

Das Katzenklo von Mova macht einen super Scheißjob
Seit vier Wochen testen meine Katzen das Katzenklo MeowgicPod LR10 Prime. Seitdem ist die Kacke nicht mehr so am Dampfen und ich muss weniger schaufeln. Trotzdem hat das Gerät auch Nachteile.
Für meine beiden Hauskatzen Bonnie und Balu bin ich nicht nur Dosenöffnerin, sondern leider auch Putzfrau. Alle paar Stunden muss ich ihre beiden Toiletten reinigen, sonst droht eine Katastrophe. Und erst der Gestank!
Eine Toilette steht im Flur, nur durch einen Vorhang vom Wohnraum getrennt. Kaum einen Meter vom Klo entfernt befindet sich ein Sessel. Wäh! Da kam mir die Gelegenheit, das MeowgicPod LR10 Prime von Mova zu testen, wie gerufen.
Ich möchte wissen: Erleichtert die selbstreinigende Toilette meinen Alltag? Wie sieht es mit herumliegender Streu und Gestank aus? Weniger relevant, aber nicht egal, ist das Aussehen. Das Ding kommt immerhin in den Wohnbereich.
Wie eine Waschmaschine für Katzen
Die Toilette kommt in einem riesigen Karton an. Das – und die vielen Einzelteile aus Plastik – flößt mir zunächst Respekt ein. Das Klo hat eine Grundfläche von rund 55 × 58 Zentimetern und ist 76 Zentimeter hoch. Wuchtig, würde ich sagen. Mithilfe der beiliegenden Anleitung und einem YouTube-Video gelingt der Aufbau unter den neugierigen Augen der Zielgruppe aber schnell. Nach dem Einstecken des Kabels ist die Toilette betriebsbereit.

Kaum habe ich etwas Klumpstreu aus dem alten Klo in das High-Tech-Klo gefüllt, hüpft Bonnie rein und legt los. So sehe ich den Katzenthron gleich in Aktion.
Die Toilette funktioniert so: Zur Beseitigung des Geschäfts rotiert der «Streuball», wie Mova die Trommel nennt, langsam um 180 Grad zur Seite. Dabei rutscht die saubere Streu durch ein Sieb in einen Auffangschacht. Die verklumpten Hinterlassenschaften plumpsen durch eine Öffnung in den Abfallbehälter, der sich in der Basis der Toilette befindet. Danach dreht sich die Trommel zurück und sammelt die saubere Streu wieder ein. Am Ende liegt sie wie ein jungfräulicher Strand in der Schale. Das Ganze dauert etwas über drei Minuten. Das Video lasse ich nach den ersten zehn Sekunden im Zeitraffer laufen.
Dabei ist ein leises Summen hörbar. Der Hersteller gibt 30 Dezibel an. Das Geräusch stört mich auch nachts nicht, obwohl das Katzenklo nur vier Meter von der geöffneten Schlafzimmertür entfernt steht. Wenn ich wollte, könnte ich in der App eine Ruhezeit definieren.
Bonnie ist offen für Neues, bei Balu siegt die Skepsis
Die rotierende Trommel beäugen meine beiden Terrorgoblins beim ersten Mal argwöhnisch. Dass sich das Klo nach der Nutzung auf den Kopf stellt, ist ihnen suspekt. Entsprechend angespannt ist mein Kater Balu: Während er dem Klo zuschaut, springt er bei der geringsten Bewegung erschreckt in die Luft. Trotzdem traut auch er sich auf den neuen Plastikthron – die Neugie überwiegt. Die Toilette eignet sich laut Mova für Katzen bis zu einem Gewicht von zehn Kilo. Mein Sieben-Kilo-Kater Balu hat darin genügend Platz.
Bonnie nutzt das Roboklo, wie ich es liebevoll nenne, gerne und oft. Balu ist trotz seiner bleibenden Skepsis ebenfalls mehrmals am Tag Gast in der neuen Pinkelhütte. Das MeowgicPod LR10 Prime ist somit offiziell als Zweit-Klo ins Mobiliar aufgenommen.

