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Jan Johannsen
Produkttest

Huawei Watch Fit 5 Pro im Test: die fast perfekte Sportuhr

Huawei hat die Watch Fit 5 Pro mit neuem Display, neuen Sport-Funktionen sowie mobilem Bezahlen weiter verbessert. Trotzdem bleibt sie nur die fast perfekte Sportuhr.

Für die robuste Pro-Variante seiner Watch Fit 5 übernimmt Huawei neue Fahrrad- und Jogging-Funktionen von anderen aktuellen Smartwatches und wertet die Uhr damit sinnvoll auf. Ein Grund, die Vorgängerin sofort zu ersetzen, ist sie trotzdem nicht.

Größeres Display mit schmalerem Rahmen

Im Vergleich zur Vorgängerin wächst der Bildschirm der Watch Fit 5 Pro um 0,1 Zoll auf 1,92 Zoll. Die Displayränder sind mit 1,8 Millimetern schmaler geworden, das Gehäuse aber bei unveränderter Höhe nur 0,8 Millimeter breiter. Die Screen-to-Body-Ratio erhöht sich von 79 auf 83 Prozent. Huawei setzt dieses Mal auf 2,5D-Glas, das leicht über das Gehäuse hinausragt und nicht wie bei der Watch Fit 4 Pro von einem leicht erhöhten Gehäuse umschlossen ist. Einen Sturz auf eine Betonstufe hat das Glas bei mir bereits unbeschadet überstanden.

Ein minimal größeres Display und schmalere Ränder sorgen dafür, dass das Gehäuse kaum größer wird.
Ein minimal größeres Display und schmalere Ränder sorgen dafür, dass das Gehäuse kaum größer wird.

Mit einer Spitzenhelligkeit von 3000 Nits ist das AMOLED-Display auch in direktem Sonnenschein problemlos abzulesen. Die Bildwiederholrate passt sich je nach Bedarf automatisch zwischen einem und 60 Hertz an. Aktivierst du die Always-on-Funktion, ist diese auf ein Hertz festgelegt.

Die weiße Version der Watch Fit 5 Pro ist zusätzlich beschichtet.
Die weiße Version der Watch Fit 5 Pro ist zusätzlich beschichtet.

Saphirglas, eine Titanlegierung für die Lünette und ein Gehäuse aus Aluminium sollen dafür sorgen, dass weder die Anzeige noch das Gehäuse schnell verkratzen. Die weiße Version ist zusätzlich noch mit einer Oxid-Schicht überzogen, die um 130 Prozent härter und 15 Prozent kratzfester sein soll. Sagen wir es so: Huawei nutzt das gleiche Material für sein Matebook, das ich seit über zweieinhalb Jahren malträtiere. Das Display hat bereits einen Sprung, das Gehäuse dagegen keinen Kratzer.

Ich finde die Watch Fit 5 Pro angenehm zu tragen und greife lieber zum klassischen Kunststoffarmband anstatt der gewebten Variante mit Klettverschluss. Das liegt nicht am Tragekomfort, sondern daran, dass ich sie ungern über meine Hand ziehe.

Neue Funktionen von anderen Sportuhren

Von der Watch GT Runner 2 erhält die Watch Fit 5 Pro die «Running Power». Dieser neue Maßstab soll helfen, die Trainingsintensität beim Laufen zu messen. Die Angabe erfolgt wie bei der Leistungsmessung im Radfahren in Watt. Passend dazu erbt die Sportuhr auch den mit der Watch GT 6 Pro eingeführtem Bike Computer inklusive Powermeter für die Trittkraft sowie die Sturzerkennung.

Die wichtigsten Daten des Tages im Überblick.
Die wichtigsten Daten des Tages im Überblick.

Das Sunflower-GPS der Watch Fit 5 Pro ist weiterhin sehr genau und die Smartwatch findet zügig ihren Standort. Beim Radfahren sehe ich unterwegs, wie die aktuelle Steigung beziehungsweise das Gefälle ist, und bekomme nicht nur am Ende der Tour die Höhenmeter angezeigt. Zusätzlich nutzt Huawei die Daten, um 3D-Karten erstellen zu können. Für die Steigungsdaten gibt es keinen neuen Sensor. Huawei berechnet sie mit einer Formel aus den Daten der vorhandenen Sensoren.

Ebenfalls neu ist die Messung der virtuellen Leistung. Wie stark ich in die Pedale trete, wird in Watt gemessen. Dafür brauchte es bisher spezielle Pedale. Die alleine sind in der Regel bereits teurer als die Watch Fit 5 Pro und auch nicht die Pedale, die man eigentlich am Fahrrad haben will. Beim Fahren sehe ich einen Watt-Wert für die virtuelle Leistung. Diese berechnet sich aus Messdaten der Uhr sowie weiteren Angaben wie meinem Alter und Gewicht sowie der Art und dem Gewicht meines Fahrrads.

