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Shutterstock/Karl Allgaeuer
News & Trends

Flexitarier befeuern den Trend zur veganen Ernährung

Debora Pape
3.2.2026

Erst Boom, dann Krise? Während Schlagzeilen über schließende Restaurants und sinkende Aktienkurse das Ende des Vegan-Hypes einläuten, zeigen Marktzahlen eine stille Evolution: Die pflanzliche Ernährung verschwindet nicht, sie wird gerade erwachsen und findet ihren festen Platz an den Esstischen.

In den vergangenen Jahren war pflanzliche Ernährung in aller Munde – oder zumindest auf Social Media vor aller Augen. Ein echter Pflanzenhype ließ Fleisch-Fans um ihr Schnitzel bangen, vegane Restaurants schossen aus dem Boden und die Supermarktregale mit Plant-Based-Produkten wurden immer voller.

Doch seit einiger Zeit ebbt der Hype ab: Einige spezifische Markenprodukte verschwinden wieder aus den Geschäften, rein vegane Restaurants schließen und der Fleischersatz-Pionier Beyond Meat steckt aufgrund sinkenden Absatzes in der Krise. Das Landwirtschaftsmagazin «Agrar heute» berichtet süffisant, dass «dem Veganismus der Wind aus den Segeln genommen» wurde.

Ist der Trend also vorbei?

Steigender Umsatz, aber weniger Produktbreite

Nein, sagt Proveg, die Organisation hinter dem gelben Vegan-Label. Dafür hat sie Zahlen aus ganz Europa analysiert. Das Resultat: Nach dem jahrelangen Hype, der für eine unnatürlich hohe Nachfrage sorgte, verankern sich pflanzliche Produkte jetzt fest im Kaufverhalten.

Der europäische Einzelhandelsumsatz für Fleischersatz liegt 2024 laut Europe Plant Based Meat Market Report bei 1,56 Milliarden US-Dollar (umgerechnet etwa 1,32 Milliarden Euro), für 2025 wird ein Umsatz von 1,8 Milliarden Dollar (1,52 Milliarden Euro) erwartet. Bis 2033 soll er sich demnach auf 5,85 Milliarden Dollar (4,94 Milliarden Euro) steigern.

Im gesamten pflanzenbasierten Segment, das auch Milchalternativen umfasst, kommt allein Deutschland laut Good Food Institute Europa im Jahr 2024 auf einen Umsatz von 1,68 Milliarden Euro. Supermarkt-Eigenmarken haben daran einen großen Anteil, da sie meistens günstiger als Markenprodukte sind.

Die Umsatzzahlen geben aber für einzelne Segmente oder regionale Märkte tatsächlich einen Nachfragerückgang her. Auch der wieder auflebende Trend zum Selberkochen schlägt sich in der Produktvielfalt nieder, etwa bei pflanzlichen Fertigmahlzeiten. Während zudem vegane Spezialrestaurants teils schließen, wächst laut Proveg-Analyse der pflanzenbasierte Anteil in der Mainstream-Gastronomie schnell: Vegane Optionen reservieren sich einen festen Platz auf der Speisekarte. Das sei in ganz Europa zu beobachten.

Unsere eigenen Zahlen zeigen ebenfalls einen Aufwärtstrend: Im vergangenen Jahr freute sich das Galaxus-Warenmanagement bei Fleischersatzprodukten über ein Umsatzplus von 61 Prozent. Zwar profitiert dieser Wert vom allgemeinen Wachstum unseres Lebensmittelsortiments, doch die Deutlichkeit ist bemerkenswert. Da wir keine Kühlprodukte führen – die den Hauptteil des Fleischersatzmarkts ausmachen –, zeigt dieses Wachstum auch: Pflanzliche Alternativen sind kein reines Frischethema mehr, sondern haben sich einen festen Platz im Vorratsschrank unserer Kundschaft erobert.

Diese Produkte wurden besonders häufig gekauft:

Aus Hype wird Gewohnheit

Laut Proveg sei im pflanzlichen Markt jetzt eine «Neukalibrierung» zu sehen, bei der das wahre Potenzial der Nachfrage vom künstlich aufgeblähten Hype getrennt werde. Nach einer Innovationsphase mit zahlreichen neuen Produkten wird die Kundschaft jetzt anspruchsvoller: Was im Einkaufswagen landet, müsse Erwartungen an Geschmack, Qualität, Gesundheit und Preis erfüllen. Tun Produkte das nicht, werden sie nicht gekauft und fliegen wieder aus dem Sortiment.

Die wichtigste Zielgruppe für den Plant-Based-Markt sind nicht Veganerinnen und Veganer, sondern sogenannte Flexitarier. Das sind Menschen, die nicht völlig auf Fleisch, Eier und Milch verzichten, aber regelmäßig bewusst zu tierfreien Alternativen greifen. Knapp 40 Prozent aller Konsumenten und Konsumentinnen in Deutschland essen nach eigenen Angaben flexitarisch.

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Wer flexitarisch isst, achtet weniger auf neue Trendprodukte, sondern wählt nach Alltagstauglichkeit, Preis-Leistungs-Verhältnis sowie Geschmack aus. Dass pflanzliche Produkte beliebter werden, liegt nicht nur an mehr Klima- und Gesundheitsbewusstsein und Interesse am Tierwohl, sondern auch an bedeutenden Verbesserungen bei Geschmack, Nährwerten und Textur.

Die Zahlen zeigen also, dass vegane Produkte nicht über kurz oder lang das Schweineschnitzel verdrängen werden. Aber sie sind gekommen, um zu bleiben.

Titelbild: Shutterstock/Karl Allgaeuer

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