Dann mache ich einen Fehler: Ich aktiviere die automatische Belüftungsfunktion. Dadurch schaltet sich bei der Reinigung ein Lüfter ein, der die Luft samt Mief durch einen Aktivkohlefilter an der Rückseite zieht und dadurch neutralisieren soll. Der Lüfter ist deutlich lauter als der Trommelmotor.
Das verschreckt meinen furchtsamen Kater so sehr, dass er vor Angst lieber in die Hose macht als ins Roboklo. Er setzt nun keine Pfote mehr in die Mova-Toilette. Ich versuche trotzdem, ihm das Klo wieder schmackhaft zu machen, denn ich lerne die selbstreinigende Toilette sehr zu schätzen. Das letzte Wort zur käterlichen Verweigerung ist noch nicht gesprochen und vielleicht kann ich dir in ein paar Wochen ein Update dazu geben.
Ob die Belüftung Besserung bringt, kann ich nicht beurteilen: Ich habe sie direkt wieder deaktiviert, um Balu nicht weiter zu verängstigen.

Sauberkeit und Stink-Faktor
Vor der Inbetriebnahme befürchtete ich, dass frische Kackhaufen während der Rotation die Seitenwände der Trommel verschmieren könnten. Das hat sich zum Glück nicht bewahrheitet, weil genügend Streu am Häufchen kleben bleibt. Das Sieb, das die Haufen herausfiltert, erfordert aber hin und wieder ein nasses Küchentuch. Bei sehr weichem Kot kann ich den Durchfall-Modus aktivieren: Dann bewegt die Trommel die Streu erst einige Male hin und her, um den Haufen vollständig mit Streu zu bedecken.
Einmal im Monat soll ich den Innenraum gründlich reinigen und die Streu vollständig auswechseln, empfiehlt das Handbuch. Nach vier Wochen halte ich das noch nicht für notwendig.
Beim Geruch sieht es anders aus. Trotz des ordentlichen Aussehens des Klos stinken die gesammelten Haufen in der Basis vor sich hin. Der Abfallbehälter fasst elf Liter. Laut Mova soll er bei Nutzung durch eine Katze erst nach rund zwei Wochen voll sein. Der Behälter hat keinen luftdicht verschlossenen Deckel, sondern sitzt einfach unter der Trommel.
Um das Problem etwas einzudämmen, sprüht die Toilette nach der Reinigung eine Desodorierungsflüssigkeit – laut Mova eine Kombination aus geheimnisvoller «Nano-Film-Beschichtung» und «Bioenzymen» – darüber aus. Die soll Gerüche neutralisieren. Die Flüssigkeit im Tank reicht bei mir für etwa drei Wochen. Mit dem beiliegenden Fläschchen kann ich ihn etwa drei- oder viermal auffüllen.

Das hilft im ersten Moment. Nach ein paar Tagen beginnt das Klo dennoch ordentlich zu miefen. Dass die Mova-Ingenieure den ungeleerten Abfallbehälter zwei Wochen lang ertragen, kann ich mir nicht vorstellen. Bei mir ist die Stinkgrenze erreicht, wenn der Behälter zu etwa einem Drittel gefüllt ist.
Das Problem: Wenn ich jedes Mal die eingelegte Tüte entnehme und durch eine neue ersetze, würde das zu einem enormen Tütenverbrauch führen. Deswegen behelfe ich mir damit, die Klumpen aus dem Behälter in den Kackeimer der früheren Toilette zu kippen, der einen gut schließenden Deckel hat. Das Herstellerversprechen, die Abfälle nur alle zwei Wochen beseitigen zu müssen, erfüllt sich für mich nicht.
Trotzdem habe ich weniger Arbeit und die Katzentoilette ist immer einigermaßen sauber.
Klo-Ecke bleibt Klo-Ecke
Gegen herausgeworfene Streu ist auch ein selbstreinigender Pott machtlos. Gräbt Bonnie enthusiastisch, fliegen die Krümel trotz hohem Rand aus der Trommel und auch beim Herausspringen nimmt sie etwas Streu mit. Meine Lösung ist pragmatisch: Ich habe meinen Staubsaugroboter angewiesen, zweimal täglich um das Klo herum zu saugen. Smarte Haushaltshelfer regeln.
Die mitgelieferte Matte, die zum Auffangen von Streu vor der Toilette dienen soll, wanderte übrigens nach kürzester Zeit in den Müll. Sie ist viel zu leicht und haftet nicht auf dem Boden.

Als «zweckmäßig wertig» würde ich auch das gesamte Gerät bezeichnen. Die Trommel und der obere Aufbau sind gut verarbeitet und wirken robust. Die Basis besteht dagegen aus vier leichten Kunststoffschalen, die zu einem Zylinder verbunden werden. Das Klo steht stabil, sieht optisch durch leicht schiefe Spalten zwischen den Basisteilen aber etwas klapprig aus.
Das MeowgicPod lässt sich wie jedes Klo nicht als hübsche Wohnraumergänzung schönreden. Es ist und bleibt ein ziemlich großer und auffälliger, weißer Plastikbomber, der zum Vollkacken da ist. Aber da es nicht anders geht, ist es optisch eine große Erleichterung, wenn das Klo gut aufgeräumt und sauber ist.

