Linear oder Clicky? Mit der Qpad MK-95 kriegst du beides
ReviewGaming

Linear oder Clicky? Mit der Qpad MK-95 kriegst du beides

Kevin Hofer
Zürich, am 06.12.2019

2019 ist das Jahr der Switches-Revolution: Nach der Apex Pro mit frei verstellbarem Auslösepunkt, kommt die MK-95 von Qpad mit umschaltbaren Switches: Zwischen Clicky und Linear stellst du innert sekundenbruchteilen um. Das funktioniert ausgezeichnet, das Tippgefühl ist aber nicht in jedem Fall mit dedizierten Switches vergleichbar.

Die MK-95 von Qpad ist ein geiles Stück Technologie. Beim Arbeiten haue ich in die Clicky-Tasten – also solche mit spür- und hörbarem Feedback beim Auslösen. Beim Gamen in die linearen, sprich solchen ohne Feedback beim Auslösen. Alles was ich dazu machen muss, ist wortwörtlich den Hebel umlegen: Oben rechts auf der Tastatur lässt sich zwischen Linear und Clicky umschalten.

MK-95 Pro (DE, Kabelgebunden)
158,44
QPAD MK-95 Pro (DE, Kabelgebunden)

Design und Verarbeitung

Für die zurzeit (Stand: 6.12.2019) knapp 230 Franken gibt’s die Tastatur und eine magnetische Handballenauflage. Software zum Programmieren von Makros und Beleuchtung musst du selbst runterladen.

Im Design unterscheidet sich die MK-95 nicht sonderlich von anderen Tastaturen. Die Ränder sind abgerundet und fallen auf den Seiten leicht ab. Das Teil ist schlicht. Das auffälligste Merkmal ist der Hebel oben rechts, mit dem sich zwischen linearen und taktilen Switches umstellen lässt. Unter dem massiven Metallhebel befindet sich das Lautstärkerad. Dieses lässt sich wegen dem Hebel nur von rechts bedienen, sonst sind Hebel oder Tasten im Weg. Ansonsten ist die Tastatur sehr solide verarbeitet. Die Metall-Deckplatte gibt ihr einen hochwertigen Look. Schade, dass der Rest vom Gehäuse aus Kunststoff ist.

Die Switches stehen aus der Metall-Deckplatte hervor. Dadurch ist die Tastatur relativ hoch, dafür leuchtet das RGB unter den Tasten hervor. Die RGB sind bei den Switches mittig angebracht, weshalb sie gleichmäßig ausgeleuchtet sind.

Ich finde das Design der Tastatur ganz okay. Viele meiner Kollegen sind jedoch gar nicht Fan – Kollege Phil meint sogar, dass das Teil richtig hässlich ist. Finde ich nicht, zumindest die Tastatur selbst. Die Handgelenkauflage kommt hingegen direkt aus der Design-Hölle. Das Teil mit Kunstlederüberzug erinnert mich an das Sofa aus dem Red Room in Twin Peaks. Da läuft’s mir kalt den Rücken runter. Zum Glück brauche ich sowieso nie eine Handgelenkauflage. Für den Test opfere ich mich dennoch.

Auf der Unterseite befinden sich zwei ausklappbare Füsse, mit denen sich die Tastatur etwas neigen lässt. Damit die rund 1.5 Kilogramm schwere Tastatur nicht verrutscht, hat sie Noppen auf der Unterseite.

Die Software: Qpad Gaming Gears

Im Programm kannst du einen Game Mode ein oder ausschalten. Ist dieser Modus an, sind alle Makros und Tastenzuweisungen aktiv. Ist er aus, sind sie deaktiviert. Ein LED-Ring beim Metallhebel gibt dir auch ohne die Software Auskunft, welcher Modus aktiv ist. Blinkt der Ring, ist der Game Mode aktiv, leuchtet er konstant, ist er deaktiviert.

Bei der Beleuchtung lassen sich mehrere Profile einstellen. Farben wählst du über die RGB-Farbtabelle aus. Acht Beleuchtungs-Modi stehen zur Verfügung. Dort kannst du zwischen einer Farbe und Regenbogenfarben wählen. Helligkeit und Geschwindigkeit der Effekte lassen sich ebenfalls regulieren.

Im Makro-Menü kannst du diese programmieren oder den Tasten andere Funktionen zuweisen. Das hat im Test alles funktioniert.

