HBO Max: Warner Bros. beendet Streaming-Experiment
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HBO Max: Warner Bros. beendet Streaming-Experiment

Luca Fontana
Luca Fontana
Zürich, am 11.08.2021
Nach nur einem Jahr beendet Warner Bros. sein Streaming-Experiment mit HBO Max: Ab 2022 laufen WB-Filme wieder zuerst exklusiv im Kino. Mehr Filmstudios folgen.

Filmstudio Warner Bros. beendet sein Streaming-Experiment mit dem hauseigenen Streaming-Dienst HBO Max. Das Experiment: Seit 2021 laufen sämtliche Warner-Bros.-Filme in den USA 30 Tage lang gleichzeitig im Kino und auf dem hauseigenen Streaming-Dienst HBO Max – ein sogenanntes Date-and-Day-Release.

Ein Schlag gegen das Kino.

Wie der Hollywood Reporter berichtet, wird Warner Bros. ab 2022 von seiner Date-and-Day-Strategie absehen und Kinofilme erneut zuerst und exklusiv ins Kino bringen. Dies, nachdem ein Deal mit AMC, einer der grössten Kinoketten der Welt, unter Dach und Fach gebracht worden ist.

Auch Disney, Paramount und Universal machen Deals

Der Deal mit AMC sieht ein exklusives Kino-Fenster von 45 Tagen vor, ehe Warner Bros. seine Filme via HBO Max und anderen Streamingdiensten auswerten darf. Damit ist AMC bereits die zweite Kinokette nach Regal, die mit Warner Bros. Deals für exklusive Zeitfenster ausgehandelt hat. AMC-CEO Adam Aron sagt gar:

«Es ist kein Geheimnis, dass wir mit Warner Bros.’ ursprünglicher Strategie nicht glücklich waren. Mittlerweile stehen wir aber im aktiven Dialog mit allen grossen Filmstudios Hollywoods.»

Tatsächlich ist Warner Bros. nicht das einzige Filmstudio, das in puncto Date-and-Day-Release zurückrudert. AMC und Cinemark haben mit Universal den Deal, dass ab 2022 Filme mit einem kleineren Einspielergebnis als 50 Millionen US-Dollar am Startwochenende nach nur 17 Tagen via Heimkino ausgewertet werden dürfen – alle anderen Universal-Filme nach 31 Tagen. Paramount und Disney hingegen haben einen 45-Tage-Deal gemacht.

Die Rückkehr zum exklusiven Kino-Fenster freut nicht nur Kinobetreiber, sondern auch Regisseure und Schauspielerinnen, deren Gage mitunter vom Einspielergebnis an den Kinokassen abhängt.

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Von einer kompletten Rückkehr zur Pre-Pandemie-Normalität kann dennoch nicht gesprochen werden. Früher dauerte das übliche, exklusive Kino-Fenster etwa 90 Tage. Drei Monate. Die Filmstudios probieren seit Jahren, dieses Zeitfenster zu drücken. Lange ohne Erfolg, aufgrund Boykott-Drohungen der Kinobetreiber.

Die Zeiten haben sich geändert – und die Filmstudios haben bekommen, was sie wollten.

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Luca Fontana
Luca Fontana

Editor, Zürich

Abenteuer in der Natur zu erleben und mit Sport an meine Grenzen zu gehen, bis der eigene Puls zum Beat wird — das ist meine Komfortzone. Zum Ausgleich geniesse ich auch die ruhigen Momente mit einem guten Buch über gefährliche Intrigen und finstere Königsmörder. Manchmal schwärme ich für Filmmusik, minutenlang. Hängt wohl mit meiner ausgeprägten Leidenschaft fürs Kino zusammen. Was ich immer schon sagen wollte: «Ich bin Groot.»

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