Der Info-Screen beim Radfahren inklusive Watt-Angabe für die virtuelle Leistung.
Der Info-Screen beim Radfahren inklusive Watt-Angabe für die virtuelle Leistung.

Messgeräte in Pedalen sind genauer. Huawei spricht von fünf bis maximal zehn Prozent Abweichung. Das mag Profis nicht genügen, aber mir ist das gut genug. Stichproben während der Fahrt zeigen auch, dass die Watch Fit 5 Pro zuverlässig erkennt, wenn ich nicht mehr trete – und das auch, wenn ich zum Beispiel mit unverändertem Tempo ein Gefälle hinunterrolle.

Damit ich während der Fahrt nicht auf die Uhr an meinem Handgelenk schauen muss, kann ich die Health-App von Huawei als Fahrradcomputer nutzen. Dafür benötige ich nur eine vernünftige Halterung für mein Smartphone.

Beim Joggen, oder genauer gesagt danach, sehe ich wie bei der GT Runner 2 meine Trainingsbelastung und die «Running Power». Diese wird analog zur Leistung beim Radfahren in Watt gemessen. Den «Running Ability Index» behält die Laufuhr jedoch für sich.

Ich kann gegen meine Durchschnittswerte laufen.
Ich kann gegen meine Durchschnittswerte laufen.

Ich warte allerdings noch auf die per Update versprochenen Mini-Workouts mit einem Panda als Coach. Dieser soll mich mit 30 verschiedenen Übungen über den Tag verteilt zur Bewegung von elf Körperteilen animieren.

Auf das Update mit dem Panda als Coach warte ich noch
Auf das Update mit dem Panda als Coach warte ich noch
Quelle: Huawei

Jede Menge Gesundheitsdaten und eine neue Ansicht für das Wetter

Mit dem TruSense-Sensorsystem sammelt die Watch Fit 5 Pro unzählige Gesundheits- und Fitnessdaten. Sie kann über 100 Sportarten tracken, ein EKG erstellen, Vorhofflimmern erkennen und die arterielle Steifigkeit bewerten. Das Schlafscoring hat Huawei überarbeitet und lässt die Smartwatch jetzt auch kurze Nickerchen erkennen.

Die Sensoren auf der Rückseite der Watch Fit 5 Pro.
Die Sensoren auf der Rückseite der Watch Fit 5 Pro.

Die Benutzeroberfläche der Watch Fit 5 Pro ist schnell verstanden. Neues Design gibt es für den Wetterbereich. Dieser zeigt jetzt auch den UV-Index, die gefühlte Temperatur sowie die Sichtbedingungen für Sonnenauf- und -untergänge an.

Die Wetter-App zeigt jetzt auch den UV-Index für den aktuellen Standort an.
Die Wetter-App zeigt jetzt auch den UV-Index für den aktuellen Standort an.

Die Bedienung der Huawei Watch Fit 5 Pro erfolgt fast vollständig über ihren Touchscreen. Nur die App-Übersicht muss ich über Drücken auf die Krone aufrufen. Sie ist ansonsten auch mein direkter Weg zum Startbildschirm sowie zum Pausieren des Trackings. Ich drehe sie nur selten und scrolle meistens über den Touchscreen.

Krone und Taste ergänzen die Bedienung über den Touchscreen.
Krone und Taste ergänzen die Bedienung über den Touchscreen.

Die untere Taste kann ich in den Einstellungen mit verschiedenen Funktionen belegen. Ich habe mich für die Übersicht der trackbaren Sportarten (1× Drücken) und mobiles Bezahlen (2× Drücken) entschieden.

EU-Lösung fürs mobile Bezahlen

Seit dem US-Boykott von 2019 sucht Huawei nach einer Lösung für mobiles Bezahlen. Inzwischen scheint der Hersteller einen brauchbaren Partner gefunden zu haben. Curve Pay heißt der Anbieter virtueller Kreditkarten aus Litauen, mit dem du deine Karte auf die Watch Fit 5 Pro – und weitere Smartwatches von Huawei – bringen kannst. Allerdings funktioniert der Dienst nur für Menschen aus EU-Ländern. Schweizer Kreditkarten und Ausweise akzeptiert Curve Pay nicht.

Einmal die Kreditkarte bei Curve Pay hinterlegen und dann mit der Uhr von Huawei bezahlen.
Einmal die Kreditkarte bei Curve Pay hinterlegen und dann mit der Uhr von Huawei bezahlen.

