

In 15 Schritten zum perfekten Papierflieger
Ich bin kein guter Bastler. Aber eines kann ich: den absolut besten Papierflieger falten. Er schlägt jedes Youtube-Tutorial, finden meine Kinder.
Zwei Kinder, ein Bildschirm und jede Menge Papier. So fand ich sie in Eintracht vor. Letzteres war für mich die grösste Osterüberraschung. Dass meine Tochter und mein Sohn sich gemeinsam in ein Thema vertiefen, für das sie nur ein paar Blätter DIN A4 und einen guten Faltplan brauchen.

Noch besser: Es ist ein Thema, von dem ich sogar Ahnung habe. Als Kind hatte ich eine ausgeprägte Fliegerfaltphase. Mein Lieblingsmodell aus einem Bastelbuch habe ich damals so oft produziert, dass man mir eines fernen Tages, bei fortschreitender Demenz im Altersheim, immer noch einen Stapel Papier hinlegen kann. Vermutlich fange ich auch dann noch damit an, Blatt für Blatt in elegante Gleiter zu verwandeln.
Mein Gebrabbel, dass ich das schon 1988 ganze Nachmittage lang mit meiner Cousine gemacht und nach dem Ausschlussverfahren das beste Modell ermittelt hätte, darf man dann freundlich weglächeln. Aber das Ergebnis wird für sich sprechen. Falten: hab ich. Falten: kann ich. Gestern, heute, morgen. Entsprechend selbstbewusst fordere ich die Kinder auf, Youtube zu vergessen. Lasst das mal den Papa machen.

Papa vs. Youtube 1:0
Die Momente, in denen ich im Vorbeigehen glänzen kann, werden immer seltener. Dafür höre ich Sätze wie: «Ich habe erst seit einer Woche Physik und du kannst mir jetzt schon nicht mehr helfen???» Da kommen die Papierflieger gerade recht, diesen Moment werde ich auskosten.
Anfangs schlägt mir Skepsis entgegen. Die Kinder vermuten, dass hinter meiner Ansage so viel steckt wie hinter meinem grossen Latinum: wenig bis nichts. Abwarten. Ich weiss ausnahmsweise, was ich tue, und gebe wenig bis nichts auf neumodische Faltbücher mit bunten Vorlagen, Gummischleudern und Scherenschnitten.
Ich sehe, dass sie via Youtube auf dem Holzweg der Rumpfflügler gelandet sind und mein Gleiter sie übertrumpfen kann. Richtig gefaltet und gefühlvoll geworfen wird er sich auf Dauer durchsetzen. Optisch beeindruckt er ohnehin. Jeder Falz ein Augenschmaus.
Anfangs spottet mein Sohn noch, weil er die Wurftechnik nicht richtig beherrscht. Dann verfällt auch er dem Zauber der stabilen Flugflunder, die sich so präzise platzieren lässt, dass ich sie ein ums andere Mal mit dem Mund aus der Luft pflücken kann.

Ein Familiengeheimnis
Ein bisschen geschockt bin ich, weil die Kinder ernsthaft verblüfft sind, dass Papa nicht geblufft hat. Ein bisschen stolz bin ich auch. Und ich habe Freude daran, dass unser Papierfliegerpark fast stündlich weiter wächst. Manchmal braucht es wirklich wenig, um gemeinsam Spass zu haben. Das sind die besten Momente. Halb feierlich, halb im Scherz vereinbaren wir, dass das Geheimnis des perfekten Fliegers von nun an mündlich von Generation zu Generation weitergegeben wird.
Nur für den unwahrscheinlichen Fall, dass sie es vergessen und ich dereinst im Altersheim doch nicht mehr ganz auf der Höhe sein sollte, notiere ich die Anleitung hier.
Schritt 1

Schritt 2

Schritt 3

Schritt 4

Schritt 5

Schritt 6

Schritt 7

Schritt 8

Schritt 9

Schritt 10

Schritt 11

Schritt 12

Schritt 13

Schritt 14

Schritt 15

Übung macht den Meister
Bleib geduldig, falls die ersten Würfe noch enttäuschend sind. Es braucht ein paar Versuche, bis du dich an den Flieger gewöhnt hast. Für mich ist und bleibt er der beste, aber ich bin offen für Neues: Falls du eine unschlagbar gute Anleitung kennst, freue ich mich über deinen Tipp in der Kommentarspalte.
Einfacher Schreiber, zweifacher Papi. Ist gerne in Bewegung, hangelt sich durch den Familienalltag, jongliert mit mehreren Bällen und lässt ab und zu etwas fallen. Einen Ball. Oder eine Bemerkung. Oder beides.
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