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Produkttest

Mähroboter für Randständiges

Martin Jungfer
27.5.2026
Schnitt: Davide Arizzoli
Video: Davide Arizzoli

Die Chinesen zeigen, was den etablierten Herstellern seit Jahren nicht gelungen ist. Oder war es ihnen schlicht egal? Der Mähroboter von Mammotion lässt im Test am Rand fast keinen Grashalm mehr stehen.

Ich nutze und teste seit rund zehn Jahren Mähroboter. Früher orientierten sie sich am Begrenzungsdraht in der Erde. Aktuelle smarte Gartenhelfer finden den Weg über Kameras, Satelliten- und Funknavigation. Bei allem Fortschritt – ein Problem blieb ungelöst: der Schnitt, respektive der Nicht-Schnitt am Rand.

Zur Saison 2026 sind verschiedene Hersteller von Mährobotern mit Modellen am Start, die den randständigen Halmen den Kampf angesagt haben. So auch der Luba Mini 2 AWD 1000 von Mammotion. Ich habe das Gerät für einen Test vom Lieferanten bekommen. Wie immer bei Tests gilt: Es gibt keine Vorgaben für mich, weder Hersteller noch Lieferant haben Einfluss auf Testergebnisse und das, was ich veröffentliche.

Installation und Aufbau

In der vergangenen Saison habe ich das erste Mal ein Mammotion-Modell getestet (hier nachzulesen) und seitdem auch im Einsatz. Insofern weiß ich, wie ich den Mäher installiere und auf eine erste Runde schicke. In 30 Minuten ist die zwingend notwendige App heruntergeladen, das Firmware-Update auf den Mähroboter gespielt, die WLAN-Verbindung hergestellt, die Ladestation platziert, an den Strom angeschlossen und meine Rasenfläche zum ersten Mal automatisch kartiert.

Seinen Weg findet der Luba Mini allein mithilfe seiner drei Kameras. Du musst kein Begrenzungskabel verlegen, nicht einmal eine Hilfsantenne aufstellen.

Gleich mit drei Kameras erfasst der Luba Mini seine Umgebung und findet sich so zurecht.
Gleich mit drei Kameras erfasst der Luba Mini seine Umgebung und findet sich so zurecht.

Ich konzentriere mich bei meinem Test auf die Fähigkeit des Geräts, auch Randbereiche des Rasens zu erwischen, also Gras, das unter oder in der Nähe von Hecken, Blumenbeeten, Steinen oder Palisaden wächst.

Kartierung: Manuell geht’s genauer

Bei seinem ersten Ausflug ist zu beobachten, wie der Mähroboter ein Stück fährt, sich immer wieder langsam auf der Stelle dreht und mit den Kameras das Gelände erfasst. Im Test-Garten gibt es einige Herausforderungen: einen Baum und einen grossen Sonnenschirm mitten in der Rasenfläche, Übergänge zu einem gepflasterten Sitzplatz und Reihen von Rasenkantensteinen mit anschliessenden Mäuerchen.

63 Quadratmeter Rasenfläche hat der Luba Mini automatisch erfasst. Zum Vergleich: Mit manueller Optimierung komme ich auf 70 Quadratmeter. Dabei steuere ich den Mähroboter enger an der Mauer entlang. Ich fahre auch näher an den Sonnenschirmständer. Bei der automatischen Kartierung hat sich der Mäher nicht unter die Schutzhaube gewagt. Insgesamt aber ist die automatische Kartierung sehr, sehr gut und dürfte in den meisten Fällen völlig ausreichend sein.

Der Luba Mini fährt so nah an der Mauer vorbei wie ein Lastwagenchauffeur in einer italienischen Altstadt.
Der Luba Mini fährt so nah an der Mauer vorbei wie ein Lastwagenchauffeur in einer italienischen Altstadt.

Killerfeature «Cutting Edge»?

