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Sabi
News & Trends

Diese Mütze soll Gedanken in Text verwandeln

Kim Muntinga
20.4.2026

Das Silicon-Valley-Start-up Sabi will noch dieses Jahr eine Strickmütze auf den Markt bringen, die innere Sprache in Text verwandelt.

Du sitzt im Meeting, hast eine Idee und tippst sie ab, bevor du sie vergisst. Sabi will diesen Schritt überflüssig machen. Das kalifornische Start-up entwickelt eine Strickmütze, die deinen inneren Monolog direkt in Text übersetzen soll.

Was nach Science-Fiction klingt, basiert auf bekannter Medizintechnik. Sabi nutzt Elektroenzephalografie, kurz EEG, um elektrische Signale des Gehirns zu messen. Neu ist vor allem die Umsetzung. Statt eines sperrigen Headsets oder eines implantierten Chips soll eine alltagstaugliche Beanie reichen, die du wie jedes andere Kleidungsstück aufsetzt.

Von außen sieht die Sabi Cap aus wie eine normale Beanie. Im Inneren sitzen Sensoren, die Hirnaktivität messen sollen.
Von außen sieht die Sabi Cap aus wie eine normale Beanie. Im Inneren sitzen Sensoren, die Hirnaktivität messen sollen.
Quelle: Sabi

Die sogenannte Sabi Cap ist damit ein nicht-invasives Brain-Computer-Interface. Sie soll erkennen, welche Wörter du innerlich formulierst, und diese als Text ausgeben. Gemeint sind keine beliebigen Gedanken, sondern bewusst gedachte Sprache.

Gehirnsignale statt Tastatur

Im Inneren der Mütze sitzen nach Angaben des Unternehmens zehntausende winzige Sensoren. Sie liegen direkt auf der Kopfhaut und erfassen dort elektrische Aktivität des Gehirns. Sabi spricht von 70 000 bis 100 000 Sensoren. Damit liegt die Sensordichte deutlich höher als bei klassischen EEG-Systemen, die meist mit wenigen Dutzend bis einigen Hundert Elektroden arbeiten.

Sabi verbaut winzige Sensoren im Inneren der Kappe. Sie sollen Hirnsignale nichtinvasiv über die Kopfhaut erfassen.
Sabi verbaut winzige Sensoren im Inneren der Kappe. Sie sollen Hirnsignale nichtinvasiv über die Kopfhaut erfassen.
Quelle: Sabi

Der Grund für diesen Aufwand liegt in einem grundlegenden Problem nicht‑invasiver Brain‑Computer‑Interfaces (BCI). Die Signale müssen durch Haut und Schädelknochen dringen und kommen entsprechend abgeschwächt an. Implantierte Systeme wie Neuralink haben physikalische Vorteile, weil ihre Elektroden näher an den Nervenzellen sitzen. Dafür erfordern sie einen chirurgischen Eingriff.

KI soll innere Sprache erkennen

Hardware allein reicht dafür nicht aus. Die gemessenen Rohdaten lassen sich nicht direkt in Wörter übersetzen. Sabi setzt deshalb auf ein KI-Modell, das Gehirnsignale mit gedachter Sprache verknüpfen soll. Das Unternehmen nennt es «Brain Foundation Model».

Trainiert wurde das Modell laut Sabi mit rund 100 000 Stunden an Gehirndaten von etwa 100 Freiwilligen. Ziel ist es, allgemeine Muster innerer Sprache zu erkennen, die sich auf viele Nutzerinnen und Nutzer übertragen lassen. Das ist entscheidend, weil Gehirne individuell arbeiten. Selbst wenn zwei Menschen denselben Satz innerlich formulieren, entstehen nicht exakt dieselben Signale.

Bisherige Systeme müssen deshalb oft auf einzelne Personen trainiert werden. Für ein Konsumprodukt wäre das unpraktisch. Sabi verspricht, dass die Cap ohne tägliche Neukalibrierung funktionieren soll.

Schreiben mit etwa 30 Wörtern pro Minute

Zum Start rechnet das Unternehmen mit einer Schreibgeschwindigkeit von rund 30 Wörtern pro Minute. Das ist langsamer als die meisten Menschen tippen, liegt aber in einem Bereich, der für kurze Texte, Chats oder Notizen ausreichen könnte. Laut Unternehmenschef Rahul Chhabra soll die Geschwindigkeit steigen, wenn Nutzerinnen und Nutzer länger mit der Cap arbeiten und das System ihre individuellen Muster besser erkennt.

Langfristig sieht Sabi die Mütze nicht nur als Ersatz für die Tastatur, sondern auch als Steuerung für Software, Geräte oder KI-Agenten. Denkbar wären etwa einfache Steuersignale, mit denen sich Software bedienen oder Aktionen auslösen lassen, ähnlich wie bei heutigen Assistenzsystemen, nur ohne gesprochene Befehle. Konkrete Funktionen über die Texteingabe hinaus nennt das Start-up bislang kaum.

Alltagstauglich oder Laborprojekt?

Der große Vorteil von Sabis Ansatz liegt in der niedrigen Einstiegshürde. Du brauchst keine Operation und kein medizinisches Implantat, sondern setzt eine Kopfbedeckung auf. Das macht die Idee massentauglicher als invasive Systeme.

Offen bleibt, wie zuverlässig die Technik außerhalb kontrollierter Umgebungen funktioniert. EEG-Messungen reagieren empfindlich auf Bewegung, Muskelaktivität, Passform und Störungen. Die Ziele sind ambitioniert, beruhen bislang aber vor allem auf Unternehmensangaben. Unabhängige Alltagstests stehen noch aus.

Auch das Thema Datenschutz ist noch nicht geklärt. Gehirndaten gelten als besonders sensibel. Sabi betont, die Daten zu verschlüsseln und sicher zu verarbeiten, lässt bislang aber viele Details offen. Spätestens bei einem breiten Marktstart dürften diese Fragen stärker in den Fokus rücken.

Marktstart noch offen

Sabi plant, die erste Version der Mütze noch in diesem Jahr auf den Markt zu bringen. Neben der Strickmütze arbeitet das Unternehmen auch an einer Baseballcap-Version. Einen Preis nennt Sabi bislang nicht.

Die Sensoren sollen auch in andere Kopfbedeckungen passen, etwa in eine Baseballcap.
Die Sensoren sollen auch in andere Kopfbedeckungen passen, etwa in eine Baseballcap.
Quelle: Sabi
Titelbild: Sabi

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