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Das sind die neuen PS-Plus-Spiele im April 2026
von Kim Muntinga

Der KI-Boom beschränkt sich nicht auf Grafikkarten und Festplatten. «Stormgates» Multiplayer-Server gehen Ende April offline, weil eine KI-Firma den zuständigen Anbieter übernommen hat. Ein Einzelfall? Wohl kaum – das Problem sitzt tiefer, als es scheint.
War es zuerst das Krypto-Mining, das den Grafikkarten-Markt auf den Kopf stellte, so folgte der KI-Boom mit Engpässen bei GPUs, RAM und SSDs. Und jetzt? Jetzt dringt der wachsende Hunger nach KI-Infrastruktur bis in die Server-Strukturen vor, die moderne Online-Spiele am Laufen halten. «Stormgate» ist das erste prominente Opfer. Es wird nicht das letzte sein.
«Stormgate» ist ein Free-to-play-RTS im Stil von «StarCraft», entwickelt von Frost Giant Studios – einem Team von ehemaligen Blizzard-Entwicklern. Das Spiel nutzt keine eigenen Server, sondern verlässt sich auf einen externen Anbieter, der die Game-Server koordiniert. Einfach gesagt: Ein Drittanbieter sorgt dafür, dass Spieler überhaupt gegeneinander antreten können.
Dieser Anbieter war Hathora – bis Fireworks AI ihn übernahm. Fireworks AI vermarktet sich als Plattform für KI-Inferenz, also als Infrastruktur, die trainierte KI-Modelle in Echtzeit ausführt. Dafür braucht es Rechenkapazität. Und diese holt sich Fireworks AI jetzt aus Hathoras Gaming-Infrastruktur.
Die Folge: Frost Giant informierte die Spieler auf Discord, dass der Multiplayer-Modus von «Stormgate» Ende April offline geht. Ein Patch soll zumindest den Offline-Modus sichern. Ob und wann der Online-Betrieb zurückkehrt, bleibt unklar – das Studio sucht noch nach einem neuen Partner.
Hathora betreut auch andere Spiele, darunter «Splitgate 2». Laut GamesBeat plant das Unternehmen, sein gesamtes Gaming-Geschäft einzustellen und die Kunden an einen anderen Anbieter, Nitrado, weiterzugeben. «Stormgate» ist also kaum der einzige betroffene Titel.
Das offenbart ein grundlegendes Problem moderner Spielearchitektur: Wer seine Server-Infrastruktur auslagert, gibt die Kontrolle ab – und steht plötzlich mit leeren Händen da, wenn der Anbieter das Geschäftsfeld wechselt. In diesem Fall war KI-Infrastruktur lukrativ genug, um eine auf Gaming spezialisierte Plattform komplett vom Markt zu drängen.
Klar, «Stormgate» ist ein Nischentitel mit überschaubarer Spielerbasis und zuletzt mehrheitlich negativen Steam-Bewertungen. Doch das Prinzip geht weit über dieses eine Spiel hinaus. Online-Multiplayer läuft heute fast überall über ausgelagerte Server – mit Vorteilen wie zentralem Matchmaking, Anti-Cheat und Live-Service-Features. Aber auch mit einer entscheidenden Abhängigkeit.
Für viele Spielerinnen und Spieler ist der KI-Boom längst kein abstraktes Wirtschaftsthema mehr. Er treibt die Preise für GPUs, Arbeitsspeicher und SSDs in die Höhe. Und jetzt zeigt er, dass er auch direkt die Spielbarkeit von Titeln gefährden kann – ohne Vorwarnung, ohne Mitsprache, nur weil irgendwo eine Übernahme stattgefunden hat.
Technologie und Gesellschaft faszinieren mich. Die beiden zu kombinieren und aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten, ist meine Leidenschaft.
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