Die zehn Zentimeter breiten Rasenkantensteine in unserem Garten erweisen sich als Segen. (Danke an den weitsichtigen Gartenplaner, der damit einen Abschluss für die Rasenfläche geschaffen hat.) Auf der Reihe Steine fährt der Luba Mini nämlich jetzt den Rand ab. Heisst konkret: Das rechte Vorder- und Hinterrad rollen auf den Steinen. Alles was links davon an Gras wächst, wird durch den zusätzlichen kleinen Schneideteller gekürzt. So wie ich es erhofft habe. Weil die Räder auf den Steinen bleiben, drücken sie auch keine Grashalme in den Boden, die deshalb sonst den rotierenden Klingen entgehen.

Ein grosser und ein kleiner Teller mit Klingen: Mit dem einen schafft er 20 Zentimeter breite Bahnen, mit dem anderen den Rand.
Ein grosser und ein kleiner Teller mit Klingen: Mit dem einen schafft er 20 Zentimeter breite Bahnen, mit dem anderen den Rand.

Eine Aufgabe ist für die «Cutting Edge»-Funktion aber unlösbar: rechte Winkel der Grasfläche. Hier fährt der Luba Mini Kurven und lässt immer etwas Gras stehen. Wenn auf einer Innenecke Mauern zusammentreffen, muss der Roboter erst die Kante entlangfahren. Am Ende dreht er ab und startet an der anderen Kante. Ein kleines Dreieck bleibt so mechanisch unerreichbar für ihn. Es ist so gross wie der Radius, der fürs Wenden gebraucht wird.

Das passiert bei Ecken, die von erhöhten Mauern umfasst sind. Aber interessanterweise auch bei Ecken mit ausreichend Platz. Meine menschliche Intelligenz hätte durch grosszügiges Überfahren des Rands das Gras in der Ecke noch mitgenommen. Die KI-Automatik macht das nicht, ich kann sie in der App durch Anpassung des Bereichs aber übersteuern. Wobei ich in der Preisklasse, in der der Luba Mini spielt, schon erwartet hätte, dass das durch wirklich smarte Software automatisch passiert.

Die unlösbare Aufgabe für den Luba Mini – und wohl auch jeden anderen Mähroboter: eine rechtwinklige Ecke der Rasenfläche. Sie bleibt ungemäht.
Die unlösbare Aufgabe für den Luba Mini – und wohl auch jeden anderen Mähroboter: eine rechtwinklige Ecke der Rasenfläche. Sie bleibt ungemäht.

Exzellente Schnittleistung

Sehr angetan bin ich von der Mäharbeit des Luba Mini 2 AWD. Die sechs Klingen des 20-Zentimeter-Mähtellers rasieren die Spitzen der Grashalme messerscharf ab. Mammotion hat sich auch eine clevere Lösung für ein typisches Mähroboter-Problem überlegt. Häufig verfangen sich Grasreste zwischen Klingen und Befestigungsschrauben. Das führt dazu, dass die Klingen beim Drehen des Tellers nicht mehr ausklappen und auch nichts mehr schneiden. Beim Luba Mini 2 sind die Klingen so montiert, dass das nicht passiert.

Nicht nur die Hardware überzeugt, sondern auch die Software. Der Mammotion-Mäher fährt seine Bahnen nämlich so, dass er wenig Fläche doppelt bearbeitet. Das spart Zeit. Für meinen kleinen Garten mit rund 70 Quadratmetern und drei Runden am Rand braucht er eine knappe Stunde. Und der Luba Mini hat einen speziellen Wendemodus, bei dem der Rasen geschont wird, weil er nicht auf der Stelle dreht, sondern ein cleveres Manöver mit intelligentem Einsatz der vier einzelnen Motoren für die vier Räder durchführt.

Gut zu wissen ist trotzdem, dass der Luba Mini 2 AWD darüber hinaus ein paar interessante Fähigkeiten hat:

Auch für schwieriges Gelände

Dank Allradantrieb schafft er Steigungen von bis zu 80 Prozent, das entspricht einem Steigungswinkel von knapp 39 Grad. Du kannst deinen Rasen in verschiedene Bereiche aufteilen, die mit Korridoren verbunden werden. Ich habe zum Beispiel für den Test auch den Rasen von meinem Nachbarn erfasst und als «Bereich 2» gespeichert. Funktioniert einfach und problemlos.

Verschiedene Mähbereiche werden mit Korridoren verbunden.
Verschiedene Mähbereiche werden mit Korridoren verbunden.

