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Bungie
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Massenentlassung bei Bungie: Fast das gesamte «Destiny 2»-Team muss gehen

Kim Muntinga
26.6.2026

Das Gamestudio Bungie streicht rund 300 Stellen. Von der Entlassungswelle sind fast alle Beschäftigten des «Destiny»-Teams sowie Teile der «Marathon»-Belegschaft betroffen. Auch Studioleiter Justin Truman verlässt das Unternehmen.

Beim US-amerikanischen Entwicklerstudio Bungie folgt die nächste große Entlassungswelle. Sony Interactive Entertainment baut einen erheblichen Teil der Belegschaft ab. Betroffen sind laut dem Konzern fast das gesamte Team hinter «Destiny 2» sowie einige Mitarbeitende, die an «Marathon» gearbeitet haben. Auch in anderen Sony-Abteilungen, die Bungie unterstützen, fallen Stellen weg.

Sony nannte zunächst keine konkrete Zahl. Aus einer gesetzlich vorgeschriebenen Meldung im US-Bundesstaat Washington geht jedoch hervor, dass Bungie an seinem Hauptsitz in Bellevue 292 Arbeitsplätze streicht.

Das Studio begründet den Abbau mit seiner wirtschaftlichen Lage und der Neuausrichtung nach dem Ende von «Destiny 2». Der Online-Shooter habe die Erwartungen in den vergangenen Jahren nicht erfüllt. Nach dem letzten großen Inhaltsupdate könne Bungie seine bisherige Größe nicht länger finanzieren. Mögliche neue Projekte befänden sich noch in einer frühen Konzeptphase.

«Destiny 2» endet nach fast neun Jahren

Bungie veröffentlichte am 9. Juni das letzte reguläre Inhaltsupdate für «Destiny 2». Das Spiel bleibt zwar weiterhin verfügbar, erhält künftig aber keine vergleichbaren Erweiterungen und saisonalen Inhalte mehr. Damit endet die aktive Entwicklung des 2017 gestarteten Shooters nach fast neun Jahren.

Für die Belegschaft hat dieser Schritt unmittelbare Folgen. Sony bestätigt ausdrücklich, dass die Entlassungen den Großteil des bisherigen «Destiny»-Teams umfassen. Nach Angaben ehemaliger Mitarbeitender betrifft der Abbau zahlreiche Bereiche der Entwicklung, darunter Design, Grafik, Handlung, Qualitätssicherung, Effekte und Datenanalyse. Eine direkte Fortsetzungder Reihe ist derzeit nicht angekündigt.

Auch «Marathon» bleibt nicht verschont

Die Kürzungen betreffen auch einige Entwicklerinnen und Entwickler von «Marathon». Der im März veröffentlichte Extraction-Shooter gilt als Bungies derzeit wichtigstes Spiel und soll trotz der Umstrukturierung weiter unterstützt werden.

Bungie muss den Shooter künftig mit einer kleineren Mannschaft weiterentwickeln. Das Studio setzt darauf, dass «Marathon» langfristig einen Teil der Rolle übernimmt, die «Destiny 2» über Jahre erfüllte.

Studioleiter Justin Truman tritt ab

Neben den Stellenstreichungen steht Bungie vor einem Führungswechsel. Studioleiter Justin Truman verlässt das Unternehmen. Er hatte den Posten erst 2025 von Pete Parsons übernommen und leitete das Studio weniger als ein Jahr. Bungie und Sony haben seinen Abgang bislang nicht ausführlich kommentiert. Laut dem Insider Paul Tassi übernimmt Poria Torkan, der bisherige VP of Operations, die Leitung des Studios.

Truman arbeitete seit vielen Jahren bei Bungie und war unter anderem an der Entwicklung und Leitung von «Destiny 2» beteiligt.

Die dritte große Entlassungswelle seit 2023

Bereits im Oktober 2023 entließ Bungie rund 100 Beschäftigte. Berichten zufolge lag der Umsatz damals deutlich unter den internen Prognosen. Im Juli 2024 strich das Studio weitere 220 Stellen, was rund 17 Prozent der damaligen Belegschaft entsprach. Weitere 155 Beschäftigte sollten schrittweise in andere Bereiche von Sony Interactive Entertainment wechseln.

Die damalige Studioleitung räumte ein, dass Bungie zu schnell gewachsen war. Das Unternehmen hatte parallel mehrere Spiele vorbereitet und dafür erfahrene Beschäftigte von bestehenden Projekten abgezogen. Steigende Entwicklungskosten, die schwächere Resonanz auf «Lightfall» sowie Verzögerungen bei «The Final Shape» und «Marathon» verschärften die finanziellen Probleme.

Nach den Kürzungen von 2024 beschäftigte Bungie noch mehr als 850 Menschen. Durch den nun angekündigten Abbau schrumpft die Belegschaft erneut deutlich.

Titelbild: Bungie

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