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Dayan Pfammatter
Hintergrund

Deshalb schlägt das Handy die Karte

Bargeldlos zahlen ist längst Standard. Immer mehr Leute lassen die Karte zu Hause und zahlen nur noch mit dem Handy. Denn das Smartphone ist nicht nur praktisch – oft ist es auch sicherer.

Es ist 8:49 Uhr. Ich stehe im Coop auf meinem Arbeitsweg in der Schlange. In meiner Hand wie immer ein Emmi Caffè Latte Espresso. Die vier Selbstbedienungskassen sind besetzt, die zwei klassischen nicht bedient.

Eine wird frei. Ich gehe hin und scanne, tippe fünfmal auf den Bildschirm, halte das Handy ans Gerät und bin raus. Es ist 8:50 Uhr, alle anderen stehen noch an den Kassen.

Selbstbedienungskassen können wirklich Fluch und Segen sein.
Selbstbedienungskassen können wirklich Fluch und Segen sein.
Quelle: Shutterstock

Hätte ich mit der Karte bezahlt, hätte ich sie zuerst aus dem Portemonnaie fischen und im schlimmsten Fall noch die PIN eintippen müssen. Aber die Karte habe ich ohnehin seit Monaten nicht mehr dabei. Ich bezahle mittlerweile praktisch überall mit meinem Handy – und bin damit längst nicht allein. Ganze 28 Prozent der Befragten im aktuellen «Visa Payment Monitor» geben das Smartphone als bevorzugtes Zahlungsmittel an. Das hält auch der «Swiss Payment Monitor» der Universität St. Gallen und der ZHAW fest. Das Natel ist damit zum ersten Mal die beliebteste Zahlungsmethode der Schweiz.

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Nötli und Münz werden in absehbarer Zeit nicht verschwinden. Hierzulande kommt der Erhalt des Bargelds nach der Abstimmung vom 8. März sogar in die Bundesverfassung. Das ändert nichts daran, dass wir in einer digitalisierten Welt leben. Tap to Pay, E-Banking und Kartenterminals an Selecta-Automaten – auch das Geld fliesst heute überwiegend digital. Und falls du noch zu denen gehörst, die an der Kasse die Karte zücken: Hier sind drei Gründe, warum du damit aufhören solltest.

Grund 1: Du zahlst einfacher

Mit dem Handy zahlst du mindestens so einfach wie mit der Karte. Hast du deine Zahlungsmethode der Wahl – also Apple Pay oder Google Wallet – mal eingerichtet, ist der Prozess fast derselbe. Handy entsperren, ans Lesegerät halten – et voilà, du hast bezahlt.

Mit einem iPhone musst du zuerst noch zweimal auf den Powerbutton klicken, um deine virtuelle Karte zu zücken. Bei Android-Geräten muss das Handy lediglich vorgängig entsperrt werden. Bei modernen Pixel-Phones von Google reicht sogar die Gesichtsentsperrung. Danach hältst du das Gerät ans Terminal und der Rest passiert von selbst. Keine PIN eintippen, keine App öffnen, einfach zahlen – wie mit der klassischen Karte.

Und dann noch eine PIN eintippen? Wie umständlich!
Und dann noch eine PIN eintippen? Wie umständlich!
Quelle: Unsplash / Mark OFlynn

Und sind wir ehrlich: Im Gegensatz zur klassischen Karte, die irgendwo in deinem Portemonnaie zwischen Quittungen und Gutscheinen klemmt, hast du dein Handy ohnehin praktisch immer in der Hand. Im Tram, auf der Toilette, in der Schlange an der Kasse – also warum nicht auch noch damit bezahlen?

Grund 2: Du hast eine Sorge weniger

Zahlst du mit dem Handy, kannst du die Plastikkarte gleich zu Hause lassen. So kann sie weder verloren gehen noch gestohlen werden.

Stand jetzt habe ich noch Handy und Portemonnaie dabei, wenn ich unterwegs bin. Aber auch nur, weil ich das Magsafe-Wallet an meinem Handy als Ständer und glorifizierte ID-Halterung nutze. Sobald die E-ID eingeführt wird, bin ich definitiv nur noch mit Handy und Smartwatch unterwegs.

