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Produkttest

Ein Stuhl für Arbeit, Gaming und zum Chillen – er massiert sogar!

Martin Jungfer
14.4.2026
Kamera: Davide Arizzoli, Nico Bernasconi
Regie: Davide Arizzoli
Bilder: Davide Arizzoli

Meine Frau hat ihr Veto eingelegt: Das «hässliche Ding» darf nicht ins gemeinsame Homeoffice-Büro einziehen, entscheidet sie. Ich habe den Büro- und Gaming-Stuhl «Omni» trotzdem erfolgreich getestet. Und mich massieren lassen.

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, mit der Ehefrau jedoch weniger. Also teste ich den Stuhl von Libernovo eben im Büro. Und hole mir zusätzlich einen Co-Tester: meinen Kollegen Christoph.

Co-Tester Christoph im Einsatz.
Co-Tester Christoph im Einsatz.

Den Aufbau machen wir gemeinsam. Der «Omni» soll bei Christoph den Gaming-Stuhl ersetzen. Auch die ein oder andere Büroarbeit wird im neuen Stuhl in den nächsten Wochen sitzend erledigt.

Der Zusammenbau ist ein äusserst befriedigendes Erlebnis. Zuoberst finden wir eine Art Tafel aus Karton. Auf ihr sind die sieben Schritte des Zusammenbaus in Bildern und kurzen Texten erklärt. Es gibt alternativ noch ein Video, das ich über den QR-Code aufrufen kann. Uns genügen die unbewegten Bilder völlig. Die Anleitung lässt keine Fragen offen.

Stecken, schrauben, fertig!

Wir stecken die fünf Rollen ins Fusskreuz. Anschliessend kommt die Gasdruckfeder hinein und die Sitzfläche oben drauf. Sie wird mit zwei Schrauben – ein Torx-Schraubendreher ist im Lieferumfang enthalten – befestigt. Eine dritte kleine Schraube verbindet die Sitzfläche mit dem «Rückgrat» des Stuhls samt Motoreinheit.

Keine weiteren Fragen,  Euer Ehren! Die Anleitung ist top.
Keine weiteren Fragen, Euer Ehren! Die Anleitung ist top.

Unten in der Sitzfläche gibt es eine Aussparung. In diese kommt eine Einheit mit Hebeln und Knöpfen zur Verstellung der Lehne. Das ist über ein Seilzugsystem gelöst.

Die Rückenlehne muss oben und unten in zwei Metallstangen geklickt werden. Der Akkupack kommt in eine Aussparung unterhalb der Sitzfläche. Zum Schluss stecken wir die Kopfstütze ein.

Der Akku wird mit USB-C-Kabel geladen.
Der Akku wird mit USB-C-Kabel geladen.

Vier Schrauben, eine Kabelverbindung und drei Teile zum Einstecken später ist das Werk vollbracht. Weniger als 15 Minuten hat es gedauert, und jetzt steht der «Omni» bereit für die Sitzprobe.

Design braucht Gewöhnung

Ist das «hässliche Ding», Zitat meiner Frau, jetzt wirklich so hässlich? Sagen wir so: Es ist gewöhnungsbedürftig. Die «Bionic-Flex-Fit-Rückenlehne» und der offenliegende Motor mit der kleinen Gasdruckfeder erinnern mich an die Werke von H.R. Giger. Der Schweizer Künstler hat unter anderem dem Film «Alien» seinen unverwechselbaren Look gegeben. Das Testmodell ist moosgrün, was dem Alien-artigen Ersteindruck angenehm entgegenwirkt.

Beim Material dominiert Kunststoff

Beim Zusammenbau zeigt sich: Der «Omni» liebt Kunststoff. Es ist kein billiges Plastik, sondern massiver, solider Kunststoff, gut verarbeitet, also keine Überstände und scharfen Kanten vom Guss. Libernovo gibt als Belastbarkeit 136 Kilogramm an, etwas mehr als die 120 Kilogramm, die sonst in der Branche üblich sind.

