Bissell IconPet im Test: Ein Staubsauger für Tiere

Jan Johannsen
Hamburg, am 08.05.2020

Bissell verspricht, sein Staubsauger IconPet komme problemlos mit Tierhaaren zurecht und sei so leise, dass er Haustiere nicht störe. Die Haare waren tatsächlich kein Problem. Der Kater hat ihn allerdings bereits angefaucht als er noch aus war.

Ohne lästiges Kabel und mit vier verschiedenen Aufsätzen scheint der Bissell IconPet ein sehr flexibler Staubsauger im Kampf gegen Staub, Dreck und Tierhaare zu sein.

Ein Staubsauger zum Zusammenstecken

Beim Auspacken des Bissell IconPet denke ich: «Ganz schön viel Krempel im Karton.» Aber spätestens nach einem kurzen Blick auf die beiliegende Schnellanleitung ist klar, welches Teil wohin gehört und wofür gedacht ist. Der Staubsauger ist schnell montiert. Die Einzelteile lassen sich problemlos zusammenstecken und nach dem Lösen der Sicherung wieder auseinandernehmen, um eine neue Konfiguration zusammen zu stecken – was sinnvoll, aber auch nervig ist.

Konkret findest du in der Packung das Handteil mit Motor und Auffangbehälter, den Verlängerungsstab und die Bodendüse bzw. Bürste. Dazu kommen drei alternative Aufsätze: Eine Staubbürste, eine motorisierte Turbobürste und ein Fugenaufsatz für schmale Stellen.

Der Fugenaufsatz hatte sich gut versteckt als das Fotoshooting anstand.
Der Fugenaufsatz hatte sich gut versteckt als das Fotoshooting anstand.

Ebenfalls im Lieferumfang befindet sich eine Wandhalterung. Die ist notwendig, hilfreich und nervig. Der IconPet steht nicht von alleine. Daher ist die Wandhalterung die beste Aufbewahrung für ihn. Du musst allerdings einen Platz finden, an dem du sie an die Wand bohren kannst, an dem der Staubsauger nicht im Weg ist und eine Steckdose sich in der Nähe befindet. Idealerweise endet das Ladekabel in der Wandhalterung und der Akku lädt sich immer auf, wenn du den Bissell zur Seite stellst. Praktisch ist, dass du alle vier Aufsätze an der Wandhalterung befestigen kannst. So haben sie einen festen Platz.

Bürsten statt saugen

Der Motor im Bissell IconPet soll sich mit etwa 675 km/h drehen. Eine Wattzahl für die Saugleistung gibt es nicht. Die hätte auch wenig Aussagekraft. Der Staubsauger lebt von seiner rotierenden Bürste, die Staub und Dreck zur Düse befördert. Das bedeutet, dass nur Bereiche sauber werden, über die die Bürste fahren kann. Anders als bei Modellen mit mehr Saugleistung wird kaum etwas aus dem nahen Randbereich der Bürste mitgenommen.

Die Bürste ist wichtiger als die Saugkraft
Die Bürste ist wichtiger als die Saugkraft

Zwei der Aufsätze haben keine Bürste. Durch ihre Bauform ist die Saugleistung deutlich höher. Das Saugrohr meines herkömmlichen Bodenstaubsaugers nimmt aber trotzdem immer noch mehr Staub in engen Bereichen auf. Der große Bürstenaufsatz des IconPet hat sieben integrierte LED-Leuchten. Damit siehst du auch unter dem Bett, wo bereits gesaugt ist und wo nicht. Aber selbst im hellen Zimmer siehst du so die einzelnen Staubkörner besser und deine Wohnung kommt dir direkt dreckiger als ohne diese Detailbeleuchtung vor.

Lichteffekte beim Saugen.
Lichteffekte beim Saugen.

Da der Bissell IconPet explizit für Wohnungen mit Haustieren vorgesehen ist, ist es durchaus relevant, dass bei der Bürste keine Haarknoten entstehen sollen. Katzenhaare habe ich nach dem Saugen gar nicht gefunden, sondern nur deutlich längere Menschenhaare. Die waren aber nicht verknotet und problemlos zu entfernen.

Der IconPet funktioniert auf verschiedenen Untergründen und es hat seinen Reiz, beim Wechsel von Parkett zu Teppich den Saugaufsatz nicht verstellen oder wechseln zu müssen. Allerdings ist es sehr von der Teppichart abhängig, wie gut die Bürsten Dreck herausholen können. Die Saugkraft reicht kaum aus, um Staub aus den unteren Bereichen eines Teppichs zu holen. Da kann sich der Griff zur Turbobürste lohnen. Sie ist zwar weniger breit und du musst deswegen den Staubsauger länger hin und her bewegen, aber durch die kleinere Öffnung ist die Saugkraft spürbar stärker. Neben Teppichen bietet sich der Aufsatz auch für Polstermöbel an – für die Ritzen muss natürlich der Fugenaufsatz auf den Bissell.

