

Macht alles nass: Gardenas Jalousien-Bürste ist ein Fail
Bürste auf den Schlauch schrauben, Storen und Lamellen schrubben, fertig. Was in der Theorie gut tönt, führt in der Praxis zu viel nerviger Zusatzarbeit.
Beim Thema Fensterputzen schaue ich gerne weg – gar keine Lust darauf. Dank meines Roboters sind aber zumindest die Scheiben sauber, ohne dass ich viel dafür tun muss. Doch die Storen vernachlässige ich seit Jahren. Sie sind mühsam zu reinigen – und ich sehe sie ja nie. Sind sie unten, bin ich drinnen.
Trotzdem: Irgendwann sehe ich den Dreck und weiss: Es ist Zeit, die Lamellen zu säubern. Vielleicht gibt es ein Gadget, das mir dabei hilft? Ich suche bei uns im Sortiment und werde fündig: Die Gardena Cleansystem Jalousien-Bürste klingt vielversprechend.
Beide Seiten aufs Mal geputzt
Voller Erwartungen starte ich die Putzsession. Wichtig zu wissen: Die Bürste funktioniert nur in Kombination mit einem Gartenschlauch und permanenter Wasserversorgung. Zum Glück ist auf meinen Balkonen ein Wasseranschluss installiert.
Dank des standardisierten Schnellverschlusses stecke ich den Bürstenkopf einfach auf den Schlauch und lege los. Der Aufsatz ist für Lamellen bis acht Zentimeter Tiefe ausgelegt. Der Mindestabstand zwischen zwei Lamellen sollte fünf Zentimeter betragen. Ganz oben ist bei mir dieser Abstand knapp. Ich biege die Lamelle etwas, aber es geht gerade noch so, wenn ich vorsichtig bin.

Die Bürste ist so konstruiert, dass ich die Lamelle zwischen die Borsten klemme. Danach drücke ich die Taste am Griff und Düsen spritzen Wasser. So wird die Lamelle gleichzeitig von oben und unten gereinigt. Und das schnell und effizient: Ich schiebe die Bürste kurz nach links und rechts, schon ist alles sauber.
Weniger elegant ist die Reinigung des Bereiches zwischen dem Aufzugsband und den Führungsschienen, also ganz aussen bei den Lamellen. Dort sind bei mir je nach Store nur elf bis fünfzehn Zentimeter Platz, richtig gut hantieren kann ich da nicht.

Die Bauweise macht die Reinigung sowieso mühsam, egal ob mit der Gardena-Bürste oder von Hand. Jede Lamelle ist bei mir in drei bis fünf Bereiche geteilt – unterbrochen jeweils von den Textilbändern, welche die Storen bewegen. Ich muss also pro Lamelle drei bis fünf Mal neu ansetzen und die Bürste sorgfältig positionieren. Das macht bei mir 120 bis 150 Segmente pro Store. Total sind es fast 1000 Abschnitte, die ich einzeln putzen muss. Kein Wunder, ignorierte ich das bisher lieber.
Auch die Scheibe wird nass
Mit der Bürste schrubbe ich zwar die Lamellen oben und unten gleichzeitig, ich bürde mir aber auch zusätzliche Arbeit auf. Denn die Bürste braucht viel Wasser, damit sie sauber putzt. Schnell tropft es nicht nur von den Storen, auch die Scheibe ist nass, dazu der Balkonboden – und meine Hosen und Hausschuhe.

Die Kleider und der Boden sind dabei das kleinste Problem. Nervig sind die Wasserflecken, die nach dem Lufttrocknen auf den Lamellen und den Fensterscheiben bleiben. Für ein akzeptables Resultat muss ich die Lamellen und die Scheibe mit einem Tuch nachtrocknen.
Ganz ehrlich: Mit zwei Lappen, einmal feucht, einmal trocken, bin ich nicht langsamer. Damit bleibt auch die Umgebung trocken und ich muss nicht direkt nach den Jalousien auch noch die Fenster reinigen. Der Traum der schnellen und unkomplizierten Lamellenreinigung? Für mich ist er geplatzt. Die Bürste von Gardena ist überflüssig.

Warum hat das Produkt dennoch so viele gute Bewertungen der Community? Je nach eigenen Bedürfnissen kann die Jalousien-Bürste die Arbeit erleichtern. Etwa bei stark verschmutzten Rollos, die ich mit einem Mikrofasertuch nicht einfach so sauber kriege.
Wer sowieso die gesamte Fensterpartie in einem Rutsch reinigen will, stört sich auch an den Spritzern auf der Scheibe nicht. Gleiches gilt bei Storen, die Wind und Wetter ausgesetzt sind. Allfällige Wasserflecken werden beim nächsten Regen einfach abgewaschen.
Fazit
Für meinen Einsatzzweck enttäuschend
Die Jalousien-Bürste von Gardena spritzt Wasser mit Druck auf beide Seiten der Lamellen und rubbelt sie sauber. Effektiv und schnell – allerdings entsteht dabei eine ziemlich Sauerei. Alles wird nass: Boden, Fensterrahmen, Scheibe und Storen. Um ein sauberes Resultat zu erhalten, muss ich nachtrocknen und nach den Storen auch gleich die Fenster putzen. Insgesamt spare ich kaum Zeit – für mich bringt das Gerät somit nichts.
Sinnvoll kann die Bürste bei sehr starker Verschmutzung sein oder bei Storen, die sowieso dem Regen ausgesetzt sind und die nicht nachgetrocknet werden müssen. Die nassen Scheiben lassen sich aber auf keinen Fall umgehen.
Pro
- günstiger Preis
- löst Schmutz effektiv
- reinigt gleichzeitig von beiden Seiten
Contra
- macht alles nass
- Wasserspritzer auf den Fenstern
- viel Nachbearbeitung nötig

Gadgets sind meine Passion – egal ob man sie für Homeoffice, Haushalt, Smart Home, Sport oder Vergnügen braucht. Oder natürlich auch fürs grosse Hobby neben der Familie, nämlich fürs Angeln.
Unsere Expertinnen und Experten testen Produkte und deren Anwendungen. Unabhängig und neutral.
Alle anzeigen

