Deine Daten. Deine Wahl.

Wenn du nur das Nötigste wählst, erfassen wir mit Cookies und ähnlichen Technologien Informationen zu deinem Gerät und deinem Nutzungsverhalten auf unserer Website. Diese brauchen wir, um dir bspw. ein sicheres Login und Basisfunktionen wie den Warenkorb zu ermöglichen.

Wenn du allem zustimmst, können wir diese Daten darüber hinaus nutzen, um dir personalisierte Angebote zu zeigen, unsere Webseite zu verbessern und gezielte Werbung auf unseren und anderen Webseiten oder Apps anzuzeigen. Dazu können bestimmte Daten auch an Dritte und Werbepartner weitergegeben werden.

Produkttest

MacBook Neo im Test: Premium-Gefühl zum Budget-Preis

Apples Laptop für die Massen setzt in seinem Preissegment neue Massstäbe. Die nötigen Abstriche dürften die Zielgruppe kaum stören.

Das MacBook Neo ist Apples wichtigstes Produkt seit Jahren. Mit einem Preis von 579 Franken oder 699 Euro erreicht es Leute, die zuvor nie einen Mac in Betracht gezogen hätten. Dafür sind ein paar Kompromisse nötig. Fühlt sich das Neo trotzdem an wie ein echtes MacBook?

Design und Verarbeitung sind erstklassig

Schon beim ersten Kontakt wird klar: Bei Design und Verarbeitung hat Apple nicht gespart. Das MacBook Neo wirkt genauso solide und hochwertig wie mein 4000 Franken teures MacBook Pro. Aluminium-Unibody. Perfekte Spaltmasse. Ein Scharnier mit genau dem richtigen Widerstand. Bei anderen Herstellern gibt es in diesem Preissegment knarzendes Plastik.

Sieht aus wie ein MacBook, fühlt sich an wie ein MacBook.
Sieht aus wie ein MacBook, fühlt sich an wie ein MacBook.

Die Kanten sind stärker abgerundet als etwa beim MacBook Air, weshalb sich das Neo etwas «freundlicher» anfühlt. Dazu tragen auch die bunten Farben bei, besonders wenn du es in «Zitrus» oder «Rosa» kaufst. Das Neo ist 1,4 Millimeter dicker und etwas kleiner als das MacBook Air. Trotz des identischen Gewichts fühlt es sich deshalb im direkten Vergleich ein bisschen klobiger an. Die breiten Ränder ums Display wirken zudem weniger modern.

Das MacBook Neo (links) ist dicker und weniger kantig als das MacBook Air (rechts).
Das MacBook Neo (links) ist dicker und weniger kantig als das MacBook Air (rechts).

Die Qualität des LCDs ist hervorragend für diese Preisklasse. Es hat die gleiche Pixeldichte von 219 Pixel pro Zoll (ppi) und die gleiche maximale Helligkeit von 500 Nits wie beim MacBook Air. Das sorgt für ein scharfes und kontrastreiches Bild. Erst im Freien würde ich mir mein MacBook Pro wünschen, das noch heller ist. Und im Dunkeln bedeutet das fehlende Local Dimming, dass Schwarz nicht wirklich Schwarz ist. Beides trifft aber auch aufs Air zu und in der Windows-Welt gibt es zu diesem Preis nichts Vergleichbares.

Sparmassnahmen bei kleinen Dingen

Den Rotstift setzt Apple bei Details an. Zum Beispiel hat das Neo keinen TrueTone-Sensor, der die Farbtemperatur des Displays ans Umgebungslicht anpasst. Die Webcam löst zudem nur mit zwei statt zwölf Megapixeln auf. Das stört mich kaum, da die HD-Auflösung immer noch locker für Videocalls reicht. Die Lautsprecher klingen verglichen mit dem Air etwas weniger klar, haben aber dafür mehr Bass.

Am meisten vermisse ich die fehlende Hintergrundbeleuchtung der Tastatur. Das erschwert das Tippen im Dunkeln, wenn ich im Bett noch ein paar Nachrichten beantworten will. In der Konfiguration mit 256 GB SSD fehlt auch der Touch-ID-Sensor. Davon abgesehen fühlt sich das Magic Keyboard aber so gut an, wie ich es mir von anderen MacBooks gewohnt bin.

Anders als bei anderen MacBooks ist die Tastatur weiss und unbeleuchtet.
Anders als bei anderen MacBooks ist die Tastatur weiss und unbeleuchtet.

Ähnliches gilt fürs Trackpad. Es ist aufgrund des Formfaktors des Neos kleiner, mein Finger gleitet auf der Glasoberfläche aber so reibungslos wie immer. Geklickt wird beim Neo mechanisch. Ich drücke die ganze Platte physisch nach unten, während sie bei den grösseren Geschwistern fix ist. Dort simuliert ein Vibrationsmotor das Klick-Gefühl. Das mechanische Klicken fühlt sich nicht ganz so gut an – aber fast.

