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Produkttest

Gekauft aus Neugier, geblieben aus Überzeugung: JetKVM im Alltagstest

JetKVM ist ein kleines KVM-over-IP-Tool für den Fernzugriff auf Rechner. Statt Monitor, Tastatur und Maus hervorzukramen, reicht oft schon der Browser. Genau das macht das Gerät für mich im Alltag so nützlich.

Ich bin vor einiger Zeit rein zufällig über JetKVM gestolpert. Ein techbegeisterter Freund hat mir damals von diesem Kickstarter-Projekt erzählt. Die Idee hat mich sofort überzeugt: eine kompakte Open-Source-Netzwerk-KVM, mit der ich auf ein System zugreifen kann, ohne jedes Mal Monitor, Tastatur und Maus hervorzukramen.

Wo mir die JetKVM konkret hilft

Am häufigsten nutze ich JetKVM bei frisch aufgesetzten Laptops. Das Betriebssystem läuft zwar schon, aber fertig ist so ein Gerät oft noch nicht. Es fehlen letzte Anpassungen, ein Neustart im richtigen Moment, eine Einstellung im Betriebssystem ändern oder eine Software installieren. Genau dort ist JetKVM für mich praktisch. Ich hänge es an den Laptop, auf den ich zugreifen will. Danach tippe ich die angezeigte IP-Adresse im Webbrowser meines Computers ein und erledige den Rest so übers Netzwerk. Dank Cloudanbindung kann ich sogar via Internet darauf zugreifen.

Der JetKVM ist mit einem Touchmonitor ausgestattet.
Der JetKVM ist mit einem Touchmonitor ausgestattet.

Dazu kommt ein weiterer Einsatzbereich: Kundengeräte, die ich für Reparaturen auf dem Tisch habe. Auch dort ist es angenehm, wenn ich nicht ständig am Gerät sitzen muss, sondern schnell per Browser aus der Ferne darauf zugreifen kann.

Der dritte Einsatzort ist mein Intel NUC, auf dem ich «Cosmos Cloud» auf Ubuntu-Server installiert habe. Solange alles läuft, brauche ich keine KVM. Wenn aber beim Start etwas hakt oder ich auf die Konsole will, zahlt sie sich aus. Ich sehe rasch, was auf dem Bildschirm passiert, komme ins Bootmenü und bin nicht darauf angewiesen, dass SSH oder ein anderer Webdienst reagiert.

JetKVM bringt genügend Funktionen mit, ohne unnötig kompliziert zu werden. Virtual Media gehört dazu: das Einbinden von ISO-Dateien für Installationen oder Rettungsmedien. Bei frisch aufgesetzten Geräten oder bei einem Server, der nicht sauber startet, ist das deutlich praktischer als mit USB-Sticks und Adaptern herumhantieren zu müssen.

Klein, schnell angeschlossen, schnell einsatzbereit

Was mir an JetKVM gefällt: Das Gerät stecke ich an – HDMI, USB und LAN – und es ist einsatzbereit. Trotz der kompakten Bauform wirkt JetKVM überraschend hochwertig.

Ich hatte eher ein leichtes Plastikgehäuse erwartet, stattdessen fühlt sich das Gerät schwerer an. Nach dem Aufstarten zeigt das kleine Touchdisplay die IP-Adresse an, und beim Aufruf im Browser sehe ich, was auf dem Zielsystem passiert. Positiv überrascht hat mich, wie gering die Latenz in der Praxis ausfällt. Diese Einfachheit macht für mich den Reiz aus.

Der JetKVM ist kompakt, verpackt in einem wertigen Gehäuse.
Der JetKVM ist kompakt, verpackt in einem wertigen Gehäuse.

Die Spezifikationen reichen für genau diesen Job

JetKVM ist kein High-End-Gerät für alle denkbaren Szenarien, sondern ein fokussiertes Werkzeug. Im Alltag merke ich die Punkte, auf die es hier ankommt: Mini-HDMI, USB-C, Ethernet, das integrierte Display und Funktionen wie Virtual Media oder die erweiterte Bildschirmerkennung. Für meinen Einsatz reicht das völlig: Ich will Systeme einrichten, kontrollieren und notfalls retten oder reparieren. Nicht darüber Videos schneiden oder Texte schreiben.

Deshalb stört es mich auch nicht, dass JetKVM eher pragmatisch als luxuriös wirkt. Im Gegenteil: Für Laptops, Mini-PCs, Kundengeräte bei Reparaturen und meinen Intel NUC ist mir wichtiger, dass das Ding schnell funktioniert, als dass die Featureliste künstlich aufgeblasen ist.