Sitzfläche und Rückenlehne sind mit einem Mikrofaserstoff überzogen, der sich sehr weich und fast seidig anfühlt. Darunter versteckt sich ein Schaumstoff. In der Sitzfläche gibt es drei Härtestufen, die wir auch spüren können. Vorne bei den Kniekehlen ist es weicher als hinten am Steiss.

Ein wenig Sorge haben wir zur Haltbarkeit von Stoff und Schaumpolster. Wie viele Sitzstunden das Material aushält, wird sich über die Zeit zeigen. Laut Libernovo hat der Stoff auf der Pilling-Grade-Skala eine 4 von 5. Bei der Abrasion steht dort ein Wert von 50 000 Scheuertouren, was so hoch ist, dass der Stoff auch im öffentlichen Raum genutzt werden könnte.

Sitzen in allen Lagen

Lasse ich mich auf den Stuhl nieder, fühlt sich das fast wie eine Umarmung an. Als würdest du in einem Sportsitz eines Porsche Platz nehmen, nur viel weicher. Die acht flexiblen Panels in der Rückenlehne funktionieren so ähnlich wie ein guter Lattenrost im Bett. Sie geben unterschiedlich stark nach, je nachdem, wo das Gewicht ist. Apropos Bett: Die Neigung der Lehne lässt sich in vier Stufen verstellen:

  • 105 Grad für konzentriertes Arbeiten
  • 120 Grad für entspanntes Arbeiten, zum Beispiel beim Text tippen
  • 135 Grad für Streaming oder Gaming
  • 160 Grad zum Massieren und Einschlafen
In der Fast-Liege-Position lohnt sich ein Hocker für die Füsse. Hier ist die Notlösung zu sehen, besser ist das passende Teil von Libernovo.
In der Fast-Liege-Position lohnt sich ein Hocker für die Füsse. Hier ist die Notlösung zu sehen, besser ist das passende Teil von Libernovo.

Rücken-Drücker-Massage

Der «Omni» lädt geradezu ein, gar nicht mehr aus ihm aufzustehen. Nicht nur wegen der vielen Einstellmöglichkeiten, sondern vor allem wegen der «Omni-Stretch-Wirbelsäulenmassage». Dabei drückt der 5-Volt-Motor pulsierend sanft gegen den unteren Rücken und streckt so die Wirbelsäule. Eine Massage im klassischen Sinn ist das nicht, eher ein Wellness-Snack.

Ein- und ausschalten lässt sich das pulsierende Drücken gegen den Rücken mit Knöpfen in der Armlehne. Sehr angenehm ist, dass sich die Armlehnen verschieben, wenn ich mich weit nach hinten lehne. So haben der Unterarm und die Hände immer eine bequeme Auflage.

Mit den Knöpfen kann ich die Massage starten und die Lendenwirbel-Unterstützung anpassen.
Mit den Knöpfen kann ich die Massage starten und die Lendenwirbel-Unterstützung anpassen.

Der Akku ist ein wahrer Ausdauerkünstler. Die 2200‑mAh‑Batterie hielt bei rund zehn Minuten täglicher Massage mehrere Wochen lang.

Wenig Platz für lange Schenkel

Die Sitzfläche ist 45 Zentimeter breit. Entscheidender finde ich beim «Omni» die Sitztiefe. Es gibt zwei Varianten: 45 und 48 Zentimeter. Als Mann mit 1,91 Meter habe ich die 48 Zentimeter gewählt. Mir ist es trotzdem zu wenig. Ich hätte gerne mehr Auflage für meine Oberschenkel. Die Sitztiefe ist beim «Omni» kann nicht voll genutzt werden. Die Rückenlehne steht weit nach vorne. Beim Ofinto Active (hier liest du meinen Testbericht dazu) habe ich 51 Zentimeter Platz. Hier fängt die Rückenlehne auch erst hinter der Sitzfläche an.

Die Rückenlehne «verbraucht» beim aufrechten Sitzen einen Teil der Sitztiefe.
Die Rückenlehne «verbraucht» beim aufrechten Sitzen einen Teil der Sitztiefe.

