
Instagram funkt YouTube ins Geschäft: Meta testet Langvideos im Querformat
Mit bis zu 90 Minuten langen Videos und gezielten Verlinkungen über Reels wagt Instagram einen Angriff auf den langjährigen Videomarktführer YouTube.
Mit langen Videos im Querformat und einer neuen TV-Strategie nähert sich Instagram dem Marktführer YouTube weiter an. Die Plattform war lange Zeit für quadratische Fotos und Kurzvideos im Hochformat bekannt. Jetzt bietet sie testweise ausgewählten Content-Erstellern in den USA die Möglichkeit, Videos bis zu 90 Minuten Länge und im 16:9-Querformat hochzuladen. Auch die Fernseher-App «Instagram for TV» rückt weiter in den Fokus.
Das gab das Unternehmen in einem Video auf der eigenen Plattform bekannt. Das Video ist mittlerweile nicht mehr aufrufbar, doch mehrere Magazine, unter anderem «Variety», berichten über die Ankündigung. Die neuen sogenannten «Feature Videos» orientieren sich deutlich stärker an klassischen YouTube-Formaten.
YouTube und Instagram nähern sich weiter an
Viele Jahre existierten YouTube und Instagram ohne viele Überschneidungen nebeneinander: YouTube für längere Videos im Querformat, Instagram als Social-Media-Plattform für Fotos und kurze Videos. In den vergangenen Jahren näherten sich die Dienste jedoch einander an.
Meta stellte 2018 eine separate App namens IGTV («Instagram TV») für lange Videos vor. IGTV floppte jedoch und wurde 2022 eingestellt. Seitdem sind Videos von bis zu 60 Minuten direkt im Instagram-Feed möglich. Auf YouTube hielten umgekehrt 2020 speziell empfohlene Kurzvideos im Hochformat («Shorts») Einzug, die den Reels auf Instagram ähneln. Beide Plattformen unterstützen Live-Streams und beide haben mit geschätzten zwei bis drei Milliarden monatlichen Nutzern eine gigantische Reichweite – wobei die Kurzvideo-Plattform Tiktok seit den 2020er-Jahren stark aufholt.
Viele Creators veröffentlichen bereits heute kurze Reels als Vorschau auf längere Videos bei YouTube. Instagram dient dabei häufig als Reichweitenmotor für Inhalte, die anschließend auf einer konkurrierenden Plattform konsumiert werden. Nun scheint Instagram zu versuchen, User enger an sich zu binden. Bald könnte es für weitere Produzentinnen und Produzenten möglich sein, Langformat-Videos direkt auf Instagram hochzuladen und durch Reels mit bis zu acht kurzen Ausschnitten darauf zu verlinken. Dadurch könnte Instagram Nutzende länger auf der Plattform halten und sie dazu bewegen, Podcasts, Interviews oder Vlogs direkt in der App zu konsumieren.
Mosseri gibt in der Ankündigung laut Variety an, immer Vorbehalte gegenüber langen Videos gehabt zu haben. Denn wer ein langes Video schaue, teile und like in dieser Zeit keine Inhalte. YouTube konnte seine Position als unangefochtener Marktführer bei langen, User-generierten Videos im Querformat über mehr als ein Jahrzehnt ausbauen.
Instagram auf dem Fernseher
Das will Meta nun offenbar ändern. Im Dezember vergangenen Jahres kündigte der Konzern die Smart-TV-App «Instagram for TV» an und stellte damit die Weichen, um die Inhalte der ursprünglich für Mobilgeräte optimierten App auf den großen Bildschirm im Wohnzimmer zu bringen. Sie ist für Amazon-, Google-, Samsung- und nun auch für Apple-TV erhältlich, wie unter anderem «Variety» berichtet.
Auch die Live-Funktion will Instagram offenbar ausbauen. Statt Live-Streams nur den Followern anzuzeigen, sollen sie künftig auch im Reels-Bereich auffindbar sein. Dadurch werden Live-Streams stärker in den Empfehlungsalgorithmus eingebunden und können ein größeres Publikum erreichen.
Keine Werbebeteiligung für Content Creators auf Instagram
Wie interessant lange Videos für Content Creators auf Instagram sind, muss sich erst zeigen. Anders als YouTube verfügt Instagram bislang nicht über ein vergleichbares Werbeerlösmodell für lange Videos. Variety zitiert eine Stellungnahme, wonach das Unternehmen Möglichkeiten prüfe, wie Produzentinnen und Produzenten «durch Marken und Fans» Geld verdienen können. Auch leistungsabhängige Vergütungsmodelle seien eine Option.
Fühlt sich vor dem Gaming-PC genauso zu Hause wie in der Hängematte im Garten. Mag unter anderem das römische Kaiserreich, Containerschiffe und Science-Fiction-Bücher. Spürt vor allem News aus dem IT-Bereich und Smart Things auf.
Vom neuen iPhone bis zur Auferstehung der Mode aus den 80er-Jahren. Die Redaktion ordnet ein.
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