Übertragungsrate anbietet. Während Starlink ab 2026 die Gigabit-Schwelle beim Download überschreiten will, wirbt Blue Origin mit einer deutlich höheren Übertragungsgeschwindigkeit.

Insgesamt 5408 Satelliten will das Unternehmen in den Weltraum schießen. 5280 davon werden die Erde in niedrigen Umlaufbahnen von 520 bis 540 Kilometer Höhe umkreisen und per Funksignal bis zu 144 Gigabit pro Sekunde ermöglichen. Weitere 128 Satelliten werden in einem mittleren Erdorbit zwischen 8000 und 24 200 Kilometer Höhe platziert und sollen mittels Laserkommunikation Geschwindigkeiten von bis zu sechs Terabit pro Sekunde realisieren. Sie dienen zudem als optische Backhaul-Lösung für die Satelliten in der niedrigeren Umlaufbahn.

Darstellung der beiden Satellitenorbits, die Tera Wave plant.
Darstellung der beiden Satellitenorbits, die Tera Wave plant.
Quelle: Blue Origin

Sechs Terabit pro Sekunde ist eine enorme Übertragungsgeschwindigkeit. Doch diese Verbindung hat auch Nachteile: Durch die größere Entfernung erfolgt die Übertragung mit einer höheren Latenz und optische Kommunikation ist auf klare Sicht zwischen Sender und Empfänger angewiesen. Stürme könnten die Kommunikation stören.

Rund 13 000 Satelliten umkreisen die Erde

Die mehr als 5000 geplanten Tera-Wave-Satelliten gesellen sich zu den rund 13 000 aktiven Satelliten, die sich laut der europäischen Raumfahrtbehörde ESA bereits im erdnahen Weltraum befinden. Dazu kommen weitere tausende Satelliten, die nicht mehr aktiv sind. Mehr als 9000 Satelliten sind aktuell für den Betrieb von Starlink im Einsatz und laut SpaceX soll sich deren Anzahl auf 42 000 erhöhen.

Fachleute der ESA sind über die Menge der Satelliten sowie des sich daraus ergebenden Weltraumschrotts besorgt. Dieser stelle eine zunehmende Gefahr für Weltraummissionen und aktive Satelliten dar. SpaceX handelt bereits: Starlinks Technikchef Michael Nicolls kündigte Anfang Januar auf X an, dass rund 4400 Satelliten des Unternehmens aus einer 550 Kilometer hohen Umlaufbahn auf 480 Kilometer absteigen werden. Dort verglühen deaktivierte Satelliten schneller in der Atmosphäre.

Ein technisches Anhangdokument, das Blue Origin laut Geekwire begleitend zum Genehmigungsantrag eingereicht hat, geht auf die Entsorgung von Terawave-Satelliten nach Ablauf ihres aktiven Dienstes ein. 90 Prozent der Satelliten sollen spätestens fünf Jahre nach ihrer Deaktivierung in der Atmosphäre verglüht sein. Ein aktives Antriebssystem soll zuvor Kollisionen mit anderen Objekten verhindern. Dennoch: Mehr Satelliten bedeuten mehr Risiko.

Titelbild: Shutterstock/JennLShoots

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Fühlt sich vor dem Gaming-PC genauso zu Hause wie in der Hängematte im Garten. Mag unter anderem das römische Kaiserreich, Containerschiffe und Science-Fiction-Bücher. Spürt vor allem News aus dem IT-Bereich und Smart Things auf.


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