Epic vs. Apple: Epic verliert Millionen, Apple womöglich Milliarden
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Epic vs. Apple: Epic verliert Millionen, Apple womöglich Milliarden

Philipp Rüegg
Philipp Rüegg
Zürich, am 13.09.2021
Im Gerichtsfall zwischen Epic und Apple verlieren beide. Die Folgen für Apple wiegen vermutlich aber schwerer. Gewinner sind dagegen Entwickler und User. Epic zieht das Urteil weiter.

«Fortnite» wird auch weiterhin nicht auf iOS verfügbar sein. Das ist das Resultat eines Gerichtsentscheids, der am vergangenen Freitag in Kalifornien verkündet wurde. Es geht um den viel beachteten Streit zwischen Epic und Apple. Epic wird das Urteil anfechten.

Im Streit geht es darum, dass Epic in «Fortnite» eine eigene Zahlungsmöglichkeit für die In-Game-Währung V-Bucks implementierte. Das verstösst gegen die Regeln des Apple Stores, weshalb Apple das Spiel aus dem Store verbannte. Das Gleiche passierte auch im Google Play Store. Dort läuft der Gerichtsfall noch. Epic reichte daraufhin Klage gegen Apple wegen illegaler Monopolstellung ein.

Ganz knapp kein Monopol

Das Gericht hat nun entschieden, dass Apple weder alternative App Stores noch Sideload-Möglichkeiten erlauben muss. Ebenfalls darf das Unternehmen an den 30 Prozent Gebühren bei Transaktionen festhalten. Epic habe den Vertrag mit Apple verletzt und darf auch künftig vom App Store ausgeschlossen werden. Der Hauptgrund für den Entscheid sei, dass Apples Marktanteil im Mobile-Game-Markt noch knapp nicht für eine Monopolstellung ausreiche.

Epic muss für die kurze Zeit, in der «Fortnite» mit unrechtmässiger In-Game-Zahlungsmöglichkeit rund 12 Millionen Umsatz machte, 30 Prozent an Apple abgeben. Apple nennt das Urteil einen «überwältigenden Sieg».

In Wahrheit könnte das Urteil Apple Milliarden kosten. Das Gericht befand, dass die App-Store-Restriktionen konkurrenzschädigend sind. Als Folge muss Apple App-Entwicklern fortan erlauben, auf alternative Zahlungsmöglichkeiten ausserhalb des App-Stores aufmerksam zu machen. Derzeit ist es Entwicklern verboten, Alternativen zu In-App-Zahlungen auch nur anzudeuten. Das Gericht fügte jedoch an, dass Apple die 30 Prozent Transaktionsgebühren selbst dann einkassieren könnte, wenn die In-App-Payments umgangen werden. Solch zusätzlichen Verträge würden für Apple jedoch schwieriger, zeitaufwendiger und teuer werden.

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Philipp Rüegg
Philipp Rüegg

Senior Editor, Zürich

Als Game- und Gadget-Verrückter fühl ich mich bei digitec und Galaxus wie im Schlaraffenland – leider ist nichts umsonst. Wenn ich nicht gerade à la Tim Taylor an meinem PC rumschraube, oder in meinem privaten Podcast über Games quatsche, schwinge ich mich gerne auf meinen vollgefederten Drahtesel und such mir ein paar schöne Trails. Mein kulturelles Bedürfnis stille ich mit Gerstensaft und tiefsinnigen Unterhaltungen beim Besuch der meist frustrierenden Spiele des FC Winterthur.

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