
Produkttest
Gamesir G7 Pro im Test: Premium-Features zum Mittelklasse-Preis
von Kevin Hofer

Gamesir bringt mit der G7 Pro 8K Aim Labs Edition einen Controller auf den Markt, der 8K-Polling-Rate, verbesserte TMR-Sticks und ein überarbeitetes D-Pad kombiniert – und das für unter 100 Franken/Euro. Doch lohnt sich der Aufpreis gegenüber dem Standardmodell?
Der Controller-Markt lässt einem die Qual der Wahl. Kaum hat man sich an ein Modell gewöhnt, legt der Hersteller eine verbesserte Version nach. Gamesir macht das mit dem G7 Pro 8K Aim Labs Edition und verspricht gegenüber dem bereits überzeugenden Standard G7 Pro nochmals mehr Leistung – vor allem für PC-Spieler.
Der G7 Pro 8K liegt wie sein Vorgänger angenehm in der Hand. Das asymmetrische Stick-Layout erinnert an den Xbox-Controller. Wer diesen mag, wird sich sofort wohlfühlen. Auch nach langen Gaming-Sessions bleibt die Ergonomie überzeugend.

Im Vergleich zum Standardmodell punktet die neue Version mit spürbar besserer Verarbeitung. Der Controller wirkt robuster, druckfester und langlebiger. Selbst bei festem Druck knarzt nichts, das Gehäuse bleibt stabil. Gummierte Griffe und ein Mittelteil aus hartem Kunststoff ergänzen sich gut. Zwar erreicht er nicht das Niveau eines Microsoft Elite, doch für den Preis ist die Qualität beeindruckend.
Optisch polarisiert die Aim Labs Edition. Das schwarze Gehäuse mit türkisfarbenen Akzenten und goldenem D-Pad gefällt – oder eben nicht. Wer alternative Faceplates bevorzugt, sollte zum Standardmodell greifen.
Schon der G7 Pro war modular, doch die 8K-Version legt nach. Die magnetische Frontplatte lässt sich leicht abnehmen, was die Reinigung und Personalisierung erleichtert. Im Lieferumfang finden sich verschiedene Stick-Aufsätze: konkav, konvex, hoch und niedrig. Fighting-Game-Fans oder Plattformer-Spieler freuen sich über ein traditionelles D-Pad, das sich schnell austauschen lässt.

Auf der Rückseite sitzen zwei programmierbare Paddles, die sich bei Bedarf sperren lassen. Zwei Schalter verkürzen die Triggerwege – ideal für den Wechsel zwischen Rennspiel und Shooter. Neben den Schultertasten gibt es zwei weitere programmierbare Tasten. Das mitgelieferte Ladedock mit Dongle-Fach sorgt für Ordnung und hält den Controller stets einsatzbereit.

In der Praxis überzeugt der G7 Pro 8K. Die Magres Gen-2 TMR-Sticks reagieren präzise, geschmeidig und bieten angenehmen Widerstand. Mit einer Dead-Zone von null registrieren sie selbst kleinste Bewegungen – ideal für Präzisionsspiele, aber gewöhnungsbedürftig.
Die Hall-Effekt-Trigger lassen sich per Schalter von analog auf digital umstellen, was den Wechsel zwischen Genres erleichtert. Die Face-Buttons bieten ein klares, angenehmes Klickgefühl.

Das D-Pad ist das Highlight. Im Vergleich zum Standardmodell ist der Unterschied enorm: Es reagiert präzise, fühlt sich fest an und vermeidet schwammige Eingaben – ein klarer Fortschritt, der sich sofort bemerkbar macht.
Ob kabelgebunden, per Dongle oder Bluetooth – die Verbindung bleibt stabil. Für maximale Leistung empfiehlt sich der Dongle. Besonders in schnellen Spielen wie «Hollow Knight: Silksong» spürt man den Unterschied zu Bluetooth.
Die Vibrationsmotoren liefern solides haptisches Feedback, erreichen aber nicht die Intensität eines Dualsense. Drei einstellbare Stärken ermöglichen individuelle Anpassungen. Ein 6-Achsen-Gyrosensor ergänzt das Paket – ein Nischenfeature, das in kompatiblen Spielen punktet.

Für die meisten Spieler bleibt der Unterschied zwischen 1000 und 8000 Hertz (Hz) unmerklich. Die 0,125 ms Reaktionszeit der 8K-Polling-Rate erfordert nicht nur einen schnellen PC, sondern auch ein Szenario, in dem sie wirklich relevant ist. Selbst bei Computermäusen, die schneller reagieren als Controller, bringt die hohe Polling-Rate selten Vorteile. Nur kompetitive Spieler könnten von dem kleinen Vorteil profitieren.
Ein Nachteil: Die 8K-Polling-Rate leert den Akku schneller. Bei 1000 Hz hält der Controller etwa zehn Stunden, bei 8K deutlich weniger. Das Ladedock hilft, den Akku regelmässig aufzufüllen, ohne dass man gross darüber nachdenken muss.
Die Gamesir Connect App erlaubt unter Windows das Anlegen von Profilen, das Neubelegen von Tasten und die Anpassung der Stick-Empfindlichkeit. Funktional, aber wenig poliert, bleibt sie hinter der Software grosser Hersteller zurück. Einmal eingerichtet, läuft alles zuverlässig. Ärgerlich: Gamesir nutzt für verschiedene Controller unterschiedliche Apps – das sorgt für Verwirrung.
Der G7 Pro 8K verbindet sich per USB-C-Kabel, 2,4-GHz-Dongle oder Bluetooth. Ein 3,5-mm-Anschluss ermöglicht die Nutzung kabelgebundener Headsets. Das Ladedock bietet Platz für den Dongle, sodass Laden und kabelloses Spielen über ein einziges Kabel funktionieren.

Primär für Windows entwickelt, unterstützt der Controller auch Android, iOS, Linux und Mac. Eine kabelgebundene Verbindung zur Xbox und Nintendo Switch ist möglich, kabellos jedoch nicht.
Der Gamesir G7 Pro 8K Aim Labs Edition überzeugt mit einem massiv verbesserten D-Pad, präzisen Gen-2-TMR-Sticks, umfangreichem Zubehör und einem praktischen Ladedock. Für unter 100 Franken/Euro gehört er zu den besten Controllern auf dem Markt – zumindest für PC-Spieler.
Einziger Wermutstropfen: Gamesir macht sich selbst Konkurrenz. Der günstigere Standard G7 Pro bietet für die meisten ein fast gleichwertiges Erlebnis. Der Aufpreis lohnt sich vor allem für das bessere D-Pad, die Gen-2-Sticks und die 8K-Polling-Rate – letztere jedoch nur für kompetitive Spieler.
Eine hervorragende Alternative zum G7 Pro 8K wäre der Flydigi Vader Pro 5. Der kann zwar keine 8K-Polling-Rate, aber bietet auch hervorragende Verarbeitung, tolle Haptik und Präzision.
Pro
Contra
Technologie und Gesellschaft faszinieren mich. Die beiden zu kombinieren und aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten, ist meine Leidenschaft.
Unsere Expertinnen und Experten testen Produkte und deren Anwendungen. Unabhängig und neutral.
Alle anzeigen