
Hinter den Kulissen
In Europa mogeln 4 von 5 bei der Arbeitszeit im Homeoffice
von Tobias Heller

Die Hälfte der Europäerinnen und Europäer nutzt Ratenzahlungen oder Pay-Later-Dienste, ein Großteil davon mehrfach im Jahr. Das hat eine repräsentative Befragung im Auftrag von Galaxus ergeben. Meistens wird die Ratenzahlung für Elektronik genutzt, in Deutschland und Österreich auch vergleichsweise oft für Mode. Schweizerinnen und Schweizer verspüren die größte psychische Belastung, wenn sie in Raten zahlen.
Marco hat den Fernseher schon aufgehängt als er die erste Rate überweist. Für ihn ist das schlicht praktisch – und er ist damit in bester Gesellschaft. «Buy Now, Pay Later» (BNPL) beschreibt den Trend, dass immer mehr Menschen auch kleinere Geldbeträge später bezahlen wollen. Die neue repräsentative Bevölkerungsbefragung durch Marktforscher YouGov im Auftrag von Onlinehändler Galaxus zeigt: Rund die Hälfte der 2 663 Befragten zwischen 15 und 79 Jahren in Deutschland, Österreich, Frankreich und Italien nutzt Ratenzahlungen und Pay-Later-Möglichkeiten. In der Schweiz hingegen setzt nur ein Viertel der Befragten auf die Möglichkeit, bereits erstandene Produkte und Dienstleistungen später zu bezahlen.
In allen fünf Ländern geben die meisten Pay-Later-Nutzer an, mehrmals pro Jahr auf Rechnung oder in Raten zu kaufen. In Deutschland und Frankreich sind dies vier von zehn der Pay-Later-Nutzer und in der Schweiz drei von zehn. Einige schließen aber sogar monatlich und wöchentlich neue Käufe ab, die sie in Raten ausgleichen. In Deutschland kauft jeder fünfte Pay-Later-Nutzer monatlich Produkte, die er oder sie später bezahlt. Jede zehnte Person sogar wöchentlich. In Österreich kauft jeder dritte Pay-Later-User monatlich entsprechende Produkte. Die Schweiz zahlt am seltensten auf Rate. 4 von 10 Personen nutzen BNPL-Lösungen nur einmal im Jahr oder noch seltener.
Die Schweizerinnen und Schweizer verspüren die höchste psychische Belastung beim Thema Ratenzahlungen. 23 Prozent in der Eidgenossenschaft empfinden eine starke oder sehr starke Belastung bei regelmäßigen Ratenzahlungen.
Für die Mehrheit ist es eine Planungsfrage. «Ich kann die Zahlungen gut in meinem Monatsbudget einplanen» ist in jedem Land die häufigste Antwort. Auch Bequemlichkeit und psychologische Effekte spielen eine Rolle. Rund jede vierte Nutzerin europaweit bestätigt, dass Ratenzahlungen bequemer sind und jeder Sechste sagt, dass sich Produkte durch die Ratenzahlungen nicht mehr so teuer anfühlen.
Bei jedem Fünften ist der Grund schlicht: «Ich kann mir das Produkt / die Dienstleistung sonst nicht leisten». In Frankreich gibt dies sogar jeder dritte BNPL-Nutzer an.
In den befragten EU-Ländern wird Ratenzahlung in erster Linie für Elektronik genutzt. In Deutschland zu 50 Prozent, in Italien zu 54 Prozent und in Frankreich zu 44 Prozent. Einzig in der Schweiz ist «Auto / Motorrad» als Kategorie häufiger genannt worden als Elektronik. Eine mögliche Erklärung ist, dass Elektronik in der Schweiz verhältnismäßig günstig ist.
In Deutschland und Österreich nutzt jeder vierte Befragte Ratenzahlungen für Mode. Der Anteil ist deutlich größer als in den anderen Ländern. In Frankreich und Italien hingegen kaufen vier von zehn Befragten Haushaltsgeräte auf Raten. Der Anteil ist beinahe doppelt so groß wie zum Beispiel in der Schweiz oder in Deutschland.
BNPL-Lösungen werden in Europa meist ab 250 Euro genutzt, das ist in allen untersuchten EU-Ländern die häufigste Antwort. Auch hier bildet die Schweiz die Ausnahme: 1.000 Franken sind bei den Eidgenossen die entscheidende Schwelle.
Am Ende läuft es immer auf dieselbe Grundfrage hinaus: Wann lohnt es sich, jetzt zu kaufen und später zu zahlen? Marcos Fernseher läuft derweil weiter. Und seine Rechnung im Hintergrund auch.
Faible für gute Serien, laute Musik, Science Fiction und (Zweitliga-)Fußball. Als PR Manager stehe ich Journalistinnen und Journalisten für alle Fragen zu Galaxus und ehrlichem E-Commerce zur Verfügung.
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