Die Anschlüsse sind auf der Rückseite platziert.
Die Anschlüsse sind auf der Rückseite platziert.

Die wichtigsten Eckdaten im Überblick:

  • 1080p-Video mit bis zu 60 Frames pro Sekunde (FPS)
  • H.264-Streaming mit geringer Latenz
  • HDMI für das Videosignal des Zielsystems
  • USB für Tastatur- und Maus-Emulation
  • Ethernet für den Netzwerkzugriff
  • integriertes Display für IP-Adresse und Status
  • Virtual Media zum Einbinden von ISO-Dateien
  • EDID-Unterstützung für die Monitor-Erkennung
  • optionaler Cloud-Zugriff via Web Real-Time Communication (WebRTC)

Ganz ohne Eigenheiten ist JetKVM jedoch nicht. Das Mini-HDMI-Format ist unnötig fummelig und auch beim Cloud-Zugang oder bei den virtuellen Medien habe ich gemerkt, dass noch nicht alles ganz ausgereift wirkt. Konkret stört mich, dass der Cloud-Zugang aktuell an einen Google-Login gebunden ist. Das macht das Gerät für mich aber fast glaubwürdiger. Es ist keine polierte Enterprise-Lösung, sondern ein erstaunlich reifes Werkzeug für Homelab und meine Werkstatt.

Ein kurzer Blick auf die Alternativen

Wenn du etwas Vergleichbares im Shop suchst, landest du am ehesten bei PiKVM. Am nächsten dran ist für mich PiKVM V4 mini Pre-Assembled with CM4. Das Gerät verfolgt eine ähnliche Idee: eine kompakte KVM-Lösung für die Fernverwaltung von Rechnern und Servern, ebenfalls mit HDMI, USB und Netzwerk. Allerdings ist die JetKVM mit 89 Dollar (Kickstarterpreis damals: 69 Dollar) preislich attraktiver. Aber auch die offene Projektform hat ihre Reize. So findest du auf GitHub separate Repositories für die Cloud-Komponenten und das zugrunde liegende System. Die Cloud-Funktionen sind optional und lassen sich auch selbst hosten – was für Homelab- und Bastel-Setups gut zum offenen Ansatz des Produkts passt. Hier hinkt PiKVM hinterher.

Weniger direkt vergleichbar finde ich dagegen Produkte wie den InLine HDMI USB KVM Extender oder den Aten 1-Port 4K HDMI KVM over IP. Der InLine zielt stärker auf Extender- und AV-Szenarien, der Aten ist klar näher an professioneller Infrastruktur. JetKVM wirkt daneben bodenständiger – und genau das passt für meinen Einsatz gut.

Fazit

Nützliches KVM-Tool mit kleinen Macken

JetKVM ist für mich kein Spielzeug aus einem erfolgreichen Kickstarter mehr, sondern ein Werkzeug mit festem Platz im Alltag. Das kleine Gerät ist schnell angeschlossen, funktioniert überraschend unkompliziert und spart mir dort Zeit, wo direkter Zugriff gefragt ist: bei frisch aufgesetzten Laptops, bei Reparaturen und in meinem Homelab.

Perfekt ist JetKVM nicht. Mini-HDMI bleibt fummelig, und auch der Cloud-Zugang wirkt noch nicht ganz fertig. Dafür ist das Tool kompakt, wertig gebaut, angenehm latenzarm und im Vergleich zu ähnlichen Lösungen überraschend günstig. Wenn du ein bezahlbares KVM-over-IP-Werkzeug für Homelab oder Servicefälle suchst, ist JetKVM für mich eine sehr spannende Lösung.

Pro

  • Open-Source-Ansatz mit Self-Hosting-Potenzial
  • deutlich günstiger als viele Alternativen
  • kompakt und wertig gebaut
  • geringe Latenz
  • schnell startklar

Contra

  • einige Funktionen wirken noch unreif
  • Cloud-Zugang aktuell an Google-Login gebunden
  • Mini-HDMI ist unnötig fummelig

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Journalist mit mehr als 20 Jahren Erfahrung – mehrheitlich im Online-Journalismus in verschiedenen Positionen. Mein Hauptarbeitsinstrument? Ein Notebook – am besten mit Internetverbindung. Diese Geräte haben es mir so sehr angetan, dass ich Notebooks und Computer immer wieder auch gerne auseinanderschraube, repariere und neu aufsetze. Warum? Weil es Spass macht! 


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