Ja, es ist nervig, noch eine App zu installieren und seine Daten noch einmal einzugeben, und nicht einfach Google oder Apple Pay nutzen zu können. Dafür musst du nicht darauf warten, dass deine Bank bei einem Bezahldienst mitmacht, und förderst nebenbei einen europäischen Anbieter.

Lange Akkulaufzeit ohne Verbesserungen

Huawei hat die Energiedichte des Akkus der Watch Fit 5 Pro nach eigenen Angaben um zwölf Prozent erhöht. Bei gleichem Volumen bietet die Batterie eine Kapazität von 471 mAh gegenüber 400 mAh bei der Vorgängerin. Damit sollen 24 Stunden aktive Nutzung inklusive GPS-Tracking, sieben Tage typische Nutzung und zehn Tage leichte Überwachung möglich sein. Da gibt es Uhren von Huawei, die noch länger durchhalten, aber auch hier muss ich nicht für jeden Kurztrip das USB-A-Kabel mit dem Ladepuck einpacken. Huawei hat hier den Umstieg auf USB-C noch nicht geschafft und setzt wie alle Smartwatch-Anbieter auf eine proprietäre Lösung für das drahtlose Laden.

In meiner Praxis verbraucht die Watch Fit 5 Pro in 24 Stunden etwa sieben Prozent des Akkus – ohne GPS, aber mit allen Sensoren aktiv. Hochgerechnet komme ich damit also länger als die genannten sieben Tage aus. Ist das GPS aktiv, erhöht sich der Stromverbrauch auf fünf bis sechs Prozent pro Stunde. Hier komme ich hochgerechnet nicht auf die versprochenen 24 Stunden, aber für meine sportlichen Aktivitäten genügt es allemal. Alle Werte sind nahezu mit der Watch Fit 4 Pro identisch.

Vor dem Starten eine Aktivität sehe ich die vermutete Restlaufzeit und den Akkustand.
Vor dem Starten eine Aktivität sehe ich die vermutete Restlaufzeit und den Akkustand.

Sehr hilfreich finde ich, dass die Uhr inzwischen vor dem Start einer Aktivität die erwartete verbleibende Laufzeit sowie während des Trackings den Akkustand anzeigt. So kann ich gut einschätzen, ob die Energie der Watch Fit 5 Pro noch ausreicht.

Einige Kritikpunkte bestehen weiterhin

Einige meiner Kritikpunkte an der Watch 4 Pro Fit behebt auch die Watch Fit 5 Pro nicht. So gibt es gewisse Smartwatch-Funktionen nur mit Smartphones von Huawei, obwohl die Uhr sowohl mit Android als auch mit iOS kompatibel ist. Das Design der Health-App von Huawei finde ich weiterhin unübersichtlich und kann nicht nachvollziehen, wie Trainingsminuten gemessen werden. Manchmal sammle ich beim Einkaufen welche und beim sportlichen Radfahren nicht. Tracke ich die Fahrt dagegen, bekomme ich jede Minute gutgeschrieben – unabhängig von der Intensität.

Fazit

Weiterhin kurz vor der Perfektion

Die Vorgängerin der Watch Fit 5 Pro war für mich «kurz vor der Perfektion». Daran hat sich trotz einiger Verbesserungen nichts geändert.

Die Watch Fit 5 Pro ist angenehm zu tragen und ihr superhelles Display ist auch beim Sport im Sonnenschein schnell abzulesen. Die Bedienung ist schnell zu verstehen und die Sensoren liefern zuverlässig Daten beim Sport und der Gesundheitsüberwachung.

Mobiles Bezahlen hat Huawei vereinfacht, kommt aber bisher nicht an den Komfort von Apple Pay oder Google Pay heran. Die Akkulaufzeit bleibt unverändert lang. Unabhängig von der Uhr wünsche ich mir eine optische Überarbeitung der Health-App von Huawei.

Pro

  • lange Akkulaufzeit
  • sehr genaues GPS
  • liefert viele Bewegungs- und Gesundheitsdaten

Contra

  • Akkulaufzeit wie bei Vorgänger
  • mobiles Bezahlen geht, ist aber noch unmständlich
  • Ladekabel mit USB-A-Stecker
Huawei Fit 5 Pro (44.48 mm)
Smartwatch
−6%
Neu
EUR304,53 statt EUR325,07

Huawei Fit 5 Pro

44.48 mm

Titelbild: Jan Johannsen

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Als Grundschüler saß ich noch mit vielen Mitschülern bei einem Freund im Wohnzimmer, um auf der Super NES zu spielen. Inzwischen bekomme ich die neueste Technik direkt in die Hände und teste sie für euch. In den letzten Jahren bei Curved, Computer Bild und Netzwelt, nun bei Digitec und Galaxus. 


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