Auch nicht leiser als andere Staubsauger.
Auch nicht leiser als andere Staubsauger.

Bissell bewirbt den IconPet als so leise, dass er Haustiere nicht stören würde und gibt 69 Dezibel als Lautstärke an. Das erscheint angesichts dessen, dass ein Staubsauger ein typisches Beispiel für 70 Dezibel ist, als nicht besonders leise. Der Meinung ist auch unser Kater. Er faucht den laufenden IconPet an, wenn er in seine Nähe kam und verließ dann lieber das Zimmer.

Die Aufsätze lassen sich problemlos wechseln. Ein Klick und der Mechanismus löst sich. Anschließend einfach den anderen Aufsatz aufstecken. Fertig. Allerdings musst du dich entscheiden die Aufsätze für einen möglichen Einsatz mit dir herumzutragen – was sperrig und nervig ist – oder immer wieder dahin zu laufen, wo du sie zuletzt liegen gelassen hast. Also meistens zur Wandhalterung. Da sind die Aufsätze in einem Bodenstaubsauger, den du hinter dir herziehst bequemer zu transportieren und immer zum Greifen nah.

Kleinen Dreckbehälter selber leeren

Der Dreckbehälter des IconPet hat ein Volumen von 0,4 Litern. Das ist nicht viel. Je nach Größe der Wohnung und angesammelter Staubmenge ist es sehr wahrscheinlich, dass du es nicht schaffst mit einer Behälterfüllung die komplette Wohnung zu reinigen.

Viel Platz ist im Dreckbehälter nicht.
Viel Platz ist im Dreckbehälter nicht.
Es kann auch was hängen bleiben.
Es kann auch was hängen bleiben.

Er lässt sich zum Entleeren aber problemlos entnehmen ohne dass eine Staubwolke aufsteigt. Diese bleibt beim Öffnen über dem Mülleimer und Umschütten allerdings nicht komplett aus. Ein möglichst großer Mülleimer lohnt sich hier. Je nachdem wie voll der Behälter ist, können sich Haare und Flusen festhalten, so dass du mit den Fingern oder einem anderen Hilfsmittel beim Entleeren nachhelfen musst.

Kabellose Freiheit hat ihren Preis

Der Bissell IconPet hat kein Kabel. Das ist einerseits gut. Beim CrossWave Pet Pro hat mich das Kabel beim Saugen sehr gestört. Andererseits ist die Saugzeit dadurch begrenzt. Bei maximaler Power reicht eine Akkuladung nur für 17 bis 18 Minuten. In dieser Zeit lässt sich nur eine kleine Wohnung komplett und gründlich saugen. Mit weniger Leistung kommst du näher an die vom Hersteller angegebenen 50 Minuten heran. Bei mir waren es aber nur knapp über 40 Minuten.

Auch ich neige dazu beim Staubsauger lieber immer mit maximaler Saugleistung zu arbeiten. Das ist aber nicht immer nötig. Ich konnte auf glatten Untergründen keinen Unterschied bei der Sauberkeit feststellen, egal ob ich den IconPet auf niedrigster oder höchster Stufe benutzt habe.

Den Ladestand des Akkus siehst du jederzeit.
Den Ladestand des Akkus siehst du jederzeit.

Ist der Akku leer, braucht der IconPet bei mir etwas mehr als drei Stunden zum Aufladen. Das ist zwar schneller als die von Bissell angegebenen vier Stunden, aber immer noch sehr lange, wenn die Batterie nach der Hälfte der Wohnung leer geworden ist und du den Wochenendputz nicht wie geplant beenden kannst.

Ein Staubsauger für kurze Einsätze

Der Bissell IconPet lässt sich zwar flexibel einsetzen und hat mit Tierhaaren – bei mir Katzenhaaren – kein Problem. Die traten in den letzten Jahren aber auch beim Standard-Staubsauger nicht auf. Der ist deutlich günstiger und nimmt mit seiner Saugkraft mehr Staub in den unmittelbaren Umgebung auf.

Du zahlst einen hohen Preis für einen Staubsauger, mit dem du zwischendurch schnell etwas aufsaugen kannst, dessen Akkulaufzeit für den großen Hausputz zu kurz ist und bei dem mir zu viel Staub an schwer zugänglichen Stellen liegen blieb. Das dürfte beim Bissell Icon für Haushalte ohne Tiere nicht anders sein, da der Hauptunterschied die mitgelieferten Aufsätze sind.

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Jan Johannsen
Content Development Editor
jan.johannsen@galaxus.de

Als Grundschüler saß ich noch mit vielen Mitschülern bei einem Freund im Wohnzimmer, um auf der Super NES zu spielen. Inzwischen bekomme ich die neueste Technik direkt in die Hände und teste sie für euch. In den letzten Jahren bei Curved, Computer Bild und Netzwelt, nun bei Galaxus.de. 


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