Insgesamt – du siehst das auch im Video – ist der Stuhl für Menschen über 1,85 Meter nicht ideal. Die Rückenlehne lässt sich nicht anpassen. Unterstützung habe ich so nur bis knapp unter den Schulterblättern. Für Co-Tester Christoph mit seinen 1,83 Metern sind die Dimensionen des Stuhls dagegen perfekt.

Kopfstütze trifft auf Schulter – jedenfalls dann, wenn Du über 1,90 Meter gross bist.
Kopfstütze trifft auf Schulter – jedenfalls dann, wenn Du über 1,90 Meter gross bist.

Kopfstütze für entspanntes Liegesitzen

Ein grosses Plus des «Omni» ist die Kopfstütze. Sie ist 34 Zentimeter breit und 19 Zentimeter hoch. Ich kann sie in der Neigung und der Tiefe verstellen und finde leicht die Position für etwas Entspannung – besonders in den beiden Positionen mit starker Neigung. Vor allem ist diese Kopfstütze fast schon unverschämt weich. Für meinen Mit-Tester Christoph ist sie deshalb auch «das grösste Plus» am Stuhl.

Das war allerdings, bevor er die Fussstütze bekommen hat. Im Video oben siehst du, dass diese ein absolut sinnvolles Extra ist. Ohne sie müsste ich meine Beine zum Beispiel auf den Tisch legen. Insbesondere im Büro wäre das aber reichlich frech und ungehobelt.

So ein Powernap soll ja gesund sein – der «Omni» lädt dazu geradewegs ein.
So ein Powernap soll ja gesund sein – der «Omni» lädt dazu geradewegs ein.

Fazit

Ein Stuhl für viele Lebenslagen

Mit dem «Omni» will der Hersteller jemanden überzeugen, der sonst vielleicht mit einem «Aeron» von Herman Miller oder einem «Leap» von Steelcase liebäugelt. Das sind Bürostühle im hochpreisigen Segment. Mit rund 1000 Franken ist der «Omni» günstiger und kann mit dem Massage-Motor punkten. Seine besondere Rückenlehne macht ihn zu einem sehr bequemen Bürostuhl, weil die einzelnen Elemente Bewegungen mitmachen. Dass er sich bis 135 und sogar 160 Grad neigen lässt, macht ihn zudem für Gamer interessant.

Insgesamt ein richtig guter Stuhl, der von mir zwei kleinere Abzüge bekommt. Erstens ist mir die Rückenlehne etwas zu wackelig. Das liegt daran, dass die Befestigungspunkte flexibel sind, aber etwas wertiger hätte ich mir das dann doch gewünscht. Zweitens hätte ich dem Hersteller beim Massage-Motor etwas mehr Mut gewünscht. Gerade einmal zwei Jahre Garantie gibt es auf ihn. Beim Rest sind es fünf Jahre. Das ist guter Durchschnitt, Konkurrenten geben jedoch auch mal zehn Jahre.

Pro

  • gute Fussboden-Rollen, besonders für Hartböden
  • einfache Montage
  • vier Stufen Neigung, besonders interessant fürs Gamen
  • komfortable Kopfstütze
  • «Massage» wirkt gegen das Rundrücken-Sitzen
  • Lumbalstütze elektrisch einstellbar
  • gute Stützung und Entlastung des Rückens
  • sehr bequemes Sitzgefühl

Contra

  • kurze Garantiedauer für Motor
  • Fussstütze muss extra gekauft werden
  • Rückenlehne aus Schaumstoff kann nach langem Sitzen warm werden
  • Rückenlehne nicht höhenverstellbar

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Journalist seit 1997. Stationen in Franken, am Bodensee, in Obwalden und Nidwalden sowie in Zürich. Familienvater seit 2014. Experte für redaktionelle Organisation und Motivation. Thematische Schwerpunkte bei Nachhaltigkeit, Werkzeugen fürs Homeoffice, schönen Sachen im Haushalt, kreativen Spielzeugen und Sportartikeln. 


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