Clicky: Geil, aber nicht so geil wie dedizierte Clickys

Ist der Hebel nach links gelegt, aktiviere ich die blauen, clicky Switches. Qpad nennt die Switches Darfon 2 in 1. Der LED-Ring um den Hebel signalisiert diesen Modus in blauer Farbe. Als erstes versuche ich es mit der montierten Handgelenkauflage aus der Hölle. Für meinem Tippstil ist die Handgelenkauflage unbrauchbar. Ich habe meinen linken Arm beim Tippen stark angewinkelt. Deshalb rutsche ich links von der Auflage. Ich empfinde das Teil als störend, weshalb ich es nach wenigen Minuten Gebrauch entferne – und zwar ganz weit weg, mich gruselt es davor. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie hässlich sich das Kunstleder an einem heißen Sommertag anfühlt.

Nachdem ich die Handgelenkauflage in die Ecke geschmissen habe, kann ich mich wieder aufs Tippen konzentrieren. Mein erster Eindruck im Clicky-Modus: gar nicht übel. Aber irgendetwas ist anders, als bei herkömmlichen Clicky-Switches. Ich komme einfach nicht drauf. Ich frage Kollege Simon Balissat, ebenfalls ein Tastaturen-Aficionado. Nach etwas Ausprobieren meint er, dass er nicht genau spürt, wann ausgelöst wird. Jetzt weiß ich was mich stört: Unmittelbar vor dem Auslösen muss ich stärker drücken. Von Cherry MX Blue oder den Clicky Optical Switches von Razer bin ich gewöhnt, dass ich vor und nach dem Auslösepunkt gleich stark drücken muss. Nach kurzer Zeit komme ich aber mit den Darfon 2 in 1 Switches klar. Dennoch: Ich bevorzuge das Tippgefühl anderer Clicky-Switches.

Auslösen tun die Switches übrigens nach 1.75 Millimetern, der gesamte Tastenhub beträgt 4 Millimeter. Als Auslösekraft gibt Qpad bei den Darfon 2 in 1 Switches 50 Gramm an.

Linear: Die eigentliche Stärke der MK-95

Streng genommen handelt es sich bei den Darfon 2 in 1 Switches nicht um mechanische, sondern optische Switches. Statt mit einem metallischem Kontakt wird bei optischen Switches ein Lichtstrahl ausgegeben. Dieser wird bei nicht gedrückter Taste vom Switch blockiert. Beim Auslösen trifft der Lichtstrahl auf einen Empfänger und löst den Tastendruck aus. Deshalb liegt die Stärke der Switches auch im linearen Modus: Auf dem gesamten Tastenhub ist dieselbe Auslösekraft nötig und der Switch reagiert präziser und schneller als herkömmliche mechanische Switches.

Lege ich den Hebel nach oben, aktiviere ich den roten, linearen Modus. Trotz optischer Schaltertechnologie ist das Tippgefühl im linearen Modus mit den mechanischen Cherry MX Red vergleichbar. Die Schalter lösen äußerst präzise und schnell aus. Beim Gamen konnte ich keine Unterschiede zu Tastaturen mit dedizierten Switches feststellen. Als Tastatur mit linearen Switches funktioniert die MK-95 einwandfrei und macht auch mir als Clicky-Fan Freude.

Hier noch der Vergleich zwischen Clicky und Taktil im Video.

Fazit: Geile Tastatur mit innovativem Feature

Ich mag die MK-95. Übers Design lässt sich streiten, aber nicht über Innovation: Die 2 in 1 Switches der MK-95 sind eine geniale Idee. Ob du tatsächlich eine Tastatur mit linearen und clicky Switches in einem brauchst, ist fraglich. Persönlich hatte ich noch nie das Gefühl, dass ich sowas brauche. Habe ich aber die Option, nutze ich sie.

Brauchst du zwei Tastaturen in einer – genau das ist die MK-95 nämlich – dann kannst du mit dem neuen Wurf von Qpad nichts falsch machen. Ich hatte anfangs Bedenken, ob Qpad bereits beim ersten Versuch etwas Brauchbares abliefert. Meine Zweifel sind nach dem Test aber beseitigt: Die MK-95 ist eine innovative, geile Tastatur.

Das Review ist nicht das Letzte, was du von mir über die MK-95 liest. Ich nehme das Teil demnächst auseinander, um mir genau anzuschauen, wie’s unter dem Chassis aussieht und wie der Umschaltmechanismus genau funktioniert.

Dieser Artikel gefällt noch niemandem.



Diese Beiträge könnten dich auch interessieren

  • Skeleton Loader

    Skeleton Loader

  • Skeleton Loader

    Skeleton Loader

  • Skeleton Loader

    Skeleton Loader