Die App trackt Klogänge
Mit den Tasten am Gerät lassen sich die wichtigsten Funktionen starten. Dazu gehören das Begradigen der Streu nach dem Nachfüllen (Nivellieren) und deren vollständige Entleerung in den Abfallbehälter. Aber nur durch die Mova-App, für die ich ein Konto anlegen muss, bekomme ich Zugriff auf alle Übersichten und Einstellungen. Dazu verbindet sich das Klo mit meinem WLAN. Die App ist verständlich aufgebaut und verwirrt nicht durch einen überbordenden Funktionsumfang.
Zuerst lege ich Bonnie und Balu samt jeweiligem Gewicht in der App an. Dank Gewichtssensoren unterscheidet das Gerät, welches Tier sich gerade auf der Toilette befindet und welches Geschäft es verrichtet. Die Tieridentifizierung funktioniert sehr gut, die beiden liegen aber auch drei Kilo auseinander. Die Unterscheidung zwischen großem und kleinem Geschäft scheint auch weitgehend zuverlässig zu sein. Da ich Klogänge meistens nicht live verfolge, kann ich es nicht genau sagen.
Das Logbuch zeigt mir alle wichtigen Infos: die Uhrzeit und Dauer des Toilettengangs, das gemessene Gewicht der Katze und das verrichtete Geschäft. Letzteres wird durch ein lachendes Kackhäufchen oder einen Tropfen dargestellt. Hier kann ich Einträge auch löschen, sie einem anderen Tier zuweisen oder die Art des Geschäfts ändern.

Darüber hinaus gibt es wöchentliche und monatliche Statistiken. So konnte ich in der kurzen Woche, in der Balu das Klo nutzte, feststellen, dass er die Toilette immer zu ähnlichen Tageszeiten besucht. Die App macht mich zudem darauf aufmerksam, wenn sie unnormales Verhalten feststellt, etwa deutlich häufigere oder seltenere Toilettenbesuche. Das ist bei meinen beiden Katzen nur bedingt hilfreich, weil sie noch eine andere Toilette benutzen können.
Wie bei vielen Apps aus Fernost ist die deutsche Übersetzung spröde und die Funktionen nicht immer sofort verständlich. Der mit «Stufe» beschriftete Button bezeichnet etwa das Nivellieren. An Logeinträge wie «Bonnie Bereits auf der Toilette gewesen» [sic!] gewöhne ich mich schnell.

Als Smarthome-Enthusiastin hätte ich mir eine Einbindung der Mova-Toilette in mein Home-Assistant-System gewünscht. Eine Mova-Integration gibt es für Home Assistant, aber die Toilette bietet offenbar keine API. Das ist schade, aber auch kein Beinbruch.
Fazit
Die Selbstreinigung ist ein echter Gewinn für den Alltag
Der Alltag mit Katzen ist dank des neuen Putzgehilfen etwas weniger «beschissen». Das MeowgicPod LR10 Prime kann nicht alle Probleme lösen: Streu und Gestank gibt es nach wie vor. Aber ich muss deutlich seltener selbst die Schaufel schwingen und mit dem Müllbeutel hantieren. Beim Vorbeigehen fällt mein Blick zudem auf eine glatte Streuoberfläche und nicht auf eklige Katzenhinterlassenschaften. Das ist eine echte Erleichterung.
Bonnie ist mit dem Gerät ebenfalls zufrieden, aber Balu hat noch Respekt davor. Die Statistiken zeigen mir, wer die Toilette wann nutzt und helfen mir, gesundheitliche Probleme früher zu erkennen.
Pro
- gute Selbstreinigung
- leiser Trommelmotor
- App bietet Einblicke in die Katzengeschäfte
- zuverlässige Tiererkennung
- Ich habe viel weniger Arbeit!
Contra
- Abfälle nicht luftdicht verschlossen
- Lüfter etwas zu laut
- keine Smarthome-Einbindung
- mitgelieferte Matte unbrauchbar

Fühlt sich vor dem Gaming-PC genauso zu Hause wie in der Hängematte im Garten. Mag unter anderem das römische Kaiserreich, Containerschiffe und Science-Fiction-Bücher. Spürt vor allem News aus dem IT-Bereich und Smart Things auf.
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