Clevere Lösung für den Akku

Der Akku hat eine Kapazität von 6,1 Ah, was für 150 Minuten Laufzeit reicht. Mammotion sagt, der Luba Mini 2 AWD ist für eine Rasenfläche von 1000 Quadratmeter ausgelegt. Das ist allerdings nur eine grobe Orientierung, weil die Form des Rasens, Steigungen und andere Faktoren einen Einfluss auf die Laufzeit haben. Wichtiger finde ich: Ich kann den Akku jederzeit einfach herausziehen und bei Bedarf später auch ersetzen.

Keine Abstürze

Es gibt einen «intelligenten Absturzsicherungsschutz». Kanten oder Stufen werden durch die Kameras erkannt, der Mäher stoppt, bevor er sich hinabstürzt und begibt sich zurück auf sicheres Terrain. Das hat bei mir tatsächlich dort funktioniert, wo die Rasenfläche unserer Nachbarn nur durch eine kleine Kante abgetrennt ist, sonst aber ein freier Durchgang möglich ist.

Schutz für Spielzeug, nicht fürs Igelbaby

Bei so vielen Kameras ist es nicht verwunderlich, dass die Hinderniserkennung vom Hersteller gepriesen wird. Der Mammotion-Mäher soll Hindernisse ab einer Grösse von 2,5 mal 2,5 Zentimeter erkennen, also zum Beispiel auch einen Federball, den jemand nicht aufgeräumt hat. Alles, was schön bunt ist, umkurvt der Mäher sicher. Beim Test mit meinem kleinen Stofftier-Igel aber gibt's ein Massaker. Ins Gras geduckt überfährt ihn der Luba Mini erst mit dem Rad und schneidet ihm bei der nächsten Bahn in den Bauch und ein Beinchen ab. Zum Glück war es kein echter Igel.

Ich brauche wohl einen neuen Test-Igel für weitere Mähroboter-Tests. Der Luba Mini hat das Hindernis nicht erkannt.
Ich brauche wohl einen neuen Test-Igel für weitere Mähroboter-Tests. Der Luba Mini hat das Hindernis nicht erkannt.

Fazit

Bünzli-Herz, was willst du mehr?

Klar, der Mammotion-Mäher ist Oberklasse – und kostet entsprechend. Aber er ist sein Geld wert: Er arbeitet sauber, leise und effizient. Die App ist durchdacht, das Erfassen der Rasenfläche ist ebenso ein Kinderspiel wie das Einrichten von Zeitplänen (Achtung, Igel!). Dazu kann ich den Betrieb in den Einstellungen der App sehr individuell und detailliert anpassen – bis hin zum Abstand der einzelnen Schnittbahnen. Am wichtigsten aber finde ich, dass er wirklich bis sehr, sehr nah an den Rand fährt. Die fünf Zentimeter Herstellerangaben sind kein Gag, sondern Realität – sehr zur Freude meines inneren Monks.

Pro

  • Akku bei Bedarf einfach austauschbar
  • vielfältige Einstellmöglichkeiten in der App
  • Regensensor
  • clevere Logik beim Mähen, um effizient zu arbeiten
  • sehr gute Erkennung des Arbeitsbereichs mit Dreifachkamera
  • Schnitt bis zum Rand dank zusätzlichem Messerteller
  • schonend für den Rasen dank Allradantrieb und intelligenter Wendemanöver

Contra

  • Probleme mit rechtwinkligen Randbereichen; KI zu dumm, um erreichbare Flächen zu mähen
  • KI-Hindernis-Erkennung mit Schwächen – armer (Stoff-)Igel!
Mammotion Luba mini 2 AWD 1000 (1000 m², Ohne Begrenzungskabel)
Mähroboter

Mammotion Luba mini 2 AWD 1000

1000 m², Ohne Begrenzungskabel

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Journalist seit 1997. Stationen in Franken, am Bodensee, in Obwalden und Nidwalden sowie in Zürich. Familienvater seit 2014. Experte für redaktionelle Organisation und Motivation. Thematische Schwerpunkte bei Nachhaltigkeit, Werkzeugen fürs Homeoffice, schönen Sachen im Haushalt, kreativen Spielzeugen und Sportartikeln. 


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