Grössere Abstriche nimmst du bei den Anschlüssen in Kauf. Die zwei USB-C-Buchsen auf der linken Seite unterstützen kein Thunderbolt. Der eine überträgt maximal 10 Gb/s (USB 3), der andere nur 480 Mb/s (USB 2). Du kannst deshalb nur einen einzelnen externen Monitor mit maximal 4K-Auflösung bei 60 Bildern pro Sekunde anschliessen. Immerhin funktioniert das Laptop-Display dabei weiterhin. Ansonsten gibt es nur noch eine Kopfhörerbuchse unten links. MagSafe fehlt. Wie gross dich diese Einschränkungen im Alltag stören, ist individuell. Die Zielgruppe dürfte nur selten gleichzeitig aufladen und mehrere Dinge anschliessen. Die meisten Peripheriegeräte verbinden sich heute ohnehin kabellos.

Wenn du einen Datenspeicher am langsamen (rechten) Port anschliesst, weist dich das System darauf hin.
Wenn du einen Datenspeicher am langsamen (rechten) Port anschliesst, weist dich das System darauf hin.

Schneller Sprinter, aber kein Marathonläufer

Im MacBook Neo steckt ein iPhone-Chip. Genauer gesagt der A18 Pro aus dem iPhone 16 Pro von 2024. Damit die Fertigung günstiger ist, verwendet Apple eine abgespeckte («binned») Version des Chips: Während er im iPhone 16 Pro noch sechs GPU-Cores hatte, sind es im MacBook Neo bloss fünf. Diese Deaktivierung eines Kerns bedeutet weniger Ausschuss, weil nicht jeder Wafer perfekt sein muss. Als weitere Folge der maximal effizienten Produktion lässt sich der 8 Gigabyte (GB) kleine Arbeitsspeicher (RAM) im Konfigurator nicht erweitern.

Der Smartphone-Chip erreicht in synthetischen Benchmarks trotzdem beachtliche Punktzahlen. Die Single-Core-Leistung liegt in Cinebench etwas über dem Niveau des M3 (Folie 1 in der Grafik unten), in Geekbench 6 kratzt der A18 Pro gar am M4 (Folie 4). Die besten mobilen Chips von Intel (Core Ultra X9 388H) und AMD (Ryzen AI Max+ 395) übertrifft er um 17 beziehungsweise 20 Prozent. Nur der Snapdragon X2 Elite Extreme von Qualcomm ist nochmals um 15 Prozent schneller.

Im Multi-Core-Betrieb bleibt der A18 Pro deutlicher hinter den letzten Generationen der M-Chips zurück (Folie 2). Das günstigste MacBook Air mit dem abgespeckten M5 kommt im Schnitt auf 114 Prozent höhere Scores, die letzte Generation mit M4 übertrifft den A18 Pro immer noch um 106 Prozent. Besonders gross ist der Abstand bei längeren Tests wie Cinebench R24 (Folie 9). In meinen Grafik-Benchmarks, die mit 8 GB RAM funktionieren, setzen sich die letzten beiden Airs um 106 bzw. 51 Prozent vom MacBook Neo ab (Folie 3).

Arbeitsspeicher als Flaschenhals

Dank seiner hohen Single-Core-Performance fühlt sich das Neo in den meisten Alltags-Tasks, wie Webbrowsing oder Textverarbeitung, blitzschnell an. Das lässt sich zum Beispiel mit dem Browser-Benchmark Speedometer messen (Folie 1 in der Grafik unten). Mehrere parallele Programme oder Tabs füllen allerdings den Arbeitsspeicher sehr schnell. Dann muss die SSD als Zwischenspeicher einspringen («Swap Memory») – und diese ist mit rund 1500 MB/s Lese- und Schreibgeschwindigkeit nicht besonders schnell.

Es reicht trotzdem, um kurze Belastungsspitzen per Swap Memory zu überbrücken. Greifst du aber permanent darauf zurück, wird sich die SSD mit der Zeit abnutzen. Tab-Messies und Multitaskerinnen sind mit den 16 GB RAM eines MacBook Air deshalb besser beraten. Oder du nimmst in Kauf, dass sich dein MacBook Neo in fünf Jahren nicht mehr so reaktionsschnell anfühlt.

Selbst in Programmen mit mehr Leistungshunger komme ich mit dem MacBook Neo erstaunlich weit, weil die meiste Software gut optimiert ist. Normale Bildbearbeitung in Lightroom läuft flüssig. Erst bei grossen Exports (Folie 2 in der Grafik oben) oder anspruchsvollen Filtern wie dem KI-Entrauschen (Folie 3) wünsche ich mir einen stärkeren Chip. Das gilt auch im Videobereich: Mit iMovie einen Urlaubsfilm schneiden, ist selbst in 4K-Auflösung kein Problem. Animierte Titel und Effekte bringen den A18 Pro jedoch an seine Grenzen. Entsprechend lange dauert auch der Export meines Testprojekts in DaVinci Resolve (Folie 4).