Auch abgesehen von der Bezahlkarte ist das Handy ein super Portemonnaie-Ersatz.
Auch abgesehen von der Bezahlkarte ist das Handy ein super Portemonnaie-Ersatz.
Quelle: Dayan Pfammatter

Apropos Smartwatch: Hast du deine virtuelle Karte mal eingerichtet, kannst du sie auf etlichen Geräten zum Zahlen verwenden. Sollte ich mein Handy mal verlieren, kann ich immer noch mit meiner Uhr zahlen. Wenn die Karte weg ist, ist sie weg.

Selbst schlechtes Netz ist kein Problem. Sowohl mit Apple Pay als auch mit Google Wallet kannst du selbst dann Zahlungen ausführen, wenn du komplett offline bist. Die nötigen Tokens sind nämlich lokal auf dem Gerät gespeichert. Was uns auch schon zu Punkt drei bringt.

Grund 3: Du schützt deine Daten besser

Der wichtigste Grund, warum du deine Karte künftig zu Hause lassen solltest: Sicherheit – und zwar in mehrerer Hinsicht.

Stiehlt dir jemand die Karte, kann er damit auch ohne PIN kleine Beträge bezahlen, bis du es bemerkst und die Karte manuell sperrst. Bis dahin hat jemand schon den Wocheneinkauf mit deiner Karte erledigt. Das Handy verlangt für jede Zahlung eine biometrische Verifizierung oder Entsperrung via PIN.

Auch von der anderen Seite bist du sicher. Bei klassischen Kartenzahlungen nutzt du immer wieder die gleichen Kartendaten. An der Kasse in der Migros oder im Coop ist das kaum ein Problem. Bei unsicheren Systemen oder Online-Zahlungen können diese Daten hingegen abgefangen und missbraucht werden.

Beim Handy passiert das nicht. Für jede Zahlung werden eine verschlüsselte Token-Nummer und ein dynamischer, einmaliger Sicherheitscode generiert, ein sogenanntes Kryptogramm. Deine echte Kartennummer wird nie übertragen. Selbst wenn jemand diese Daten abfangen würde, sind sie nach dieser einen Zahlung wertlos.

Auf dem Handy ist deine Karte auf jeden Fall sicher.
Auf dem Handy ist deine Karte auf jeden Fall sicher.
Quelle: Shutterstock

Von diesen verschlüsselten Tokens werden auch jeweils vorgängig eine Handvoll generiert und lokal gespeichert, damit du auch ohne Internetverbindung die eine oder andere Zahlung tätigen kannst. Bei Apple werden diese ohnehin lokal generiert.

Die Daten auf deiner Karte sind statisch und können in bestimmten Situationen auch kontaktlos ausgelesen werden. Dein Handy hingegen wird die Infos erst preisgeben, wenn du das «all clear» gegeben hast.

Während Google Wallet die Transaktionsdaten im Google‑Payments‑Profil und damit auf Google-Servern verarbeitet, wird beim iPhone der Zahlungs‑Token lokal und getrennt vom restlichen System im «Secure Element» gespeichert. Apple sagt zwar, es werden keine Transaktionsdaten gespeichert, die dich persönlich identifizieren, für Verbesserungen fallen aber anonymisierte Metadaten an.

Und, bereit mit dem Handy zu zahlen?

Du bezahlst mit dem Handy einfacher, bequemer und sicherer als mit der Plastikkarte. Du hast von überall aus Zugriff auf deine Zahlungsmethode (auch in Onlineshops wink wink) und dein Handy hast du sowieso immer dabei. Also, wenn du das nächste Mal das Haus verlässt, denk an mich und lass deine Karte gleich dort liegen. Oder auch nicht, und schreib mir stattdessen in die Kommentare, warum du lieber altmodisch bezahlst.

Titelbild: Dayan Pfammatter

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Praktisch seit ich denken kann fasziniert mich alles, was Tasten, Displays und Lautsprecher hat. Als Journalist mit Fokus auf Technik und Gesellschaft schaffe ich Ordnung im Dschungel aus Tech-Jargon und unübersichtlichen Spec-Sheets.


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Interessantes aus der Welt der Produkte, Blicke hinter die Kulissen von Herstellern und Portraits von interessanten Menschen.

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