
Hintergrund
Zwischen Laubbläser und Kaffeemaschine: Was hinter Einhells Akku-System steckt
von Anna Sandner

Das kann die Brushless-Akku-Astschere von Einhell: Wie sie sich bei dicken Ästen schlägt, warum zwei Schneidemodi sinnvoll sind und was sie im Alltag taugt.
Nach meinem ersten Kennenlernen mit der Akku-Astschere «GP-LS 18/35 Li BL-Solo» kürzlich beim Pressetermin von Einhell geht es jetzt ans Eingemachte. Ich teste das Gerät aus der Professional-Reihe unter realen Bedingungen in meinem Garten. Dafür hat es mir Einhell zur Verfügung gestellt.
Die Astschere kommt mit wenig Schnickschnack daher, was mir sehr gefällt, denn so kann ich schnell loslegen. Lediglich den Schutzbügel muss ich mit vier mitgelieferten Schrauben befestigen. Das ist schnell erledigt und ich mache mich mit der Handhabung vertraut. Auch das geht unkompliziert: Die Schere hat nur eine Funktionstaste mit Anzeige, über die ich alles steuern kann. Etwa eine Sekunde lang gedrückt, ertönt ein Piepton und schon ist die Astschere im Stand-by. Durch zweimaliges kurzes Drücken aktiviere ich sie und kann jetzt mit dem Schalter am Griff die Schneidebewegung auslösen. Über die Funktionstaste wähle ich je nach Astdicke zwischen zwei Öffnungsweiten (25 mm oder 35 mm).

Für den Betrieb brauche ich außerdem noch einen passenden Akku. Die «Sealed Power X-Change»-Akkus sind mit allen Einhell-Geräten kompatibel und gegen das Eindringen von Staub und Wasser geschützt. Für meinen Test nutze ich einen Einhell PXC Akku mit 18 Volt und 4,0 Amperestunden. Damit ist das Gerät sehr gut ausbalanciert.
Dann kann’s ja losgehen.
Ich starte mit der kleineren Öffnungsweite und wage mich zunächst an Äste mit etwa 20 Millimeter Durchmesser. Einmal gedrückt und zack ist der Ast sauber durchtrennt. Kein Problem für das Gerät. Nun geht es an die dickeren Äste. Auch hier läuft alles reibungslos. Ich kann wie versprochen Äste bis 35 Millimeter problemlos durchschneiden. Die Klinge geht sauber und glatt durch frisches und trockenes Holz, ohne es zu quetschen.
Beim Versuch, die Astschere an ihre Grenzen zu bringen, teste ich noch dickere Äste. Erst bei einem über 4 Zentimeter dicken Ast bleibt die Klinge im Holz stecken. Ich drücke nochmal auf die Auslösetaste und siehe da, die Schere schneidet jetzt ganz durch. Da ich im Garten nicht immer ein Maßband bereit habe, muss ich mir also keine Sorgen machen, wenn ich doch mal einen dickeren Ast erwische.

Im ersten Moment frage ich mich, warum ich überhaupt zwischen der kleinen und großen Öffnungsweite umstellen kann beziehungsweise muss. Es erscheint mir unnötig. Nach einiger Zeit im Betrieb merke ich aber, warum die Unterscheidung sinnvoll ist. Im Modus für dünne Äste öffnet die Schere nur so weit wie nötig, das geht schneller als in der weiten Einstellung. Schneide ich viele dünne Zweige, Rosen oder Stauden, arbeitet die Schere in diesem Modus erheblich schneller. Ein zweiter Vorteil: Der Motor benötigt für das weite Öffnen und kraftvolle Schließen bei der 35-Millimeter-Einstellung mehr Energie. Der Akku hält länger, wenn die Schere auf 25 Millimeter begrenzt ist.

Ich muss aber nicht für jeden Ast umstellen, sondern arbeite im Regelfall im 25-Millimeter-Modus und stelle nur für die dickeren Hauptäste in den Powermodus, also die 35-Millimeter-Einstellung.
Ich schneide mich also entspannt durch meinen Frühjahrs-Dschungel. Dabei liegt die Astschere gut in der Hand und macht es mir durch den langen Griff leicht, auch an etwas höhere Äste zu gelangen. Der lange Griff bietet außerdem den Vorteil, dass meine Hände immer weit genug von der Klinge entfernt sind, damit ich mich nicht schneide.
Sobald ich die Schere 30 Sekunden nicht betätigt habe, verabschiedet sie sich mit einem Piepen automatisch in den Stand-by-Modus. Will ich weiterarbeiten, muss ich nur zweimal auf die Taste drücken und die Schere ist wieder einsatzbereit. Nach 10 Minuten im Stand-by stellt sie sich von alleine ganz ab. Sicher ist sicher.

Mit einem Gewicht von etwa 1,7 Kilogramm ohne Akku liegt die Astschere im mittleren Bereich und ist auch bei längeren Einsätzen noch gut händelbar. Ich habe das Gerät eine gute halbe Stunde lang im Dauereinsatz getestet. Meine Arme wurden weder lahm, noch machte der Akku schlapp. Abschließend überzeugt mich auch die Reinigung der Akku-Schere. Die Verarbeitung ist durchdacht. Es gibt keine nervigen Ritzen oder Rillen, in denen sich die feinen Sägespäne oder Schmutz verfangen können. Nach der Arbeit wische ich kurz über die Klinge und das Gerät ist wieder einsatzbereit.
Pro
Contra
Wissenschaftsredakteurin und Biologin. Ich liebe Tiere und bin fasziniert von Pflanzen, ihren Fähigkeiten und allem, was man daraus und damit machen kann. Deswegen ist mein liebster Ort immer draußen – irgendwo in der Natur, gerne in meinem wilden Garten.
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