Akkulaufzeit

Der Akku des MacBook Neo hat eine Kapazität von gerade einmal 36,5 Wattstunden – 32 Prozent weniger als beim 13 Zoll grossen MacBook Air (53,8 Wattstunden). Vermutlich würde auch mehr ins Gehäuse passen, dann wäre das Budget-Laptop aber teurer und schwerer. Und weil der Smartphone-Chip nur wenig Energie benötigt, kann sich die Akkulaufzeit trotzdem sehen lassen. Apple gibt sie mit 16 Stunden Videostreaming an, nur zwei weniger als beim M5 MacBook Air, also zwölf Prozent. Das kann ich in meinem Test nicht ganz bestätigen.

Im Youtube-Dauerbetrieb hält das MacBook Neo rund 25 Prozent weniger lange durch als das aktuelle MacBook Air. Fünf Exports meines Testvideos fressen ausserdem dreimal so viel Akku: Das MacBook Neo hat danach noch 47 Prozent übrig und liegt damit auf dem Niveau des M3 MacBook Air. Das M5 MacBook Air hat nach der gleichen Aufgabe noch immer 82 Prozent im Tank. Diese Unterschiede sind relativ gesehen zwar signifikant. Absolut betrachtet dürfte das Neo jedoch immer noch einen Arbeitstag durchhalten – etwas, das sich von vielen Windows-Geräten in diesem Segment nicht behaupten lässt. Zudem bleibt das kleine MacBook dank seiner passiven Kühlung immer lautlos.

Die Akkulaufzeit ist etwas kürzer als bei teureren Geräten, aber immer noch sehr gut.
Die Akkulaufzeit ist etwas kürzer als bei teureren Geräten, aber immer noch sehr gut.

Fazit

Der neue Budget-Benchmark

Dem MacBook Neo gelingt etwas Ähnliches, wie 1977 dem Apple II, 1998 dem ersten iMac und 2020 dem M1 MacBook Air: Es kombiniert ein Level von Benutzerfreundlichkeit, Design und Leistung, das es vorher nicht oder nur zu einem viel höheren Preis gab. Apple erntet damit die Früchte einer optimierten Lieferkette, die CEO Tim Cook über Jahrzehnte aufgebaut hat. Da kann aktuell kein anderer Hersteller mithalten.

Bei Alltags-Tasks wie Webbrowsing, Textverarbeitung oder einfacher Bildbearbeitung bietet das MacBook Neo ein Premium-Erlebnis zum Budget-Preis. Programme öffnen sich schnell und laufen flüssig. Es braucht keinen Lüfter. Display, Tastatur und Trackpad sind überdurchschnittlich gut. Der Aluminium-Unibody fühlt sich so hochwertig an wie bei einem MacBook Pro.

Anspruchsvolle Aufgaben und Multitasking zwingen den A18 Pro und die knapp bemessenen 8 GB RAM in die Knie. Wer viel Leistung braucht oder ständig unzählige Apps offen hat, sollte lieber zu einem MacBook Air oder gar Pro greifen. Dort gibt es auch bessere Anschlüsse und eine Tastatur mit Hintergrundbeleuchtung. Doch in seinem Preissegment setzt das MacBook Neo neue Massstäbe. Du brauchst ein Laptop für die Schule, Büroarbeiten oder deine Grossmutter? Hier ist es.

Pro

  • fantastischer Preis
  • hochwertiges Design
  • erstaunlich leistungsfähig
  • gutes Display
  • bleibt lautlos und kühl
  • solide Akkulaufzeit

Contra

  • wenig RAM und SSD
  • spartanische Anschlüsse
  • keine Tastaturbeleuchtung
Apple MacBook Neo – 2026 (13", 256 GB, 8 GB, Schweiz, Apple A18 Pro)
Notebook

Apple MacBook Neo – 2026

13", 256 GB, 8 GB, Schweiz, Apple A18 Pro

9 Personen gefällt dieser Artikel


User Avatar
User Avatar

Mein Fingerabdruck verändert sich regelmässig so stark, dass mein MacBook mich nicht erkennt. Der Grund: Sitze ich nicht vor einem Bildschirm oder stehe hinter einer Kamera, hänge ich oft an den Fingerspitzen in einer Felswand.


Produkttest

Unsere Expertinnen und Experten testen Produkte und deren Anwendungen. Unabhängig und neutral.

Alle anzeigen

Diese Beiträge könnten dich auch interessieren

  • Produkttest

    M4 MacBook Air im Test: schmales Laptop für die breite Masse

    von Samuel Buchmann

  • Produkttest

    M3 MacBook Air im Test: Es ist Zeit, Apple

    von Samuel Buchmann

  • Produkttest

    15 Zoll MacBook Air im Test: Perfekte Balance

    von Samuel Buchmann

12 Kommentare

Avatar
later